Apropos Mandatsverlängerung

Mittwoch 12. Januar 2011

Autor: Hannes Nagel

Apropos Mandatsverlängerung

Noch ein Jahr sollen Militärtätige aus Deutschland auf kriegsähnliche Art und Weise in Afghanistan Handelswege und den Zugriff auf Rohstoffe sichern. Wenn es dann Ende 2011 „die Lage erlaubt“, also vermutlich wenn der Sack voll ist, darf der verbliebende Rest der Weltfriedenshelden nach Hause. Am 28. Januar soll der Bundestag der Kriegsverlängerung befehlsgemäß zustimmen. Alles das war heute auf N-TV zu lesen, nur mit eher arschkriechenderen Worten, also als unkommentierte Verlautbarung.

Veröffentlicht unter Baron von Feder | Kommentare deaktiviert für Apropos Mandatsverlängerung

Rezension: „Die neue Jagd nach Ressourcen“

Dienstag, 11.Januar.2011

Rezension Die neue Jagd nach Ressourcen

Hannes Nagel

Alles Meins und kein Unrechtbewusstsein

Am 11. Januar 2011 kostete ein Liter Normalbenzin 1,57 Euro. Die Stadtwerke erhöhten die Gebühren für Strom und Wärme. Der Aussenminister besuchte die Militärtätigen in Afghanistan. Voriges Jahr gestand die Politik, dass die Aufgabe des Militärs im Sichern von Rohstoffen und Handelswegen besteht. Gezieltes Töten findet sie dafür legitim. Und eine Broschüre heißt: „Die neue Jagd nach Ressourcen. Wie die EU-Handels-und Rohstoffpolitik Entwicklung bedroht“… mehr



Veröffentlicht unter Feuilleton-Rezension, Feuilleton-Zeitgeist | Kommentare deaktiviert für Rezension: „Die neue Jagd nach Ressourcen“

Ab jetzt zwei mal im Monat

Autor: Hannes Nagel

Die PDF-Version von „Das Flugblatt“ erscheint jetzt zwei Mal im Monat. In der Online-Version weren die Beiträge auch nur noch kurz angerissen und mit einem Link auf eine vollständige Version als PDF versehen.. Wer die Flugblatt-PDF-Version regelmäßig erhalten möchte, kann diesen Wunsch am besten dadurch kund tun, indem mir die zum Versand nötige Email-Adresse mitgeteilt wird.  Vielen Dank und weiterhin viel Spass beim Lesen.

Übrigens: Die zweite Januar-Ausgabe wäre dann soweit

Zum Download: hier


Veröffentlicht unter Feuilleton-Zeitgeist | Kommentare deaktiviert für Ab jetzt zwei mal im Monat

Mann des Jahres: Mit Liszt und Lust

Autor: Hannes Nagel

Franz Liszt war im November 1841 Gast im Hotel „Russischer Hof“ in Weimar. 15 Jahre später gründete er dort mit Gleichgesinnten den Neu-Weimar-Verein. Denn man  muss ja bewahren, was man besitzen will. Weil der Komponist am 22. Oktober 1811 geboren wurde, hat er 2011 Jubiläum und wird ein ganzes Jahr lang geehrt. Und zwar in Weimar, weil dort seines Wirkens wahr ... mehr

Veröffentlicht unter Feuilleton-Zeitgeist | Kommentare deaktiviert für Mann des Jahres: Mit Liszt und Lust

Apropos Guidodämmerung

Autor: Hannes Nagel

Wenn Guido Westerwelle am Dreikönigstreffen zum Rednerpult geht, werden ihm seine Schritte wohl innerlich in den Ohren hallen. Es wird der Moment der Guidodämerung sein … mehr

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentare deaktiviert für Apropos Guidodämmerung

Rezension: Tango – Wehmut, die man tanzen kann

Dienstag, 28.12.2010

Rezension Tango – Wehmut, die man tanzen kann

Hannes Nagel

Tango, Miezen, kesse Sohlen

Hier geht es um ein Buch, welches wie sein Thema aus Argentinien stammt, genauer gesagt, aus Buenos Aires, der Stadt, wo jeder eine gepflegte Neurose haben soll. In Argentinien erschien es schon 1999, erst jetzt, elf Jahre später, nach unzähligen durchtanzten Sohlen und bitterer Leidenschaft, gibt es das Buch auf Deutsch, wofür Elke Heidenreich und dem Bertelsmann Verlag zu danken ist.

