Baron von Feder: Essen nach Punkten

BARON VON FEDER

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„Essen nach Punkten“

Essen und Gewichtszunahme sind die goldene und die schwarze Seite derselben Sache. Ähnlich ist auch der Preis die schwarze Seite für den Erwerb einer Ware. Wenn die Ware nachhaltig, solide, haltbar und zuverlässig im Gebrauch ist, ist auch der Preis nicht mehr ganz so schwarz. Wenn das Essen gesund, die Ernährung ausgewogen uns die Gesundheit allgemein gut ist, muss das Gewicht vom Essen her auch nicht zunehmen. „Aber die Fertignahrung – der Fettreichtum – überall Zucker, Zucker, Zucker – gesund ernähren geht nicht“, rufen Dickerles verzweifelt und essen ein Brötchen. Und gleich noch eins als Ersatz, denn sie haben ja gerade auf ein Törtchen verzichtet und daher Anspruch auf ein zweites Brötchen. Das macht schon nicht dick. Jetzt noch eine Gemüsepfanne- „Schatz, haben wir noch Kräuterbutter?“ – „Nee, aber Edamer, lass uns die Pfanne mit Käse überbacken“.

Eines Tages schaute „Die Psychologie“ um die Ecke, die immer mit einem ihrer tausenden unzähligen Gesichter um die Ecke schaut, wenn ein Mensch einen kleinen Trick braucht, um ein Hindernis zu überlisten. „Ich will Ihnen was vom Essen erzählen und von der Ernährung. Kennen Sie schon das Essen nach Punkten? Geht so: Ihnen schmeckts. Die Augen schließen sich im Vorgenuss. Die erreichte Größe der Portion auf dem Teller können sie gar nicht mehr erkennen. Und der Duft sagt: Noch ein bisschen mehr, bitte. Und nun kommt der Trick: Stellen Sie sich vor, Ihr Frühstück, Ihr Mittag und Ihr Abendbrot darf maximal 10 Gramm Fett enthalten. Jedes Gramm markieren Sie mit einem blauen Punkt. 30 Punkte Fett am Tag dürfen Sie sich gutschreiben. Über Kohlenhydrate reden wir später, die werden sowieso nicht in Gramm, sondern in Broteinheiten gemessen. 150 Gramm Putenbrust enthalten 2 Gramm Fett pro Scheibe. Macht zwei Punkte für eine Scheibe Putenbrust. Stulle Brot oder Roggenbrötchen rechnen Sie großzügig mit zwei Punkten, macht zusammen mit der Scheibe Putenbrust 4 Punkte. Butter nehmen Sie nicht, sondern Tomatenmark als Brotaufstrich, Achtung: Jetzt noch Scheibe Brot mit Käse und Sie sind bei 8 Punkten. ein Ei dazu mit 7 Punkten macht 15. Können Sie machen, wenn Sie dafür zwei Punkte beim Mittag und drei beim Abendbrot einsparen. Oder Sie sparen sich das Ei für morgen. Dann dürfen Sie ein halbes Brötchen mit Aspikwurst und ein halbes mit Käse mach 1 plus 1 plus 2 ist gleich 4 plus 7 ist 11, also müssen Sie den Käse weglassen, dann passt es wieder. Und die Hose auch bald.

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Redaktionsmiteilung

Das Flugblatt für April 2021 ist fertig. Viel Spaß beim Lesen.

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Redaktionsmitteilung

Das Flugblatt für März 2021 ist fertig. Viel Spaß beim lesen.

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Sonne strahlt durch leerstehende Wohnung

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Sonne scheint durch leerstehende Wohnung

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DasFoto

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REDAKTIONSMITTEILUNGEN: Neuanmeldung bei Newsletter erforderlich

Liebe Leserinnen, liebe Leser, im Zuge des Umbaus von “Das Flugblatt” ist es nötig, erneut eine Zustimmung für den Bezug des PDF-Flugblattes zu geben. Auf der Webseite oben per Klick auf den Button Newsletter bittet die Redaktion um Eingabe und Bestätigung der beziehenden Emailadresse und des Namens des Beziehers. Die veraltete Mailingliste verschwindet dann daten-und spurlos.

Beste Grüße

Hannes Nagel

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Redaktionsmitteilungen: Das Flugblatt für Februar 2021 ist fertig

Liebe Leserinnen, liebe Leser, anbei erhalten Sie das Flugblatt für Februar 2021

Viel Spaß beim Lesen.

