TAGESBEMERKUNGEN:

Baron von Feder

„Dunkelhelle Nächstenliebe“
====================

Nach der Septemberwahl tauchte kurzzeitig der Gedanke auf, eine Angst vor dem Wahlergebnis der mecklenburgischen und der berlinischen Afd wäre genauso so unsinnig wie die Angst, die die Afd in der Gesellschaft vor einigen Flüchtlingen verbreitet. Sie und nur sie samt ihren Adeppen nennt Flüchtlinge, die ins Land kommen, Überfremdung. Dieses Wort zu analysieren ist genauso ungefähr so merkwürdig, als würde man Darwin benutzen, um die nationalsozialistische Rassenlehre zu widerlegen. Rassen im Nazi-Sinne gibt es nicht. Und „rassig“ war auf Menschen bezogen immer nur ein Attribut, welches sich auf den Sex Appeal von Frauen bezog. Womit wir wieder beim Fremdenthema wären. In vielen Märchen zogen Menschen früher in die „Fremde“. Von dort brachten sie etwas mit: Erfahrung, Waren, Wissen, bisweilen Geld und manchmal auch eine Frau. Märchenerzähler wussten instinktiv, dass die Isolation der Dörfer den Fortbestand der Population erschwert oder negativ beeinflusst. Als Sex noch eine Sache der Lust und der Erfrischung der Gene innerhalb der Population war, gab es keine verklemmten Afd-Politiker und keine Frigida-Anhängerinnen. Und es gab auch keine Postkarten einer Partei des III. Wegs. Die finden paar 100 Asylanten in Neustrelitz als Zumutung. Paar 100, die „das Stadtbild verändern“. Kennen Sie das Stadtbild von Neustrelitz? Es zeichnet sich durch viel grün und viel blau aus. Das kommt davon, dass es hier viele Wälder, Wiesen und Seen gibt. Wenn die Sonne auf das Wasser leuchtet, funkelt es goldig schön, wie damals in den Märchen, wenn die Prinzessinnen mit anderen Worten beschrieben werden sollten als mit der Standardfloskel: „Sie war über alle Maßen schön.“ Aus Neustrelitz wanderten von 2005 bis 2013 etwa 1.500 Personen aus. Seit 2014 wächst die Bevölkerung wieder. Insofern am Bevölkerungswachstum einer Stadt außer dem Zuzug neuer Bewohner auch die Fortpflanzung der bereits hier wohnenden eine Rolle spielt, braucht man auch gute Bedingungen in der Stadt, die Lust auf Fortpflanzung machen. Die Stadtverwaltung interessiert sich nicht für die Hautfarbe der Steuerzahler, sondern dafür, dass Handel und Gewerbe, Dienstleistung und Handwerk, Produktion, medizinische Versorgung funktionieren. Und da kommen diese Nazis an und wollen Neustrelitz der unbefickbaren Verödung preisgeben. So ein Blödsinn. Dagegen helfen fürs erste am besten Fremdenliebe und Nächstenliebe.

Und wenn die Nazis weiterhin unsere Liebeleien stören, anstatt selber mal was mit Lust und Liebe zu tun, dann müssen wir wohl mal kurz mit einem Furz gegen den Schwefelgestank der Hölle anstinkern. Beides verzieht sich dann. Kaltmamsell, eine Zwiebel bitte nach dem Sex. Danke.

Veröffentlicht unter Tagesbemerkungen | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

REDAKTIONSMITTEILUNGEN: Das Flugblatt Nummer 108 Oktober 2016 ist da

Liebe Leserinnen und Leser, von dem Wahlergebnis der Afd geht in Mecklenburg genauso wenig eine Gefahr für die Demokratie aus wie von derem Migrantenangstbild für Terror auf Alleen, Flüssen, Landes-und Bundesstraßen. Was sagt uns das? Gefährlich ist an denen nur, dass sie von Politik nichts verstehen und von Gesellschaft noch weniger. Aber vielleicht lernen die 18 Praktikanten im Landtag was für das Thema gesellschaftliche Verantwortung. Abwarten.

