RTEDAKTIONSMITTEILUNGEN: Das Flugblatt für Dezember 2021 ist fertig

Liebe Leserinnen, liebe Leser, das Flugblatt für Dezember 2021 ist fertig. Im Vorwort haben Nickelbrille, Solotänzer und Miezerich Ihnen etwas zu sagen. Im Aproposia wurden wir durch einen Leser inspiriert, unsererseits die Leser zu bitten, ihre Lieblingslieder vorzustellen, um sie hier mit Text und Link auf ein Hörbeispiel darzustellen. Jut, wa?

Unsere Dezemberrezension versucht, ein Buch mit 24 Dystopien von Pessimisten in einen optimistiscchen ausblick umzuwandeln. Wer weiß, obs gelingt, aber eines scheint klar: Optimismus ist die kulturelle Überwindung des Pessimismus durch Denken.

Kulturell haben wir zwei Schwedinnen und zwei Schweden im Blatt, die derzeit genauso viel Furore machen wir zu den besten Zeiten ihrer Liveauftritte. Abba gern doch.

Baron von Feder sinniert darüber nach, wie es wäre, wenn er Wald-Feld-Wiesen-Journalist wäre, und sieht darin erstaunliche Vorteile für die Bewahrung von Schöpfung und Gesellschaft. In Onkel Jules Verneum wird darüber gesonnen, ob der Verzicht auf Papier nicht einfach bloß die Verlagerung eines Problems auf andere Ressourcen ist. Wie fast immer im Flugblatt endet das Sinnieren in einem deltaförmigen Wegweiser: Nicht einfach nur ein einziger Weg geradeaus, sondern mehrere Wege, die in einem Meer von Freiheit und Erleichterung münden. DONAUso ist das, jawoll.

Dem Monat Dezember und seiner Bedeutung im Jahreskreis versuchen wir dadurch gerecht zu werden, dass wir Advent und weihnachtliche Friedenswünsche wie ein wehende Band durch alle in dieser Ausgabe veröffentlichten Texte gewebt zu haben hoffen. (Räusper). Besonders die Fotos von Baskenmütze sind tragende Grundstimmung der Friedlichkeit.

Zwei Gedichte sind auch wieder im Blatt: Eines bezieht sich auf die schlaflosen Fragen eines Menschen an den Vollmond, der in sein Schlafzimmer scheint, und das andre an die Wurzeln des Seins, welche die seienden Pflanzen stören, wenn sie sich von den Wurzeln trennen. (Verzeihung, mit Heidegger hat das nix zu tun).

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen des Dezember-Flugblattes.

Hannes Nagel

Und hier kommt das Flugblatt:

Veröffentlicht unter Redaktionsmitteilungen | Verschlagwortet mit , , , | Kommentare deaktiviert für RTEDAKTIONSMITTEILUNGEN: Das Flugblatt für Dezember 2021 ist fertig

TAGESBEMERKUNGEN Donnerstag, 02.12.2021 “Die Barrikaden von Netto”

Der Getränkegang bei Netto war verschanzt. Sie hatten die Zugänge aus allen Richtungen hermetisch abgeriegelt. Die Beleuchtung war gedimmt. Es war Donnerstag, der 02.12.2021 und nicht Sonntag, der 13. August 1961. Aber die Käste standen wie eine Mauer quer im Gang. Stacheldraht gabs nicht. Gutshaus-Pils, Säfte und Selters waren unerreichbar fern. Am Anfang Absperrmassnahme verkündete ein Schild, dass man sich in dringenden Fällen ans Personal wenden kann. Also wenn man Saft, Selter oder ein Gutshauspils für den Gutsherrn in sich wünschte. Das Schild hatten sie später durchgestrichen. “Es besteht Einsturzgefahr”, erklärte ein junger Mann von Netto, der aussieht, wie der korpulente Bruder seines Kollegen, der auch bei Netto tätig ist.

Die Gefahr ging von einem Wasserschaden zwischen Deckenverkleidung und oberer Dachkonstruktion aus. Dort verlaufen Rohre. Auf dem Fußboden von Netto waren noch Platzpfützen zu sehen.

