Ida L. aus M. a. A. und der Gensek von den Liberalen

Sonntag, 15. Mai 2011

Autor: Ida Lobenstein

Hallo, hier ist Ida Lobenstein. Ich hab gerade nachgelesen, was der FDP-Gensek Linder von sich gegeben hat. Ich darf mal: „den bürokratisch verholzten Wohlfahrtstaat disziplinieren“, Sozialausgabe auf das nötigste reduzieren“, „nicht aufdiktieren lassen, worüber gesprochen wird“, „Es soll sich niemand in der FDP täuschen: Unsere Kraft ist ungebrochen“ – das alles kam dem GenSek aus dem Munde. Also ich weiß nicht: Sozialausgaben reduzieren auf das „allernötigste“, wo es doch jetzt schon fast gar nichts mehr ist – da kann man bloss sagen: Wenn das das FDP-Programm ist, dann klingt die ganze FDP wie eine Hitlerrrede vor 33.

PS: Zum Vergleich: Wir hatten hier den Beitrag „Die Drohung ist verklausuliert“. Ich glaub fast, Idas Ahnung trügt sie nicht

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Rezension: „Matthias Claudius“

Freitag, 13. Mai 2011

Rezension „Matthias Claudius“

Hannes Nagel

Denken – Schreiben – Weitergeben

Vielleicht soll man gar nicht versuchen, aus Büchern etwas zu lernen. Vielleicht soll man sie eher als Vergleichsmaß einsetzen. Vielleicht kennt alles Geschriebene die Unsicherheit, nicht zu wissen, was die Nachwelt liest, bewahrt oder als Handlungsmaxime benutzt – ob bewusst oder unbewusst.

 

Von Matthias Claudius zum Beispiel sind die Liedzeilen bewahrt: „Der Mond ist aufgegangen, die goldenen Sternlein prangen, am Himmel hell und klar …“.Annelen Kranefuss hat mit einer 320 Seiten langen Biographie bewiesen, dass Claudius erstens als Schriftsteller und Journalist etwas mehr als nur das eine Lied hinterlassen hat und das es ein interessantes Vergleichsvergnügen ist, sich mit Biographien anderer Menschen zu befassen. Umso mehr, wenn sie Berufskollegen sind. Das trifft sowohl auf die Autorin als auch auf den biographierten Herrn zu. Vielleicht sollte für Biographien Folgendes gelten: Erstens: Der Mensch, um den es geht, soll mindestens solange tot sein, wie er gelebt hat, bevor jemand seine Biographie veröffentlicht. Zweitens: Biographien sollen Zeitgeist, Moden, Alltagsabläufe der Zeit darstellen, in der der Biographierte gelebt hat, und dann erst dessen eigene Beiträge zu seiner Zeit, welches die Spuren sind, die einer hinterlässt. Diesem Ideal entspricht die Biographie, die Annelen Kranefuss verfasst hat, sehr gut. Den zweiten Grundsatz der Anforderungen an eine gute Biographie hat sie dadurch gelöst, dass sie ihrem Buch ein Verzeichnis von Lebensdaten und ein Verzeichnis der Zeitgenossen beigefügt hat. Das klingt wie Name-Dropping, ist es aber nicht. Es ist eher ein Vergleichsverzeichnis. Denn, mal Hand aufs Herz: Wenn Sie eine Biographie lesen, und das steht, was einer im Jahr X getan hat, oder was ihm da passiert ist, wollen Sie da nicht auch wissen, wie alt der Biographierte da war? Auch wenn es nur darum geht, vergleichen zu können? Zum Beispiel: In welchem Alter hat der Biographierte zum ersten Mal was publiziert? Und was haben Sie in diesem Alter getan? Vielleicht ist der Vergleich von Lebensmöglichkeiten der tiefe Sinn von Biographien; vielleicht ändert sich mit dem Vergleich unbewusst schon die eigene Lebensführung?

(Annelen Kranefuss, „Matthias Claudius. Eine Biographie

Hofmann und Campe, Hamburg 2011

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Das Flugblatt Nummer 22 ist da

Die Olle aus Berlin vom Kuppelbau lässt derzeit so viele Dinger kucken, das man kaum hinterher kommt, sie publizistisch zu würdigen. Aber lange hält sie sich vielleicht nicht mehr: Ein Richter hat gegen sie Strafanzeige gestellt, weil sie sich über das gelungene Töten freut, und „Das Flugblatt“ hat vorsorglich den Rücktritt  gefordert, damit der Staatsanwalt seine Untätigkeit nicht hinter Immunität verstecken kann. Dies und Weiteres im Flugblatt Nummer 22.