Nicht abwarten kann das Flugblatt. Ich muss es jetzt aussenden, weil ich vom 30 September bis 03. Oktober in der Strandhalle Ahrenshoop zu den ahrenshooper Literaturtagen weile. An meinem Stand des Musenverlags werde ich „Herrn Neuwoges Damen“ anbieten. Dazu das Flugblatt von August, September und Oktober. Vom Klassiker „Ach Liebes, wenn Du bliebest“ sind auch noch ein paar Exemplare vorhanden. Krimi ist ausverkauft, wenn ich die Übersicht richtig behalten habe.

Im Oktoberflugblatt hat der Zeitgeist mit der Septemberwahl zu tun. Die Rezension befasst sich mit russischen Raketen in Mecklenburgs Wäldern während des Kalten Krieges.

Die musische Direktorin genehmigte folgende Themen:

Aproposia: 5 vor 12 (Udo Jürgens)

Feuilleton-Rezensions: Die 152. Raketenbrigade http://hannesnagel.de/?p=3175

Feuilleton-Zeitgeist: Mandatserschleichung mit Migranten http://hannesnagel.de/?p=3188

Feuilleton-Kulturbetriebliches: Wo kann die Nachtigall noch singen? http://hannesnagel.de/?p=3179

Baron von Feder: „Herrn Neuwoges Damen sind lieferbar“ http://hannesnagel.de/?p=3184

Das vollständige Flugblatt gibt es hier:

das-flugblatt-108-01-10-2016-neues-layout

Friedliches Lesevergnügen

Hannes Nagel

Veröffentlicht unter Redaktionsmitteilungen | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

FEUILLETON-ZEITGEIST: „Mandatserschleichung mit Migranten“

Feuilleton-Zeitgeist

============

„Mandatserschleichung mit Migranten“

 Nach den Wahlen sagte das Volk im Landkreis Necklenburg-Seenplatte: „Nun sollen sie mal zeigen, was sie mit diesem Ergebnis zustande bringen.“ Die Sozialdemokraten blieben die regierende Kraft und die CDU blieb auf Platz zwei. Für Mecklenburg könnte man daher sagen: „Es bliwwt alles beim Alten“. Aber es ist eben die Alternative zu Rechtsstaat und Demokratie (AfD) mit 21 Prozent der Stimmen an 18 Landtagsmandate gelangt. Sie hat sich die 18 Mandate mit Stimmungsmache gegen Migranten in Mecklenburg-Vorpommern  erschlichen. Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte war statistisch und wahlrechtlich in Römisch Vier und Römisch Fünf geteilt worden. Seenplatte Römisch Vier umfasst Neustrelitz, die Gemeinde Feldberger Seenlandschaft, Neustrelitz-Land und die Kleinseenplatte. Zur Kleinseenplatte gehören wiederum der gesamte Müritz-Nationalpark, die Gemeinden Priepert, Wustrow, Wesenberg sowie Quassow. Sonstige Siedlungsgebiete erfasst die Kleinseenplatte unter „Umland“. Seenplatte Römisch Fünf umfasst den Landkreis Müritz, das Amt Penzliner Land und die Ämter Friedland, Neverin, Stargarder Land und Woldegk. In Römisch Vier klebten von 20.971 tatsächlichen Wählerstimmen 4.400 Stimmen die Alternative zu Rechtsstaat und Demokratie (Afd) an die Backe der im Schweriner Landtag vertretenen Demokratinnen und Demokraten. Diese haben nun neben den eigentlichen Aufgaben der Landesverwaltung auch eine Partei zu beachten, die sie für rechtspopulistisch halten und daher weitestgehend ignorieren wollen. Das können sie aber nicht tun, ohne sich durch solcherlei Ignoranz selber dem Vorwurf der Öffentlichkeit auszusetzen, nicht ganz demokratisch in ihrer Wertewelt zu sein. Denn die Wahl verlief ganz normal. Nur Art der Wählermobilisierung durch die Alternative zu Rechtsstaat und Demokratie lief unter Vortäuschung nicht bestehender Unrechtsfälle ab. Sie sagten über Migranten: „Sie klauen in den Läden und belästigen deutsche Frauen“. Die Einpeitscher nannten auch Sozialmissbrauch als Straftat. Es ist kein Unrecht, wenn in Not geratene Menschen auf der Flucht in Deutschland um Hilfe bitten. Aber es ist ein großes Unrecht, daraus ein Problem zu konstruieren, zu dessen Lösung man parlamentarische Verantwortung und Möglichkeiten braucht. Migranten sind nicht durch Herkunft und Schicksal kriminell, und Abschiebungen sollen Ausnahme statt Regelfall sein.