Immerhin hatten sie ein Minimum an Getränkeversorgung in den Süßwarengang evakuiert. Das passt ja auch: Bei süßem oder salzigen Knabberkram bekommt man ja zuweilen noch mehr Durst als ohnehin schon. Es gab eigentlich nur den Nachteil, dass die teuren Biersorten erreichbar waren und das billige nicht. Stattdessen aber das Alkoholfreie, von dem bis dahin nicht einmal bekannt war, dass es bei Netto im Sortiment ist.

Weitere Sicherungsmaßnahmen war zum Wahrnehmungszeitraum nicht eingeleitet. Experten Personen, die beruflich mit Baukonstruktionen auch im bauausführenden Handwerksbereich zu tun haben meinten jedoch, die Decke könne auch komplett herunterfallen. Die Annahme, sie würde sich bei Loslösung auf den vorgesehenen Absperrbereich beschränken, erscheint wenig plausibel. Wenn es solches aber dennoch tut, dann hätte die Baukonstruktion vorbildlich mitgedacht. Das hätte man ihr nicht ohne Weiteres zugetraut.

Veröffentlicht unter Tagesbemerkungen | Verschlagwortet mit , , , | Kommentare deaktiviert für TAGESBEMERKUNGEN Donnerstag, 02.12.2021 “Die Barrikaden von Netto”

Baron von Feder: “Zeitrisse”

Zeitrisse

Die Zeit ist mir zerrissen
Löcher sind darin
Verschwunden ist das Wissen
Verschwunden ist der Sinn

Der Sinn war wie ein Spanngrad
der Drähten Straffheit lieh
Wer zupfend an ihn ran trat
dem Klang ne Melodie

Das war das Lied des Lebens
das trotz Erniedrigung
trotz seelischen Erbebens
Stets einen Sinn-Kern trug

Ein jeder Mensch gewinne
seine Würde sich zurück
Dann stärken wieder Sinne
zerstörtes Seelenglück
Veröffentlicht unter Baron von Feder | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentare deaktiviert für Baron von Feder: “Zeitrisse”

TAGESBEMERKUNGEN: Mehr als 100 Leute warten im Kalten auf Impfung

Wenn es 13 schlagen würde, sollte das Impfzentrum im Neustrelitzer Landeszentrum für Erneuerbare Energien öffnen. Wer um 12.Uhr 44 kam, konnte sich in einer Schlange von ca 80 Leuten einreihen. Alle zwei Minuten wuchs die Schlange mal um zwei, mal um drei Personen. Wann also war die Zahl von 100 wartenden Patienten erreicht?

Punkt 13 Uhr ging die Tür auf. Jeweils 4 Personen wurden reingelassen. Man kam also etwa mit einer Geschwindigkeit von zehn Schritten pro Minute voran. Die Kälte blieb zwar konstant, wirkte aber zunehmend, weil sich die Körper auskühlten. Teils waren die Witze der Wartenden grimmig. Einer der Witze hat mit Span und Spänen zu tun, weil zum Landzentrum die Bioheizanlage gehört, die mit gespahnten Holzabfällen arbeitet, zumeist aus dem Holz der Silberpappel.

Auf einem dreiblättrigen Fragebogen mussten Angaben ausgefüllt werden: Name, Telefon, E-mail, welchen Impfstoff man bisher hatte, ob man Blutverdünner nimmt, Allergien hat oder Ressentiments gegen Aufklärung und den Impfakt selbst. Eine Frage hieß: Wurden Sie bereits einaml geeimpft? Sagt man ja, wurde aber bereits zweimal geeimpft, wäre die Antwort falsch. Sagt man nein, würde sie als “Impfzahl Null” mißverstanden. Man musste als schreiben: Weder ja noch nein, aber zweimal.

Nach zwei Stunden und 45 Minuten kam man aus der Kälte und der Warteschlange heraus und dürfte in einem Wartestuhlkreis SITZEN. Nach Stunden des Stehens eine leichte Annehmlichkeit. Im Behandlungszimmer ging alles sehr schnell. So schnell, das der Impfer seinen Namen nicht nennen konnte. Die bereits dreimal gemachten Angaben aus dem Fragebogen wurden noch einmal mündlich abgefragt.