Es gibt folgende Neuigkeit: Die im Downloadbereich verfügbaren Beiträge können Sie sich frei herunter laden. Ich habe keine Gewinnerzielungabsicht. Ich will Sie aber auch nicht daran hindern, meine Arbeit mit ein paar Spenden zu unterstützen. Wobei Spenden auch Bürobedarf nach Absprache oder ein “Fresspaket” sein können – echtes Geld verschmähe ich aber auch nicht, bloß nicht allzu viel.

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REDAKTIONSMITTEILUNGEN: Der Ausbau der Downloadbereiche erfolgt

Liebe Leserinnen, liebe Leser, derzeit erfolgt der Ausbau der Downloadbereiche. Das kann unter Umständen zur Nichterreichbarkeit einer Seite führen, bis alles wieder reibungslos läuft.

Dennoch viel Freude beim Lesen

Hannes Nagel

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FEUILLETON-REZENSION: Auch im Osten trägt man Westen

FEUILLETON-REZENSION – Auch im Osten trägt man Westen

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„Auch im Osten trägt man Westen“

Dies ist ein Buch aus dem Hirnkost-Verlag Berlin. Seine Kernaussage ist die, dass es in der DDR Punks gab – was nach eigener Beobachtung zutreffend ist – und die bei den Behörden nicht gern gesehen waren. Zum Teil darf man sagen: Kleidung, Frisur und gesellschaftliche Engagement wirkten auf die Behörden wie das sprichwörtliche rote Tuch auf einen Stier. Eine bürgerlich-spießige Gesellschaft musste sich durch Punkauftritte planmäßig provoziert fühlen. Dabei wusste nie einer so recht zu sagen, worin der Sinn der Provokation bestand.

Da machten sich junge Leute stundenlang häßlich mit zerissenen Jeans und strähnig-struppigem Haar, welches gefärbt war wie eine Malerpalette im Schaffensrausch – und dann fand einen keiner attraktiv. Wenn Punks mal etwas Intelligentes sagten, dann sagten sie so etwas wie : „Man sieht sich, man trifft sich, man sagt sich guten Tag“. Diese Begrüßung klingt tatsächlich viel gebildeter als das ganz und gar nicht freundschaftlich gemeinte „Freundschaft, Jugendfreund“, welches die Anderen auf den Lippen führten – die mit den ordentlichen Haaren und der adretten Kleidung.

Über diesen Themenbogen veröffentlichten Gilbert Furian und Nikolaus Becker schon 2018 das Buch „Auch im Osten trägt man Westen“. Westen sind teils praktische. teils elegante Kleidungsstücke. Es gibt sie sogar in berufsgruppenspezifischer Ausführung. Im Journalismus gibt es Westen für Kriegsreporter und Westen für Feuilletonisten. Kugelsichere Westen gibt es für Schusswaffen-Wirkungskenner, und auch bei Kellnern und Gigolos sind Westen beliebte Kleidungsstücke. Das ist ein sehr weites Feld von peotentiellen Westenträgern.

Allerdings kommt das beliebte Kleidungsstück, welches oft gerne mit Taschenühren an einer güldenen oder silbernen Kette kombiniert wurde, nur im Titel des Buches vor. Warum wohl dieses? Weil es den Autoren nur um das Wortspiel mit Osten und Westen geht? Im Grunde geht es darum, dass dokumentarische Interviews mit den Punks die Entstehung der Punkkultur aus der Gesellschaft heraus erklären. Das ist normal für eine vielseitige Gesellschaft, dass sie vielseitige Kulturen hervorbringt und sich gegen „gesellschaftliche Monokultur wehrt. Wer aber Monokultur favorisiert, läßt eine mißtrauische Truppe gegen die individualistische Vielfalt vorgehen.

In so einer speziellen Situation gerieten die Autoren des Buches beim Dokumentieren ihrer Zielgruppe selber ins Visier der „Fürsorglichen Obhutbarkeit“. Lebendige Sprache zeichnen es aus. der Ort-Zeit-Focus belibt auf Ostberlin 1985 gerichtet. 1985 fand man an manchen ostberliner Kneipenklotüren Sprüche wie diesen hier: „Mein Zweifel lässt sich schlecht verhehlen / Ich seh so viele Prallelel / Ich hab gerpüft, gesucht und sah:/ Es war alles schon mal da“ Wer weiß, ob man da nicht unwissentlich Autoren oder Protagonisten übern Weg gelaufen ist. Kann man nicht wissen. Immerhin kann man wissen, dass es ein Ähnliches Buch cermutlich aus dem Jahr 1987 gibt. Es ist von Daniela Dahn geschrieben und handelt in und über den Prenzlauer Berg 1987. Es wird aber nicht Dokumentation genannt, sondern Reportage

(Gilbert Furian, Nikolaus Becker, „Auch im Osten trägt man Westen“, Hirnkost-Verlag, Berlin 2018)

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