Aufgeschnappte Ware geht bräsig übern Ladentisch.

Angenommen, es würde die Forderung erhoben, dass der Missbrauch der Sozialgesetzgebung als kriminelle Straftat gelten soll. Und dann würden sich die sozial Entrechteten erheben und sagen: „Jawoll, die Rot-Grüne Verelendungspolitik ist kriminell. Endlich sagts mal einer.“ Mit halbwegs kühlem Kopf wäre Ihnen klar, dass die Entrechteten Blödsinn reden, denn keine Regierung würde sich selbst meinen, wenn ihr Handeln als kriminell eingestuft würde. Vielmehr würde es doch völlig klar erscheinen, dass die Entrechteten ihr individuelles Unverständnis der Lage zur umfassendsten Erkenntnis der politischen und gesellschaftlichen Zusammenhänge erklären. Analog handelt die Afd. Ihr individuelles Unverständnis von Neoliberalismus, Arbeitslosigkeit, Altersarmut, Krieg und Vertreibung beschuldigt Neubürger, sozusagen rückwirkend für die schon lange währende Zeit der Arbeitslosigkeit und der sozialen Ausgrenzung verantwortlich zu sein. Und nun kommen Flüchtlinge her und bekommen jeder ein Smartphone. Ja, aber es sind die Smartphones, die bei den Händlern sowieso nur noch Ladenhüter waren. Außerdem tragen sie piekfeine Kleidung. Ja, aber es sind saubere Sachen aus der Second-Hand-Versorgung von Bedürftigen. Kleiderkammer, nicht Neues. Aber manchmal hört man an Bushaltestellen oder in den Regionalzügen dass „die“ alles kriegen und die armen Hartz-Vierer von hier kein Geld zum Wäsche waschen haben. Wer soll eigentlich der Afd für diesen Stuss einen Vogel zeigen, wenn ein Fünftel der Wähler klammheimlich sagt: Ganz egal ob es stimmt, Hauptsache ist, das Ziel „Ausländer weg“ wird erreicht? Das Parteiprogramm der Afd bestand zur Landtagswahl 2016 aus aufgeschnappter Ware, die bräsig über Ladentisch ging. Dabei klang sie zuweilen ganz niedlich. Die Afd will zum Beispiel die GEZ abschaffen. Was für einen Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk sie stattdessen will, kann sie nicht sagen. Das ist nicht weiter schlimm, denn das Thema ist so kompliziert, das selbst Experten Mühe haben, sich darin zurecht zu finden. Aber das weiß die Afd nicht. Darüber hinaus findet sie, dass der Landtag verkleinert werden muss. Da könnte sie mit gutem Beispiel voran gehen. Die meisten anderen Themen heißen Bekämpfung von Islamisten und konsequente Ausweisung von Ausländern. Die Afd weiß nicht, was sie mit Islamisten bekämpfen meint. Ihr Kampf sieht aus wie ein Kampf gegen Windmühlenflügel. Das ist ein fauler Wind, den die Afd da im Lande ablässt. Denn in Bezug auf Ausländer und deren Straftaten hat das Landeskriminalamt eine Kriminalstatistik und die Afd nur ein paar Tendenzen. Im Großen und Ganzen macht das Programm den Eindruck, dass die Damen und Herren hier und da etwas aufgeschnappt haben, dies dann politisch nicht begriffen und das Ganze dann als Denkprodukt engagierter Bürger verkaufen, die eine Alternative für Deutschland suchen. Deutschland ist theoretisch noch ein demokratischer Rechtsstaat. Wieso sucht die Afd hierfür einen Ersatz? Schwer vorstellbar, dass ein dummes Fünftel dies für bare Münze genommen hat. Die Alternativen Falschgeldgießer mögen bitte mal bei Baruch Spinoza nachlesen: „Von zwei Dingen, die nichts miteinander zu tun haben, kann eines nicht die Ursache des andern sein“. Und darum tritt die Menge von Asylanträgen von Kriegsflüchtlingen zwar zeitgleich mit dem inneren Sozialabbau einer neoliberal gesteuerten Wirtschafts-und Arbeitsmarktpolitik auf. Aber den behaupteten ursächlichen Zusammenhang gibt es nicht.