Im Raum stand ein Tisch mit Getränken und Keksen, Auf Nachfrage hieß es, sie seinen nur für das Impfpersonal vorgesehen. Für Patienten gab es am Ausgang einen Glaskrug mit Wasser.

Nach Zwei Stunden und 50 Minuten war alles überstanden, aber die Schlange hatte an Länge dem Augenschein nach nichts eingebüßt.

Veröffentlicht unter Tagesbemerkungen | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentare deaktiviert für TAGESBEMERKUNGEN: Mehr als 100 Leute warten im Kalten auf Impfung

FEUILLETON-REZENSION: Macht und Wort

FEUILLETON-REZENSION

Buchtitel: Macht und Wort
Autor(en) Hans Jürgen Kugler, Rene Moreau (hrsg.)
Verlag: Hirnkost-Verlag
Name des Rezensenten: Hannes Nagel

„24 Pessimisten überbieten sich in Dystopien“

Man hätte gewarnt sein können. Die Erwartung eines kulturphilosophischen Fachbuches über Macht und Sprache sowie über die Macht der Sprache bei zunehmender sprachlicher Manipulation der Sprache im Interesser von Mächtigen erfüllt „Macht und Wort“ nicht. Aber das Buch Macht und Wort ist eine weitere Anthologie von Erzählungen aus den Hirnen von Autoren des Hirnkost-Verlages, die schon einmal versucht haben, durch den Nebel des Zeitgeschehens in die dahinter entstehende Zukunft zu blicken. Die erste Anthologie war der Versuch, das bis dato unerklärte Phänomen Corona zu erklären und bereits aus Vermutungen Aussagen über das Wesen der Lage ableiten zu können. Heraus kam vor zwei Jahren die Gewissheit, Corona stelle den Beginn einer Zeitenwende dar. Ein Jahr später sind Maßnahmen alltäglich geworden, die ihrerseits Fakten darstellen und daher rückblickend als Fakten benannt werden können, zum Beispiel Maskenpflicht und Impfen. Die sprachliche Beschreibung der Fakten weist wie immer auf die uralten Zusammenhänge zwischen Macht und sprachlicher Dressur der Machtlosen durch die Mächtigen hin. Für jetzt und immer und von Ewigkeit zu Ewigkeit? Et nunc et semper et in saecula saeculorum?
Zum Teil macht die neuerliche Sammlung von Erzählungen genau wieder diesen Eindruck. 24 Pessimisten blicken düster in die Zukunft. Sie sehen ein Ministerium für Synchronisation und Ordnung, welches erlaubte, geduldete und verbotene Formulierungen mittels künstlicher Intelligenz in die Köpfe von Sprachbenutzern pflanzt, Dadurch soll nur Erlaubtes gesagt werden und Vergangenes rückwirkend stillschweigend korrigiert werden. Und dabei ist die erste Geschichte noch beinahe lustig, weil der Tonfall so schnoddrig ist wie in dem Krimi „Das verbotene Zimmer“ von Fred Unger, schon verdammt lang her.
Für eine Steigerung der Finsternisleistung der wetteifernden Autoren spricht die Erzählung mit den „Sprachkorrektiven“ auf Seite 44. („Scissors 4.0“) Scissor wie Schere, Schere im Kopf, willig beflissener eilfertiger Diener des Zensors, nützlicher Idiot, ohne den keine Zensur funktioniert, wie jede Macht nur durch Mit-Machen funktioniert. Sonst gäbe es ja Freiheit. Wo kommt man denn da hin, mit Freiheit. Nicht auszudenken sowas.1 In dieser Erzählung taucht der Begriff „Betreutes Denken“ auf. Hilfreiche Tutoren halten Adepten auf Linie. Da rufen die Schatten der Vergangenheit aus dem Körbchen, in das sie erst kürzlich huschten: „Anleitung der Nomenklaturkader“, „Handelspolitische Schulung“, „psychologische Schulung für Sachgebietsleiter“. Dazu passt die Erzählung „Die Machtvollen“. Die Mächtigen haben immer die gleichen Werkzeuge, um Störungen an ihrer Macht zu reparieren. Da sind aber die Ohnmächtigen beträchtlich mitschuldig. Denn viele von ihnen fühlen einen wohlig-gruseligen Schauer, wenn die Macht agiert, aber man selbst nur Zuschauer ist. Die Macht muss also große sein, damit die Angst sich bestätigt fühlen kann. („Was haben Sie denn? Mit uns kann man doch über alles Reden?“ – Man kann über alles reden, nur nicht über andere Menschen. Denn der größte Schuft im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant)

Auf Seite 29 findet man dann noch einen Satz, der als mögliche Auswirkung der Sprachkontrolle auf die Bildung und Kultur gelten könnte:

„Das Reden hatten ihm seine Eltern gelernt“

Das muss man selbst im Falle eines zufälligen Druckfehlers gelten lassen. So ein Satz entlarvt alles, selbst wenn es eine „Kollateralentlarvung“ ist. Denn wenn Grammatik Sprachkunst ist und Kunst Kultur, dann ist Gendern eine Sprache von Banausen und Social Media nur ein Slangamisieren der dazugehörigen Gruppen, aber Sprachgefühl und Eleganz sollen weiterhin Bildungsausdruck bleiben. Denn auch Optimismus ist zum Teil die kulturelle Überwindung des Pessimismus.


1 Haben Sie die kunstvolle Satirefertigkeit in der Passage über Macht, Zensur und Scheren bemerkt? Wenn nicht, schauen Sie bitte noch mal, die Passage ist es wert.

Veröffentlicht unter Feuilleton-Rezension | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Kommentare deaktiviert für FEUILLETON-REZENSION: Macht und Wort

BARON VON FEDER: “Vollmond”

„Vollmond“

Der Vollmond kuckt übern Dachfirst hervor
und beschaut sich die sittliche Lage
und manchmal linst jemand zu ihm empor
der hat an den Vollmond ne Frage:

„Lieber Mond Du hast gesehn
in Deinen vollen Stadien
das Maß von jeglichem Geschehn
die Weite und die Radien

Du weißt , was welche Kreise zog
und weißt auch, was egal ist.
Wenn Dich noch nie Dein Scharfsinn trog,
Sag, ob Du Dir dann klar bist

das eine völlig neue Zeit
sogar für Dich grad anbricht?“
„Mich gibts zwar schon ne Ewigkeit,
Doch Neues gibts doch gar nicht.“ 

So sprach der Mond und lächelt mild.
Der Mensch würd gerne pennen
jedoch sein Herz pocht laut und wild
es will die Zeit erkennen.
Veröffentlicht unter Baron von Feder | Kommentare deaktiviert für BARON VON FEDER: “Vollmond”

REDAKTIONSMTTEILUNGEN – Neues aus dem Downloadbereich

Das Jahr 2021 neigt sich dem Ende hingegen – das Flugblatt noch nicht. Es möchte noch viele Jahre weiter flattern, “um Zeugnis abzulegen” über die Dinge. die die Autoren interessant finden und nach ihrer Ansicht ein “Protokoll der Zeitaussagen” sind. Die Gesamtdatei des Jahrgangs 2021 ist mit 50 MB zu groß, um sie als ganzes im Downloadbereich zu veröffentlichen. Daher teilen wir das Gesamtpaket in handliche 10-MB große Stücke und hoffen, der Server nimmt die Pakete “ohne Mullen und Knullen” an. (Wir vermuten, unser Server hat Kontakte nach China, weil China das einzige Land ist neben Nordkorea, das sich noch nie auf unserer Webseite getummelt hat. Das MUSS ja einen Grund haben. Und wer noch nie zu sehen war, der will sich nur verbergen, wie ein derzeit gängiges Logikprinzip belegt. Sonst machen wir die Pakete eben nochn Stückel kleiner. Insgesamt fehlt ja nur noch die Dezemberausgabe. Weihnachten. Ob man da Ruhe und Seelenfrieden findet? Schön wärs jedenfalls. Achs, die Auflistung hab ich jetzt umgedreht. von 2015 zählt die Zeit abwärts bis 2020. ab jetzt von 2021 von unten nach oben, so dass das Neueste immer oben steht. Ich hoffe, die Texte lassen sich einfacher finden Der Downloadzähler sagt mir, dass Sie, liebe Leserinnen und liebe Leser, recht rege Gebrauch machten vom Angebot der Jahrbücher. Danke sehr, und bei uns bleibt alles so kostenfrei wie bisher. “Die Ewigkeit ist konstant. Es ändert sich nur die Erfahrung, aber nicht die Länge”. Hab ich mal irgendwo gelesen. Ich weiß bloss nicht mehr, wo ich das gelesen habe. Na egal, vielleicht fällt es mir irgendwann wieder ein. Manchmal dauert es halt etwas länger, bis eine Erinnerung zurück gekommen sein wird. (Grammatik ist Sprachkunst. Ich finde, das ist ein sehr hübscher Gedanke).

Bleiben Sie fröhlich im Herzen. Demnächst kommen hier auch die Links zum Runterladen der PDFs.

Beste Grüße

Hannes Nagel

Veröffentlicht unter Redaktionsmitteilungen | Kommentare deaktiviert für REDAKTIONSMTTEILUNGEN – Neues aus dem Downloadbereich

BARON VON FEDER: “Als Feld-Wald-Wiesen-Journalist”

BARON VON FEDER

„Als Feld-Wald-und- Wiesen-Journalist“

Was passiert mit dem Allgemeinwissen, wenn sich alles Wissen spezialiert? Und was bedeutet dann noch Allgemeinbildung?

Als Feld-Wald-Wiesen-Journalist würde es mir gut gehen. Der behördlich strukturierte Unsinn wäre meine einzige Reibefläche, und ich könnte sozialdiagnostisch dokumentieren, welcher Flötenspieler welche Interessenflöte spielt und wer wie weiland in dem Märchen vom „Rattenfänger von Hameln“ welchem Flöter hinter her läuft. In Social-Media-Kreisen werden von den Flötentönen zum nachlaufen betörten Leute „Follower“ genannt. Die Verführer heißen Influencer. Am Anfang der Internets gab es eine Einteilung zwischen Meinungsmachermedien und Multiplikatoren. Das war im Prinzip das Gleiche: Meinungsmacher sorgten für Einfluss; Multiplikatoren für Verbreitung. Selbst aus Aufklärungsmedien sind jetzt Einflußnehmermedien geworden. Kampagnenjournalismus leitet aus der Erwähnung der Lobby-Tätigkeit die Notwendigkeit der Leser zum Handeln ab. Der Einfachheit halber reicht als Handlung die Zahlung einer Spende. Angebote zur Unterstützung von Kampagnen mit Wissen, Zusammenhängen und Dokumentationen werden regelmäßig mit dem Verweis auf das Spendenkonto beantwortet.
Als Feld-Wald-Wiesen-Journalist würde ich für die Bewohner von Feld-Wald-Wiesen schreiben. Und für die, die mit ihnen sympathisieren. Die Zeitung wäre dann Nachrichtentisch, auf dem jeder Bewohner von Feld-Wald-Wiese sich jedem anderen Bewohner von Feld-Wald-Wiese mitteilen kann. Die Grundlage der Mitteilungen wäre das Wissen oder die Fragen Lücken schließenden Antworten. Lücken schließende Antworten werden manchmal auch AHA-Effekt genannt. Symbolisch werden AHA-Effekte als aufgehendes Licht über einem zum Fragezeichen geformten denkenden Haupt dargestellt. Nur wer mit dem Kopf tief im Hintern des Vorgesetzten streckt, dem geht kein Licht mehr auf. Allgemeine Bildung kommt aber aus allgemein zugänglichen und vergleichbaren Erfahrungen. Aus den Hinterteilen von Vorgesetzten wurde solches noch nie berichtet. Als Pi mal Daumen-Regel möge gelten: Was ohne langjähriges Studium und erheblichem experimentell-technischen Aufwand nachvollziehbar ist, kann summarisch zum Allgemeinwissen werden. Vorgefertigtes Wissen ist wie ein Aufwärmgericht der Lebensmittelindustrie. Man sieht zwar noch Kartoffeln, aber kann sie nicht mehr selber anbauen, ernten, schälen, zubereiten. Und wenn mal eine Situation auftritt, wo es darauf ankommt, auf, an und mit Feld-Wald-Wiese sowie Fluss, See und Meer zu leben, ohne dass jemand sein Leben lassen muss, dann weiß keiner mehr, wie es geht.
Und um dies zu bewahren, möchte ich journalistisch als Feld-Wald-Wiesen-Dokumentarist Wissen verbreiten und zur Verfügung stellen. Trotz aller Hindernisse.

Veröffentlicht unter Baron von Feder | Verschlagwortet mit , , , | Kommentare deaktiviert für BARON VON FEDER: “Als Feld-Wald-Wiesen-Journalist”

Mein Lieber Scholli: Scholli, Mond und Wölfe

MEIN LIEBER SCHOLLI

von Monsieur Miezerich

“Mein lieber Scholli“ (2)

Scholli, Mond und Wölfe

Katzen haben sieben Leben. Aber wir gehen auch sorgfältig damit um. Länger als wir Katzen auf der Erde gibt es den Mond am Himmel. Monat für Monat sieht er aus, als schaue er in erhabener Ruhe auf das irdische Geschehen herunter. Der Mond ist die Heimat von dem Mann im Mond. Der Mann im Mond hat noch nie eine Katze gekrault oder ihr ein Tellerchen Futter serviert. Wölfe jaulen in manchen Nächten sehnsuchtsvoll zu ihm herauf. Uns schauderts. Nichts gegen Wölfe, aber wir sind ja nur Katzen, und man kann ja nie wissen, nicht wahr? Ich sag nur „Hunde“. Jedenfalls hat der Mond Katzen, Menschen und eben auch Wölfe gesehen, aber keiner von uns den Mann im Mond, obwohl wir alle hartnäckig wissen, es muss den Mann im Mond geben. Wölfe jaulen den Mond an, uns Katzen schauderts, und Ihr Menschen fangt in Vollmondphasen manchmal an durchzudrehen. Und dann kommen Dinge bei raus, wa, Scholli, kannste ein Lied von singen, wenn Du singen kannst. Du kannst doch singen, oder? Komm, Scholli, „Wann wir schreiten Seit an Seit“… Nee, willste nicht? Na gut, dann lassen wir das. Oder „Brüder, zur Sonne zur Freiheit“? Nee, ooch nich? Son Schiet aber ok. Na wat solls. „Chacun a sonst gout“, wie Olle Fritz gesagt hätte. Das ist französisch, wegen fein. Aber sag mal, Scholli, hast Du dir das gut überlegt mit Deinem neuen Mäusehüter? Glaubste wirklich, einer könnte die Härten des Andern Lindnern? Südlich von Deutschland wünscht man sich den Lindner als Amtskollegen. Dreiste Einmischung, aber den Mond regt das nicht auf. Der hat das alles schon mal gesehn. Is ja letztendlich egal. Uns Katzen ihre ägyptischen Wesensgenosssen aus pharaonischen Zeiten hätten gesagt: Egal, welcher, es wird: Man könnte genauso gut in einen Korb mit Schlangen greifen und soll auf Anhieb die einzige schnappen, die nicht giftig ist. Saach mal, Scholli, hattet Ihr nich schon mal einen Kanzler, der mit „ruhiger Hand“ den Armen den Hals zudrehen wollte oder so? Wie war denn das damals, auch was mit rot und grün, wa? Kannst Du Dich da noch erinnern? Achso, nee, geht ja nich.

Alles Gute, Scholli. Und vergiss nicht das Volk und nicht die Katzen. Wir alle brauchen Mäuse.

Veröffentlicht unter Mein lieber Scholli | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentare deaktiviert für Mein Lieber Scholli: Scholli, Mond und Wölfe

Baron von Feder: Die Wurzeln

Wir haben uns von unsern Wurzeln entfernt
als würden wir uns ihrer schämen.
Wir haben Bildungs-Ersatz uns erlernt
und sind nun der Quell von Problemen.

Wir sehen die Klippen und wolln freie Fahrt
wir denken, unter Vollzeug zu segeln,
das bündelt im Schiff alle Kräfte parat,
und der Wunsch wird die Wirklichkeit regeln.

Ein guter Fürst lauscht Berater und Hofnarr.
Ein Kapteen Offizieren und Mannschaft.
Ohne die Stimmen der Laien war
ein Plan stets nur Traum einer Landschaft 
Veröffentlicht unter Baron von Feder | Kommentare deaktiviert für Baron von Feder: Die Wurzeln