Download: Flugblatt Nummer 22 Nr 2 – Mai 2011

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Apropos: Ich freue mich

Apropos: Ich freue mich

Freitag, 06.05. 2011

Autor: Hannes Nagel

„Ich freue mich“

Wenn meine Oma gehört hätte, wie Angela Merkel sagte: „Ich freue mich, dass es gelungen ist, Osama bin Laden zu töten“, hätte sie gesagt: „Jedem Tierchen sein Plaisirchen“. Plaisir ist französisch und heißt Freude, und der Spruch heißt, es möge sich doch jeder daran freuen, wonach ihm ist. (Oma sagte das immer in Verbindung mit „Chacun a sont gout“. Das heißt soviel wie „jeder, wie es ihm gefällt“ oder so.  Darum hat dieser Text mit den anderen Gründen zum Freuen zu tun, während Frau Merkel-Grendel sich am Töten delektiert.)

Volltext: Ich freue mich

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Apropos: Abgeschottet in Abschottabad

Daher also konnten die Amis ihren Liebling Osama bin Laden nicht finden: Er weilte, von Mauern abgeschottet, in Abschottabad. Da konnten die Amis ja nicht drauf kommen.

Volltext: Abgeschottet in Abschottabad

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Staatsmord

Hier ist wieder Ida L. aus M. a. A. Ich habe heute im Rostocker „Seetang-Merkur“ gelesen, dass die Amerikaner Osama bin Laden nur deshalb erschossen haben, weil der unbewaffnet war. Sind die Amis tatsächlich so feige? Und was waren die ominösen anderen Waffen, die Osama bin Laden gehabt haben soll? Hat er gerufen „Ami Go Home“, als eine Hand voll Amis bei ihm im Garten auftauchten? Odä wäs?

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Rezension: „Neugier-Liebe-Revolution“

Mittwoch, 03. Mai 2011

Rezension „Neugier Liebe Revolution“

Hannes Nagel

Hauptsache aktiv sein

Erstens: Das Leben wird durch das Umfeld geformt. Zweitens: Die meisten Menschen lernen von Kindesbeinen an: „Das können wir sowieso nicht beeinflussen.“ Drittens: Wenn das so ist, darf man so unbequem wie nur möglich sein.

Volltext: Rezension Rainer Thiel Neugier Liebe Revolution

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Quergedachtes: Eine Frage von Ida L. aus M. a. A.

Damit die vom Tode bedrohten Flüchtlinge aus Nordafrika möglichst keinen Ort zum Überleben in Europa finden, sollen die Grenzkontrollen im Schengenraum wieder eingeführt werden. Ist es eigentlich noch wie früher, dass Grenzen, die von außen keinen reinlassen, zugleich auch von innen keinen rauslassen?

Mit Besorgnis, Ihre Ida Lobenstein

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Das Flugblatt Nummer 21

Kurz vor dem ersten Mai ist das Flugblatt Nummer 21 und kann gelesen werden. Früher musste man es ja selbst mühselig verteilen, die Geschwister Scholl zum Beispiel. Heute reicht ein Klick auf den Download-Link und die Verteilung ist gelungen. Irgendwie ein Grund zum Nachdenken.

Vollversion des Flugblattes: Flugblatt Nummer 21 Nr 1- Mai 2011

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Rezension: Krieg. Stell Dir vor, er wäre hier

In Libyen ist Krieg. In Afghanistan ist Krieg. Krieg ist, wenn Menschen aus politischen Gründen sterben, egal mit welchen akademischen Verrenkungen Völkerrechtler zwischen „Krieg“ und „Konflikt“ unterscheiden. Janne Teller fordert dazu auf, sich den Krieg im eigenen Land vorzustellen. Dann weiß man wenigstens, das Definitionen unbedeutend sind, wenn Menschenwürde und Menschenleben mit Füßen getreten und getötet werden.

Volltext: Kein Krieg ohne den Westen

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