Die Statistik hat Zahlen, die Afd hat Tendenzen.

Die Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2016 wird im Januar 2017 veröffentlicht. Denn die Kriminalitätsstatistik ist eine reine Eingangsstatistik. Die Eingangsstatistik, so erklärt es das Polizeipräsidium Neubrandenburg, erfasst alle Anzeigen des laufenden Jahres und bereinigt sie spätestens bis Anfang des Folgejahres. Dann tauchen nur noch die gelösten Fälle auf, und die eingestellten Fälle zählen nicht mehr als Kriminalfälle. Das ist so ähnlich wie das Herausrechnen von Maßnahmen aus der amtlichen Arbeitsmarktstatistik. Die Ansiedlung der Neubürger kam gegen Ende 2015. Für die wenigen Monate bis 2016 kann man den Zahlen keine Aussage entnehmen, weil schlicht noch gar keine Gesamtheit der Fälle erfasst wurde. Im Umkehrschluss heißt das, dass es auch völlig unmöglich ist, überhaupt wichtige Zahlen zu nennen. Zumindest tauchen Ausländer nicht  – also in keinem Fall – bei Kapitalverbrechen wie Mord, Totschlag oder Vergewaltigung auf. Das aber sind genau die Delikte, mit denen die Afd Stimmung vor den Wahlen machte. Es wollte auch niemand von ihr irgendeinen Beleg für die vorgebrachten Behauptungen haben. Aber ist sie deshalb schon ein Ventil für den Auslass angestauter Stimmungen in der Gesellschaft? Bezogen auf den Landkreis Seenplatte in Mecklenburg gab es bis August 2016 genau 421 Ablehnungen von Asylanträgen. 81 reisten nach Behördenangaben „freiwillig“ aus. Bei 58 Ablehnungen wurde die Abschiebung vollzogen, und zwar in jedem Fall durch die Amtshilfe der Landespolizei. 59 Abschiebungen scheiterten. Über die im September und Oktober anstehenden Abschiebungen gab es keinerlei behördliche Auskünfte. Statistische Angaben aus dem Landesamit für Innere Verwaltung lagen bis Redaktionsschluss nicht vor. Sie werden nachgereicht, sobald sie das Amt nachgereicht haben wird.

Veröffentlicht unter Feuilleton-Zeitgeist | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

REDAKTIONSMITTEILUNGEN: „Herrn Neuwoges Damen“ sind lieferbar

„Herrn Neuwoges Damen“ sind lieferbar. Die Kurzgeschichte mit ca 25 Seiten ist als Broschüre mit Heftklammerbindung erhältlich, wenn man eine Bestell-Email an mich schickt. Darin kommen vor: Ein Mann, zwei Frauen, Knubberkirschen, eine Reitgerte und ein Gluteus Maximus und ganz viel Sinnlichkeit.

neuwogePreis: 7,00 Euro (inklusive Porto für die Postzustellung)

Veröffentlicht unter Redaktionsmitteilungen | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