Der Autor des Buches ist der führende Tangospezialist der ganzen Welt und heisst Horatio Salas. Er braucht für eine vollständige Sozialgeschichte des wohl alle Schichten durchdringenden Tanzes nur wenige Worte auf 180 Seiten. Der Tango ist eigentlich eine echte Volksbewegung. Sprachlich braucht man sich nicht zu verstehen, wenn zum Tango getrommelt, geflötet, gepfiffen und gegeigt wird, dann spricht die Musik die Menschen an wie das Klassenbewusstsein die revolutionären Arbeiter. Nur das Tango ästhetischer, erotischer und sinnlicher ist.

Auf die wenigen Worte pro Seite kommen reichhaltige Illustrationen, die Horatio Santana vorgenommen hat. Was heisst Illustrationen? Comiczeichnungen sind es, schwarz-weiund mit Sprechblasen über den Häuptern der Personen. Ich traue mich kaum es zu gestehen: Endlich mal ein Buch, welches man nicht angestrengt lesen muss. Endlich mal eins, wo die Bilder wichtiger sind als der Text und der Text den Leser nicht zu groer Konzentration zwingt. Es ist eben ein Buch über einen Tanz, der für alle Schichten geeignet ist. Wer nie Lust auf Tango hatte, nach diesem Buch hat er sie. Wer schon immer Lust auf Tango hatte, nach diesem Buch ist die Lust unerträglich und Sehnsucht im Herzen so weit wie das Land. Wer nur noch nicht die Gelegenheit hatte, sich von erfahrenen Tangopartnern die die Steifigkeit aus dem Bewegungsapparat führen zu lassen, kann dieses Buch schon mal als Trockenübung für kommende Eleganz ansehen. Verruchte Eleganz. Denn von Anfang an haftet dem Tango seine Herkunft aus dem Bordell an. Das verlockt und törnt ab, je nach Prüdigkeit. Völlig grundlos eigentlich, denn „im Bordell geht es nicht nur um Sex. Es ist auch ein geselliger Ort, ein Zuhause der Einsamen. Man unterhält sich und trinkt“. Die gesellige Stimmung kann aber auch umkippen: „Ich töte keine Fremden. Wie heisst Du?“, fragt einer, bevor ihm das Klappmesser aufgeht. Man fühlt sich beim Genuss des Buches wie der unbeleckte Leser, der große weite Welt atmet. Könnte man Zeitreisen machen, würde das Buch ein idealer Kneipen-und Bordellführer durch Buenos Aires sein. Straßennamen, Hausnummern und Namen der Etablissements samt Kurzkritik stellt es vor. Am Schluss des Buches gibt es noch Tanzschritte, Figuren und Liedtextbeispiele. Einfach schön. Und nun habe ich Lust, einen geselligen Abend zu verbringen.

„Tango – Wehmut die man tanzen kann“, 19 Euro 95,

Einkauf bei Amazon: hier


Veröffentlicht unter Feuilleton-Rezension, Feuilleton-Zeitgeist | Kommentare deaktiviert für Rezension: Tango – Wehmut, die man tanzen kann

Glosse: Sarrazin Nachfolger von Westerwelle

Montag, 03. Januar 2011

Autor: Hannes Nagel

Apropos Sarrazins neuer Job

Wahrscheinlich haben die Beteiligten gedacht, dass ein Karnevalsauftritt die beste Tarnung ist, um die Weichen für Thilo Sarrazins politische Zukunft zu stellen. Darum haben sie es in Mainz fertig gebracht, den Peripherdemokraten Thilos Sarrazin als Nachfolger des designierten EX-FDP-Chefs in spe Guido Westerwelle ins Spiel zu bringen. Die FDP hofft, mit dieser Entscheidung auf einen Sprung von 3 Prozent auf 33 zu springen. Sarrazin muss demnach nur am 6. Januar beim FDP-Treffen mitwirken und dort die Partei wechseln. Sehr schwer dürfte ihm das nicht fallen. Mit Karnevalsveranstaltungen hat er ja seit kurzem Erfahrung.

Veröffentlicht unter Baron von Feder | Kommentare deaktiviert für Glosse: Sarrazin Nachfolger von Westerwelle

Apropos Staatsverschuldung

 

Sonntag, 02. Januar 2011

Autor: Hannes Nagel

Apropos Staatsverschuldung

Staatschulden: Ein paar Fragen zur Haftung

Im vergangenen Jahr gab es Staatspleiten. Es gab sie innerhalb der EU, die eine Gemeinschaftswährung hat.

Wessen Schulden sind eigentlich Staatsschulden? Wer haftet für die Schulden: Der Staat oder die Bürger? Wenn ein Staat Schiffe eines Schuldners an die Kette legen darf, darf er dann auch die Urlauber eines Landes als Pfand behalten? Kann ein Staat beim andern pfänden lassen, also zwangsvollstrecken, oder geht das nur als Kriegsreparation? Und bei wem würde gepfändet? Kann das Ausland Sparkonten pfänden? Auch das Schonvermögen von Hartz Vier Opfern? (Falls es mal Deutschland trifft) Und wenn es doch nur als Reparation geht: Wird es dann also wegen der Staatsverschuldung Kriege geben? So als Sicherung von Rechtsansprüchen? 2010 war das Jahr politischen Unsinns. Was ist 2011 möglich?

Veröffentlicht unter Feuilleton-Zeitgeist | Kommentare deaktiviert für Apropos Staatsverschuldung

Apropos Niebelungentreue

Samstag, 01. Januar 2011

Autor: Hannes Nagel

Apropos Niebelungentreue

Guido Westerwelle ist der beste Vorsitzende, den die Partei jemals hatte. Ich werde alles tun, ihn so zu stärken und zu stützen, dass er sein Amt noch möglichst lange ausüben kann“ (Dirk Niebel, zitiert nach n-tv, erster Januar 2011)

Am 6. Januar kann Parteigenosse Dirk Niebel (Entwicklungshilfehauptmann) seine Niebelungentreue beweisen. Bei der Guidodämmerung.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentare deaktiviert für Apropos Niebelungentreue

Glosse: Ida L. verweigert

Zum Schutze der Privatsphäre ist eine Informationszurückhaltung erlaubt. Dieses gilt auch dann, wenn man vom Volkszählungswart aufgesucht wird. Denken Sie bei Nationalität an „Casablanca“. In dem Film sagt einer auf die Frage nach seiner Nation: „Trinker“. Sagen wir alle: „Mensch“. Nehmen Sie sich im weiteren ein Beispiel an den Herren Josef Schwejk, Till Eulenspiegel und Emil Steigenberger. Wenn Sie Angaben über Andere machen sollen, nur zu: Schwejk lässt grüßen. Beginnen Sie immer mit der Putzfrau von der Cousine vierten Grades ihres seligen Tantchens, die wo was ein paar Herren vom Regiment kannte. Treiben Sie die Datensammelleutnants in den Wahsinn, so sie dort noch nicht sind.
Oder gönnen Sie sich eine gepflegte Eulenspiegelei. Schreiben Sie „Name“ in das Feld, wo sie laut Vorschrift „Name“ hineinschreiben sollen. Adresse brauchen Sie nicht anzugeben, denn da die Post Sie erreicht hat, dürfen Sie Ihre Adresse als dem Befrager bekannt voraussetzen. Der schweizer Komiker Emil Steigenberger hat mal vorgemacht, wie das geht. In dem Stück geht es einfach nur um das Ausfüllen einer Steuererklärung. Da hat die Ehefrau des Formularausfüllers als Erntehelferin Einkünfte als leitende Angestellte, weil sie zum Birnenpflücken eine Leiter benutzt.

Veröffentlicht unter Baron von Feder | Kommentare deaktiviert für Glosse: Ida L. verweigert