Apropos: Seidenhemden über Wohlstandsbäuchen

Montag 07. März 2011

Autor: Hannes Nagel

Apropos Seidenhemden über Wohlstandsbäuchen

Es ist gerecht und ein Gebot der Stunde, mit einer Neuauflage der Idee der Nansen-Pässe Flüchtlinge nach Europa zu holen weil das nordafrikanische Regimedomino mit dem libyschen Krieg die Kehle zuschnürt.

Volltext: Apropos Seidenhemden über Wohlstandsbäuchen

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Ida L. fragt wegen Guttenberg

Wie ist das eigentlich mit dem Buch der Geschichte: taucht Guttenberg dort im Literaturverzeichnis auf? Oder wenigstens als Fußnote? Ist die Lehre daraus, dass alle Abgeordneten auf Dr-Graduiertheit „gegauckt“ werden müssen?

Ihre Ida L. aus M. am A (kein Frühling hier, immer noch saukalt)

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Das Flugblatt Nummer 17 vom 1.März 2011 ist da

Hannes Nagel

„Das Flugblatt“ Nummer 17 ist da und kann von jededem von Euch gelesen werden.

Ich hätte gerne eine Spende von 50 Cent pro Download

Download: Flugblatt Nummer 17 Nr 1- März 2011

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Himmelarsch: Sie hat es falsch verstanden

Freitag 25. Februar 2011

Autor: Hannes Nagel

Himmelarsch: Sie hat es falsch verstanden

Das Flugblatt“ bat die Regierung am 14. Februar, entweder selbst Rettungsschiffe zu den nordafrikanischen Flüchtlingen zu schicken, um sie nach Europa zu bringen, damit sie wieder zu Kräften und Lebensmut kommen. „Das Flugblatt“ bat ferner um die nötigen Informationen, wie es denn möglich werden könnte, wenigstens ein Schiff selbst zu chartern und zu helfen, eventuell unter Benutzung der übrig gebliebenen Euronen aus dem Bankenrettungsfond.

Es kam keine Antwort. Aber am 24 und 25 Februar trudelten Agenturmeldungen ein, die zunächst wie eine aktive Antwort aussahen, also eine Antwort durch die Tat. Es hieß, drei deutsche Schiffe seien unterwegs nach Malta, von wo aus sie nach Libyen sollen.

Aber nicht um Flüchtlinge zu retten, sondern lediglich lebenswerte deutsche und europäische Staatsbürger. Sind da so viele, dass auf den Schiffen kein Platz mehr ist für die Armen? Kann man sie nicht wenigstens genauso behandeln wie die Touristen und meinetwegen auch Geschäftsleute, die wieder heim nach Europa geholt werden sollen? Einen Grund, zwischen Flüchtlingen und Europäern zu unterscheiden, gibt es nicht.

Berlin hat keine Ohren zum zuhören und keinen Verstand zwischen den Ohren, um zu begreifen.

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Ida L. aus M. am A. schrieb:

Ida L. aus M. am A. Zur Hartz-Vier-Verarschung

Hinterm Komma doktern ist unehrlich

Herzlose Menschen haben beschlossen, dass den Hartz-Vier-Opfern jetzt statt 5 Euro 8 euro im Monat mehr zustehen. Die zusätzlichen drei gibt es aber erst ab 2012, wseil es eine große wirtschaftliche Bürde ist, sie schon jetzt aufzubringen. Sinnvolle Erhöhungen Entschädigung für den Ausschluss aus der Gesellschaft fangen vor dem Komma an. Hinten zu ndoktern ist unehrlich. Oder, wie neulich bei einer Pressekonferenz angemerkt wurde, eine Verarschung.

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Glosse: Facharzt Dr. Krankenkasse



Sonntag, 20. Februar 2011

Autor: Hannes Nagel

Glosse: Facharzt Dr. Krankenkasse

Neulich zeigten Arzt und Krankenkasse einem Patienten die desolate Trostlosigkeit der Gesundheitsreform auf. Der Patient wandte sich an den Arzt wegen Wassereinlagerungen im Gewebe. Der Arzt sagte, Medikamente hülfen hier nicht, es sei Sport empfehlenswert. Die einzige Sportart, die half, war Schwimmen, aber Schwimmen ist im Winter und bei schlechtem Wetter teuer, wenn man es nicht in der Natur machen kann, sondern auf Schwimmhallen angewiesen ist. Und im Februar ist noch Winter. Patient an Krankenkasse, wie es denn aussieht, mit den Kosten. Kasse: Arzt muss eine Verordnung ausstellen, dann zahlen wir. Arzt: Verordnung? Na moment mal. Erst mal mit Kasse telefonieren. Arzt und Kasse telefonieren. Dann bekommt Patient Brief von Arzt:

Eine ärztliche Bescheinigung können Ihnen leider nicht ausstellen. Sollten Sie unter starker Luftnot leiden, wegen der Wassereinlagerungen, müssen Sie mit Medikamenten behandelt werden“

Was der Arzt zuvor aber aus medizinischer Sich für falsch hielt. Aus Krankenkassensicht ist das Falsche das Angemessene.

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Rezension „Ein Garten am Meer“

Mittwoch, 23.Februar 2011

Rezension Ein Garten am Meer

Hannes Nagel

Vertreibung im Namen des Tourismus

Am Anfang des Romans „Ein Garten am Meer“ steht eine 60jährige Lehrerin im Regen. Sie trug, als sie jung war, den Spitznamen „Eichhörnchen“. Das hatte nichts mit ihrer jugendlichen Vorliebe für Nüsse zu tun, sondern mit ihrer Fähigkeit, auf fast jeden Baum klettern zu können.

Derartig originell werden auch die anderen Figuren der literarischen Handlung von den Lesern wahrgenommen. Es sind wohltuend kurze Kapitel, dahin erzählt wie ein lauer Frühlingswind. Die Bibliothekarin zum Beispiel empfindet „geschriebene Wörter als Dompteure, die die Raubkatzen des Alltags mit ihrer drohenden Peitsche im Schach halten“. Aber dann kommt die Tratschtante des Dorfes, bei der der Geist so leer ist wie das Portemonnaie voll, und die berichtet Unheilvolles: Ein Immobilienfuzzi ist am Wirken, der zahlt Höchstpreise und kauft alles auf. Die bisherigen Eigentümer von Grundstücken und Häusern müssen dann ihr schönes Küstenpraradies in der Bretagne, also Frankreich, verlassen – bloss weil mal wieder jemand das Geld für sich denken lässt. Wenn einer sein Haus verkaufen will oder muss, dann fühlen sich die Nachbarn betroffen. Am liebsten würden sie mit entscheiden, wer das Haus erwirbt, weil der ja dann der neue Nachbar sein wird, auf unabsehbar lange Zeit. Folgerichtig trifft sich das Dorf beim Bürgermeister, der wiederum voll in die Pläne der Immobilienfuzzi involviert ist, und nun wird der Roman eine Satire: Die Stühle reichen nicht für alle, darum werden noch ein paar Klappstühle aus einem Lagerraum geholt und „wie für die Vorstellung eines Amateurtheaters im Halbkreis aufgestgellt“. Der Bürgermeister als Impressario des Amateurtheaters hält nun die überall gleiche Rede von der wirtschschaftlichen Entwicklung im Allgemeinen und dem Wachstum der Gemeinde, wobei ja auch die neuen Arbeitsplätze nicht vergessen werden dürfen – bis dahin ist noch kein einziges Wort darüber gefallen, was die Fuzzies denn nun eigentlich wollen und was für Arbeitsplätze entstehen sollen. Und dann ist es ausgerechnet ein Deutscher, der gegen die Grundstücksschieberei die Resistance ansagt. Eigentlich besitzt er nur eine Wiese mit Geräteschuppen, aber er kündigt an, den Schuppen bewohnbar machen zu wollen. Er hat offenbar ostpreussische Wurzeln, denn er erinnert sich an Flucht und Vertreibung. Die Erinnerung überträgt er als Parallele auf die geplante Vertreibung der Bewohner zugunsten eines Freizeitparkes. Es ist wohl so: Alles, was geschieht, ist immer das Gleiche, nur das Aussehen der Geschehnisse ändert sich. (Dann ist „Geschichte“ so etwas wie eine retrospektive Modenschau). Und dann geht es los. Hier der Wunsch nach Freiheit, dort die Einhaltung der Gesetze, eine Konstellation wie bei Götz von Berlichingen. Sinngemäss steht da auf einer Seite der Wunsch nach Freiheit, auf der anderen die Unantastbarkeit der Gesetze. Auch wenn deren Unantastbarkeit bedeutet, dass die Freiheit der Bewohner antastbar ist. Wie mit der Menschenwürde, nicha? Fühlen Sie sich auch gleich dran erinnert.

Ein Garten am Meer“, Roman, Hoffmann und Campe (www.hoca.de), Hamburg 2011

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So ein Schiet – Atomklo im Urlaubsgebiet

Quergedachtes

Hannes Nagel

Dienstag, 15. Februar 2011

So ein Schiet – Atomklo im Urlaubsgebiet

Mittwoch, 15. Februar. Viel Polizei ist unterwegs. Sie lachen und sehen entspannt aus wie auf einem Betriebsausflug. Aber es ist kein Betriebsausflug. Denn es fährt ein Castor nach Lubmin, weil sie ihn im Wendland nicht mehr haben wollen.

Volltext: So ein schiet – Atomklo im Urlaubsgebiet

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Apropos offener Brief an Frau Merkel

Montag 14. Februar 2011

Autor: Hannes Nagel

Apropos Flüchtlingshilfe -offener Brief an Frau Merkel et.al

Sehr geehrte Frau Merkel, die europäische Politikschickeria formt mit ihren Wohlstandsbäuchen einen riesigen Abwehrschild („Mittelmeerwall“) anstatt zu tun was „Das Flugblatt“ in aller Demut vorgeschlagen hat, nämlich einfach mal menschliche Größe zu zeigen und Hilfsschiffe nach Tunesien zu schicken, um den Flüchtlingen JETZT zu helfen, weil die keine Zeit haben, auf De Maizierdemokratische Ordnungsstrukturen in ihren Herkunftsländern zu warten. Hauptsache, die Wohlstandswänste haben genug Seidenhemden, sich standesgemäß darin zu kleiden.

Ich möchte Sie höflichst bitten, mir bis zum 20 Februar – das ist der Welttag der sozialen Gerechtigkeit – die formalbürokratischen Voraussetzungen zu nennen, wie man wenigstens ein Hilfsschiff chartern kann, um den Menschen zu helfen? Könnten Sie, falls von den Bankenfonds noch etwas übrig ist, dieses Vorhaben schnell und unbürokratisch unterstützen?

Mit bestem Dank warte ich gespannt auf Ihre Antwort

Hannes Nagel

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Glosse: Rettungsschiffe nach Nordafrika

Glosse

Hannes Nagel

Montag, 14. Februar 2011

Rettungsschiffe nach Nordafrika

Revolte in Ägypten, Revolte in Tunesien. Unruhig ist es auch bei den anderen Südküstenanrainern des Mittelmeeres. Wenn der ganze nordafrikanische Küstenstreifen brennt, hat das vor allem für eine Seite Folgen: Die Flüchtlinge aus Nordafrika

Volltext: Rettungssschiffe nach Nordafrika

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