FEUILLETON-KULTURBETRIEBLICHES: „Wo kann die Nachtigall noch singen?“

FEUILLETON-KULTURBETRIEBLICHES

„Zwischen Seltsamkeit und Originaliät“

Christoph Daletzkis alias Krysztof Daletskis Gesellschaftslieder sind zwischen Seltsamkeit und Originalität angesiedelt. Melodisch und instrumental könnte Krysztof Daletski ein mittelalterlicher Sänger von Bänkelballaden sein. Aber seine Bischöfe, Herzöge, Reichsgrafen, Raubritter und einfache Räuber, Gauner, Betrüger und Scharlatane sind neoliberale Politiker und Wirtschaftsführer, deren Tun man an den Auswirkungen geheimer Machenschaften erkennt: Fracking, Freihandel, Krimkrieg. Gerade hat er eine CD mit 12 Liedern samt Erläuterungen heraus gebracht. Die Erläuterungen sind wichtig, denn manchmal singt er Latein. Aber mit Übersetzung. Multimedia machts möglich. Ganz besonders ergreifend sind die Stimmen. Sie klingen so hell und voll wie Glocken. Ihre Klangspitzen brechen nicht einfach zusammen wie brandende Wellen über sandige steinige Ufer in undefinierbarem Rauschen. Und dieses Verstehen der Texte bis zum letzten Ton macht die Seltsamkeit und die Originalität der Lieder aus.

Auf YouTube gibt es einen "Album-Trailer" hochgeladen mit Ausschnitten der CD
und Bildern von der Aufnahme-Session:

  https://www.youtube.com/watch?v=5eVNkI_ERjM

Ferner gibt es die Webseite zur weiteren Info: 
  http://songs.dalitio.de/cd/
Veröffentlicht unter Feuilleton-Kulturbetriebliches | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

REZENSION: Die sowjetische 152. Garderaketenbrigade 1983-1988

Rezension „Die sowjetische 152. Garderaketenbrigade 1983 -1988“

„Als Russen in den Wäldern waren“

Das winzige Verlagshaus M&M Sundwerbung macht seit 2009 mit einer „Broschürenreihe zur deutschen Geschichte“ auf sich aufmerksam. Auffallend viele der bisher 42 Ausgaben befassen sich mit militärischen Themen. Jede Publikation ist Pi mal Daumen 32 Seiten stark. 32 Seiten versprechen Beschränkung auf das Wesentliche. Damit eignen sich die Broschüren des Verlagshauses vorzüglich für Leute mit geschichtlichem Interesse, aber ohne das Bedürfnis, Zeit und Energie für Politikwissenschaft und Sozialstudien aufwenden zu müssen. Die jüngste Publikation haben Peter Hall und Hans Blassmann über eine auch atomar ausgerüstete russische Raketeneinheit in Warenshof, Strelitz Alt und Wokuhl verfasst. Ihr Titel ist „Die sowjetische 152. Garde-Raketenbrigade 1983 – 1988“. Hans Blassmann kennt die Gegend, über die er schreibt, aus seiner Dienstzeit als Stabschef und später als Kommandeur der 14. Polizeibereitschaft „Hans Kahle“ in Alt-Strelitz. Sein Ko-Autor Peter Hall war Leiter Triebswerkseinrichtung in einer Startbatterie in der 5.Raketenbrigade in Demen bei Schwerin. So konnten sich ein Raketenfachmann und ein Lagebewerter zusammen tun und eine fundierte Informationsbroschüre über Bewaffnung und Logistik der ehemaligen  russischen Garde-Raketenbrigade aus Kaliningrad schreiben, die 1983 in den Zuständigkeitsbereich der Westfront in Legnica  verlegt wurde. Beide haben teils historische Fotografien und teils aktuelle Fotografien zur Illustration des Textes benutzt. Aktuell bedeutet, dass trotz der Bürgerinitiative „Freie Heide“ gegen das Bombodrom Wittstock (bekannt als „Wittstocker Acker“) doch noch Teile ehemaliger Truppenübungsplätze von NVA und der GSSD (Gruppe der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland) von NATO und Bundeswehr zu einschlägigen Zwecken benutzt werden. Nach der Lektüre von Bundeswehrweißbuch und NATO-Erklärung vom Juli 2016 merkt man, wie schnell im Falle einer „großpolitischen Lage“ die überwundene Militärgeschichte reaktiviert werden kann. Da ist jede Zeile Information wichtig, um kommendes Unheil zu erkennen.

