Bewegungsmelder: Überall regt sich Bildung und Streben

BEWEGUNSMELDER

 Überall regt sich Bildung und Streben“

 Vor Kurzem wunderte sich in einem Zeitungsartikel ein Sozialhistoriker über den geringen Widerstand der Gesellschaft gegen Hartz Vier, Sozialabbau, Agenda 2010 und die Politik von Angela Merkel, die alternativlos ist, weil sie derzeit eine historische Mission erfüllt. Der Mann hat Recht: es regt sich zu wenig Widerstand. Aber er irrt auch: Denn der Widerstand ist in den letzten 5 Jahren beträchtlich gewachsen. Auch WIR hatten unsern 5-Jahr-Plan.

Überall regt sich Bildung, regt sich Streben. (Goethe, Osterspaziergang). Menschen, die vor Jahren noch fatalistisch sagten: „Wir können nichts ändern“ beginnen, Fragen zu stellen. Unter der Deck regt sich das Denken. Wo sich das Denken regt, regt sich das Streben. Das Streben ist die Besinnung darauf, dass Menschen Fähigkeiten haben. Das Prinzip „Fordern und Fördern“ der Hartz-Vier-Politik sollte diese Regung eigentlich unterdrücken und nie mehr aufkommen lassen. Aber die Forderungen wurden höher und die Förderungen kleiner. Da ersannen die Menschen aus eigener Kraft Mittel, um sich zu fördern. Sie begannen, unterschiedliche Fähigkeiten miteinander zu tauschen. Seit die Fähigkeiten und Möglichkeiten zum Haare schneiden, Nähen, Behördenschreibkram erledigen oder notwendige Fahrten wie Amtsbesuche und wichtige Fahrten wie Urlaub einander gegenseitig zur Nutzung angeboten werden, muss weniger vom Hartz-Vier-Almosen dafür aufgewendet werden. Wenn dieses Gemeinnützigkeitshandeln umfassend genug ist, werden die ARGEN auf Kernkompetenzen zurück gestuft, nämlich Wohngeld zu zahlen und Krankenkassenbeiträge zu übernehmen. Sie wollen es ja, sonst würden sie sich nicht schon jetzt um das Fördern drücken. Die Kosten für Krankenkasse und Wohnen bleiben wohl aber trotz allen Denkens noch auf lange Sicht eine hohe Barriere vor dem Ziel sozialer Gerechtigkeit.

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