Veröffentlicht unter Feuilleton-Rezension | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

TAGESBEMERKUNG: Zirkus wählte Saisonbelegschaft

(Schwerin) Der Schweriner Landeszirkus wählte am 04. September die Clowns, Wortakrobaten und Trickkünstler, die in den fünf Jahren der neuen Spielsaison das Publikum mit immer neuen Darbietungen im gleichbleibenden jetzigen Zustand halten wollen. Als neuer Mitspieler wurde die Alternative zu Rechtsstaat und Demokratie (AFD) verpflichtet. AFD machte mit einer neuen Nummer brauner Magie auf sich aufmerksam.

Veröffentlicht unter Tagesbemerkungen | Verschlagwortet mit , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

REDAKTIONSMITTEILUNGEN: Aktualisierte Fassung von „Was der Zeitgeist wispert“ ist lieferbar

Die aktualisierte und erweiterte Fassung von „Was der Zeitgeist wispert“ ist für 6 Euro per Mail bestellbar und wird dann gedruckt und geliefert.

Zur Ansicht: Was der Zeitgeist wispert

Veröffentlicht unter Redaktionsmitteilungen | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

REDAKTIONSMITTEILUNG: Das Flugblatt für den September 2016 ist da

Liebe Leserinnen, liebe Leser, das Flugblatt für den September ist da.

ich hatte nicht wirklich an einen anderen Themenschwerpunkt im Septemberflugblatt geglaubt. Aber Säbelrasseln und Kriegsgeheul nahmen kein Ende, obwohl Aussenminister Steinmeier dies schon im Juni gefordert hatte. So musste ich dann doch wieder auf das Thema zurückkommen. Diesmal war es das Konzept der Zivilverteidigung. Der Text klingt in vielen Passagen nach DDR-Sprachgebrauch. Ansonsten ist es aber bemerkenswert klar in der Sprache, bei der Nennung von Absichten, Planungen, Folgen und hierfür nötigen Maßnahmen. DAS wirkt befremdlich, denn die Zivilverteidigung gehörte zur vormilitärischen Ausbildung, damit auch solchen Menschen das militärische Grundwissen nicht verwehrt wurde, die nicht in den Genuss des Militärdienstes in der NVA kamen. Wenn man Folgen abschätzt – und das gilt auch für Leser beim Bewerten von Informationen – ist es erlaubt, das Bekannte mit dem Neuen zu vergleichen und gegebenenfalls Parallelen zu ziehen. Wer Vieles kennt, kann Einiges vergleichen. Dafür sind Chroniken wichtige Lehrmaterialien. Die Zivilverteidigung soll dem Konzept nach bereit und in der Lage sein, auch militärisch oder terroristisch verursachte Schäden zu beseitigen. Mit deren Eintreten wird dem Konzept nach sehr stark gerechnet. DAS ist befremdlich. Der beste Friedenslehrer aber sollte „Die Geschichte“ sein. Kurz war auch schon von der Wiedereinführung der Wehrpflicht die Rede. Dies geschah durch den warnenden Hinweis: Leute, wir können auch anders, die Wehrpflicht ist nur AUSGESETZT, nicht ABGESCHAFFT. Es kann jederzeit wieder losgehen, und die Vorbereitungen laufen ab wie ein offenes Geheimnis. Das ist irgendwie unheimlich.

Das Flugblatt für den September enthält zwei Rezensionen, weil im Hinstorff-Verlag 2016 wieder zwei Ostseekrimis heraus kamen. „Die Sturmnacht von Bansin“ heißt der eine, der andere heißt „Vermisst in Graal – Müritz“. Baron von Feder hat gemeinsam mit einem Dichterkollegen aus Dassow gearbeitet. Jeder hat unabhängig voneinander das gleiche Thema mit ganz verschiedenen Worten bedichtet und nu kucken Sie mal, wie gereimte Meinungsvielfalt aussehen kann.

Das vollständige Flugblatt: Das Flugblatt 107-01-09-2016 neues Layout

Veröffentlicht unter Redaktionsmitteilungen | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

FOTO UND DOKUMENTATION:

Straßeneinladung
==============

Weimar, Geleitstrasse. Manchmal ist es auch eine Einladung, wenn einem ein Stuhl vor die Tür gestellt wird.

DSCN4079 DSCN4079

Veröffentlicht unter Foto und Dokumentation | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar