BARON VON FEDER: Zarte Annäherung

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Bild: Nenirak
Text: Baron von Feder

Ladies and Gentlemen, liebreizende Damen, werte Herren, das LIED zum Tanze von Möhre und Cosmea – Applaus:

Zarte Annäherung

Vor Jahren schon Hans Albers sang
in Große Freiheit Sieben
„Komm Kleine, sei die Meine – und lieben
lass uns, denn so jung und lang,
La Paloma, ist die Nacht
Und der Große Wagen wacht.“
Ja, wenn es doch so einfach wäre
sich zu begrüßen und sich zu vertraun
verschwunden wär des Daseins Schwere –
für eine Nacht in Bann gehaun.

(Melodievorschlag: Reinhard Mey, Hannes Wader: Nun Freunde, lasst es mich einfach sagen: Schön wieder hier zu sein.)

nenirak, heute um 14:51 Uhr

Applaus !!!

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Spannende Zeiten, abstrakte Prinzipien und konkrete Handlungen

BEWEGUNGSMELDER

Spannende Zeiten, abstrakte Prinzipien und konkrete Handlungen

 Neulich legte einer dar, warum es gegen den Kapitalismus keine Revolution mehr geben wird. Ein anderer legte dar, dass rot-rot-grün in Thüringen ein spannender Versuch sein könnte für konkretes Handeln einer wohltuenden Korrektur der sozialen, wirtschaftliche und rechtlichen Fehlentwicklungen des Neoliberalismus. Nun leg ich dar, was ich mir dabei gedacht habe.

Wenn im Fernsehen oder in Zeitungen jemand eine gefährliche politische Situation analysieren will, taucht gleich zu Anfang in verschiedenen Formen die Phrase auf: „Angesichts der politischen Spannungen unserer Zeit…“. Man kann dann davon ausgehen, dass die nachfolgenden Sätze auch nicht viel klüger sind als die Einleitung. Denn sehen Sie mal: Politik findet doch immer gerade dann statt, wenn es Spannungen gibt. Politik trifft am Spannungsort ein und hindert die Vernunft, sich ihrerseits an der Entspannung zu beteiligen. Die Vernunft steht nämlichen den vitalen Interessen des Kapitals im Wege. Politik an sich ist nie vernünftig. Wenn Politik vernünftig wäre, würden Sozialistgen und Sozialdemokraten in Thüringen über ihren Schatten springen. Stattdessen reiten sie auf Prinzipien herum. Alles Politische basiert auf Prinzipien. Prinzipien sind aber abstrakt, und solche Abstrakten Dinger bilden die Grundlage für Entscheidungen, welche nachher ganz konkrete Menschen betreffen. Darum wird Hartz Vier aus Prinzip nicht korrigiert. Darum wird Putin aus Prinzip als Alleinschuldiger am ukraino-russischen Konflikt dargestellt. Darum will Obama aus Prinzip einen Teil Syriens angreifen und den anderen Teil unterstützen. Und darum kann Frau Merkel aus dem Prinzip der Dialektik ihre Herrschaft noch ziemlich lange treiben – falls sie nicht selbst irgendwann die Schnauze voll hat von dem Affentheater. Den politischen Prinzipien mit seinen abstrakten Handlungsentscheidungen gegenüber kann bestenfalls das Volk hin und hoffentlich bald mal wieder sehr konkret werden. Denn es gilt nicht mehr, dass das Volk aus Prinzip doof ist.

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BARON VON FEDER: Neues von der Tagelöhnerei Teil 6

Baron von Feder

„Neues von der Tagelöhnerei“ Teil 6

Teil 6

Ich weiß nicht, ob das sozialfaschistische Hartz-Vier-System überwindbar ist, aber ich will es glauben, um den Boden für Menschenwürde und soziale Gerechtigkeit fruchtbar zu bewahren. Der Sommer zum Beispiel hat mir stellenweise gezeigt, dass man sich von vielen Lasten frei und vor allem unabhängig machen kann. Man kann nämlich seinen eigenen tatsächlichen Wasserverbrauch ermitteln, wenn dieser nicht mehr von Fernablese-Funkmessern ermittelt wird, sonder durch Zählung gefüllter Eimer. Für die Eimerzählmessung sind ein Campingplatz und ein Wohnwagen von Vorteil. Der Nachteil ist, dass man diese Messung bei dieser Lebensweise nicht für Familien durchführen kann. Aber das Ergebnis heißt: Die von Unternehmen eingesetzten Messgeräte sind zur Profitmaximierung optimiert. Bestenfalls muss der Standardsatz herhalten: Wenn das Ergebnis falsch ist, so liegt ein Programmierfehler in der Software vor. Um diesen nachzuweisen, möge man sich an die Computerexperten wenden. Bestenfalls bedeutet der Satz nämlich, dass man 14 Tage nach Mängelreklamation wenigstens überhaupt eine Antwort bekommen hat. In dem als Beispiel dienenden Fall gab es nach 14 Tagen immer noch überhaupt gar keine Antwort. Stattdessen kamen ganz andere Dinge wieder hervor. Aus Wuppertal wurde gemeldet, dass eine örtliche Erwerbsloseninitiatve eine Demonstration direkt beim Jobcenter plant, und zwar unter dem Motto Zahltag. Sie soll auf die rechtlose Stellung der hartz-Vier-Opfer beim Strafsystem der Jobcenter aufmerksam machen. Ähnlich wie die Sektorengrenzen in Berlin soll da ein Schild vor dem Eingang stehen: „Achtung, Sie verlassen den Geltungsbereich des Grundgesetzes“ – und zwar beim EINTRITT in das Dienstgebäude. Wie zum Hohn schrieb eine Boulevardzeitung den Seitenknallertitel: „Weniger Strafen für Drückeberger“. Mit Drückebergern waren aber nicht die Ämter gemeint, die sich vor Menschenwürde un d Rechtsstaatlichkeit drücken.

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LESERMITTEILUNGEN: Antikriegskonferenz in Berlin

ANTIKRIEGSKONFERENZ Berlin2014

Veranstalterin: Initiative „Antikriegskonferenz Berlin2014“

Veranstaltungsort: Haus der Demokratie und Menschenrechte (Havemann-Saal), Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin – www.hausderdemokratie.de

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Zur Teilnahme an der Konferenz rufen auf …

  •  als Veranstalter: Initiative „Antikriegskonferenz Berlin2014“
  • als Förderorganisationen: Bremer Friedensforum | IPPNW – Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. | u. a.
  • als Unterstützer: Die AnStifter e. V. | ATTAC – Globalisierungskritisches Netzwerk / Koordinierungskreis und Wissenschaftlicher Beirat | IALANA – Deutsche Sektion der International Association Of Lawyers Against Nuclear Arms / Juristen und Juristinnen gegen atomare, biologische und chemische Waffen, für gewaltfreie Friedensgestaltung | Internationale Liga für Menschenrechte | Gemeinnützige Dr. Heinz Umpfenbach und Wolfgang Hübner Friedens-Stiftung | Nahost-Forum Bremen | NaturwissenschaftlerInnen-Initiative e. V. Verantwortung für Friedens- und Zukunftsfähigkeit | Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein e.V. (RAV) |  u. a.
  • als Medienpartner: M&R Melodie und Rhythmus

*

Teilnehmende werden gebeten, sich anzumelden.

Teilnahmegebühren werden nicht erhoben.

Spenden sind sehr erwünscht (Konto siehe unten).

Anmelden hier unter “Anmeldung” auf: www.antikriegskonferenz.de

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Spendenkonto: c/o Rudolph Bauer, Verwendungszweck: AKK 2014;Santander Bank,BLZ 500 333 00; Konto Nr. 2002536100 |IBAN: DE27 500 333 00 2002536100; BIC: SCFBDE33XXX

Buchveröffentlichung: Die Beiträge der AKK Berlin2014 werden als Aufsätze in einem Sammelband veröffentlicht, der im Frühjahr 2015 erscheinen soll.

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http://www.antikriegskonferenz.de

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REZENSION: „Die Inselkrähe von Mirow“

REZENSION

Rezension „Die Inselkrähe von Mirow“

Helene Musfedder

„Preußische Intrige in mecklenburgischem Idyll“

Im September kam ein neuer Ostseekrimi heraus. Mein Chef kam auf mich zu und ssagte: „Na, Dienstreise gefällig?“. „Wieso?“, fragte ich. „Neuer Ostseekrimi ist da. Verfasser heißt Frank Pergande. Liest in Mirow im Schloss. Fahr hin und bring einen schönen Rezensionstext mit.“. Der Chef drückte mir noch einen Briefumschlag in die Hand, sagte grinsend, dass da Spesen drin wären, ich dankte und plante die Fahrt nach Mirow. Also das Schloss haben sie ja wunderschön rekonstruiert, auch wenn sie stellenweise noch nicht ganz fertig sind. Ich nahm schon mal mein Rezensionsexemplar und ließ den Ort und das Buch auf mich wirken. Die vom Schloss hatten mir gestattet, mich schon mal umzusehen. Ich stand also im Festsaal, wo nachher die Lesung beginnen sollte, und schaute hinüber zum Kavaliershaus. Am Fenster stehend schlug ich das Buch auf und begann zu lesen. „Dem Schloss gegenüber erhebt sich das Kavaliersgebäude, das Ihr vielleicht noch gar nicht kennt. Es ist kürzlich erst fertig geworden, und sein Prunkstück ist eine formidable Küche. Zwischen beiden Gebäuden erstreckt sich ein Rondell“. Als nachher der Autor mit der Lesung begann, hörte ich, wie der Text klingt, wenn der Autor selbst ihn zu Gehör bringt.

cover und autor inselkrähe

Die Lesung im Schloss lies mich schmunzeln. Erstens fühlte ich mich „zu Hause“, zweitens sagte mir der mit leichten Lustfäden gewebte Witz des Buches zu, und drittens hatte der Festsaal des Schlosses ein wunderschönes Aussehen, welches den Makel unfertiger Akustik verdrängte. Nach einer Stunde etwa war Frank Pergande mit der Lesung fertig, ich schlich mich in die „Herberge zur Heimat“ zurück, und las. Las den ganzen Krimi in einer Nacht durch. Noch nie hatte ich bei einem Ostseekrimi die Lust verspürt, einfach mal mitzurätseln, wer der Täter sein könnte. Hier war der Wunsch wieder präsent, wie früher, als ich bei meiner Tante aus Crimmitschau Kriminalhörspiele zum mitraten im Radio hören durfte. Ich war seelig. Besonders beglückte es mich, dass meine Vermutung richtig war. Sie war deshalb richtig, weil mich die Konstellation an einen Krimi von Agatha Christie erinnerte. ich nenne jetzt aber nicht den Titel. Außerdem gibt der Autor am Ende selbst bekannt, dass er sich bei diversen Krimiautoren bedient hat. Agatha Christie ist also nicht die Einzige. Chandler, Simeon, sogar olle Schiller und und die beiden sozialkritischen Schweden der 70er, 80er Jahre kommen drin vor – die hab ich aber nicht erkannt. Besonders Schillern nicht. Hier findet eine preußische Intrige im mecklenburgischen Idyll statt. Und es ist auf jeden Fall von langer Hand geplanter preußischer Verrat am Hofe von Adolf Friedrich dem IV von Mecklenburg-Strelitz. Nicht zu verwechseln mit Mecklenburg-Schwerin. Schweriner Herrschaft taugt nie was, sieht man ja heute noch. Neustrelitz aber! Ha. Ein wenig geistert eine solche Stimmung durchs Lokalkolorit. Die Inselkrähe ist der dritte Geschichts-Ostseekrimi. Zuvor ließ nur Emma Wittenstein ihre Krimis im greifswaldischen Mittelalter spielen. Hier nun ist das Jahr 1761 etwa dran.

(Frank Pergande, „Die Inselkrähe von Mirow“, Hinstorff-Verlag, Rostock 2014)

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LESERMITTEILUNGEN: Die Ahrenshooper Literaturtage 2014 beginnen

In Ahrenshoop bricht am 02. Oktober wieder die herbstliche Leselust aus. Am 03. Oktober beginnt um 09 Uhr 45 die jährliche Präsentation von Büchern, Druckkunst, Fotos mit allem, was der Leselust Freude macht:  von gereimten, gestaltetem bis gediegenem haben 22 Verlage und Künstler die Koffer voll um alles auf den Verkaufsständen zu präsentieren. Hier ist der Link zum Programmheft, herausgegegeben von der Ahrenshooper4 Literaturverwaltung:

Programmheft-1

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ANFRAGE VON GRUPPE 20: Betrifft Kapitalismus und Teufel

Wieso eigentlich konnte man in vielen Märchen Verträge mit dem Teufel hintenrum für den Arsch machen (des Teufels), und warum ist man des Teufels Enkel Kapitalismus auf Verderb ausgeliefert? All seinem Inkasso, seiner Zwangsverschuldung und seiner neoliberalen Kälte? Liebe Märchenforscher und Märchenleser, liebe Kenner und Nachdenker: Welche Tricks gegen den Scheißteufel könnten gegen den Scheißkapitalismus helfen?

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ALARM:

Wie macht man ein friedliebendes Volk kriegslüstern?

von Konstantin Wecker

07.09.2014

Liebe Freunde,
„Wie wird die Welt regiert und in den Krieg geführt? Diplomaten belügen Journalisten und glauben es, wenn sie’s lesen.“
Karl Kraus, der die Manipulation der Massen in den Kriegszeiten des ersten Weltkrieges durchschaute und wie kein anderer messerscharf analysierte, verachtete die meisten Journalisten. Er verabscheute den „Journalismus und die intellektuelle Korruption, die von ihm ausgeht, mit ganzer Seelenkraft“. Ich hielt das lange für übertrieben, zumal ich hervorragende und unbestechliche JournalistInnen kenne und schätze.
Mittlerweile befallen mich Zweifel an meiner Loyalität. Klar, es gibt sie noch, diese aufrechten Vertreter ihres Fachs. Aber wo dürfen sie noch schreiben?
Die Propagandamaschine läuft bereits und es ist erschreckend, wie ein Großteil der Zunft einem Plan zu folgen scheint, der trotz des Widerspruchs der meisten Leser die Wirklichkeit im Sinne einflussreicher Geldgeber gestaltet.
„Als einer der Pioniere der Medienkritik hatte Karl Kraus erkannt, dass die Medien die Wirklichkeit nicht abbilden, sondern erzeugen, dass Meinungen und Stimmungen nicht einfach entstehen, sondern gemacht werden“, schreiben Matthias Bröckers und Paul Schreyer in ihrem lesenswerten Buch “Wir sind die Guten“ und sie zitieren noch einmal einen der wichtigsten Sätze von Karl Kraus:
„Ich habe erlebt, wie Krieg gemacht wird, wie Bomben, die nie geworfen wurden, nur dadurch, dass sie gemeldet wurden, zum Platzen kommen.“
Bomben, die nie geworfen wurden, können platzen wenn sie gemeldet werden – das sollte als Mahn-Schild auf jedem Schreibtisch in den Redaktionsräumen der Zeitungen und Fernsehstudios prangen!
Warum, glaubt ihr, hören wir nichts mehr von diesem Flugzeug, das laut BILD ja Putin persönlich vom Himmel geholt hat?
Ich habe keine Ahnung, wie ihr auch, ich kann keine Flugschreiber auswerten, bin kein Fachmann und war nicht vor Ort – aber immerhin kann ich eins und eins zusammenzählen. Wem nützte diese Tragödie am meisten? Und warum wird nun nicht mehr darüber berichtet? Und wenn es nun bewiesen wäre, dass es die pro-russischen Separatisten gewesen waren – was für ein Geschrei hätte das gegeben? Bestimmte Zeitungen würden in ihren Kästen auf der Straße zu kokeln beginnen vor lauter selbstgerechter Empörung.
Und ich möchte noch eine ganz persönliche Erfahrung hinzufügen: ich habe in den letzten fast sechs Jahrzehnten in denen ich mich bewusst mit Nachrichten und Zeitungen beschäftige, nicht annähernd eine derartige Propagandaschlacht erlebt.
Es erschreckt mich, wenn ich sehe, wie manche Leitmedien mit zum Teil sehr klugen Leserkommentaren überschüttet werden und sich penetrant weigern, ihre Leser ernst zu nehmen. Was ist da passiert? Es ist sicher auch dem Internet zu verdanken, dass die Leser zu einem großen Teil gebildeter sind als die Reporter. Aber in diesem Fall ist es einfach auch nur der gesunde Menschenverstand, der uns, wie es zum Teil aussieht, aberzogen werden soll. Wie macht man ein friedliebendes Volk kriegslüstern? Durch Propaganda, durch Erfindungen, Lügen, durch die Erschaffung eines Feindes. Man schimpft mich Putinversteher? Ja, gerne, das bin ich. Aber wer so gern mit Schimpfworten um sich schlägt, sollte sich halt auch in der Semantik etwas auskennen.
Ein Versteher ist kein Liebhaber, kein Bewunderer, kein Fan, kein Verehrer. Es kann auch ein Volltrottel sein den man versteht. Ein Versteher versucht zu VERSTEHEN! Nicht mehr, nicht weniger. Wie kann so ein Wort ein Schimpfwort werden?
Und am Ende dieser kleinen Glosse soll Egon Bahr zu Wort kommen, einer der Architekten der Ostverträge Willy Brandts. Eines Mannes, den die SPD, wie es aussieht, völlig vergessen hat. Dabei kann ihm keiner der heutigen Mitläufer das Wasser reichen.
„In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt.“

www.wecker.de

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Konstantin Wecker: Ein kurzer Zwischenruf aus der Stille

Ein kurzer Zwischenruf aus der Stille

Konstantin WeckerKonstantin Wecker analysiert Gaucks in Polen gehaltene Rede

Liebe Freunde,
ein kurzer Zwischenruf aus der Stille, weil ich mich so geärgert habe.
Vor einigen Wochen habe ich hier das Loblied des Präsidenten Uruguays gesungen, und mir gewünscht, Herr Gauck möge sich mal von José Mujica inspirieren lassen. Den Text nannte ich: „Vom guten Präsidenten“.
Wie sollte man nun heute ein Lied über Gauck titeln, jetzt nach seiner unsäglichen Rede in Polen?
„Der unbesonnene Präsident“ nennt ihn, höflich und kompetent wie immer, Heribert Prantl in seinem Kommentar in der SZ.
Der Bundespräsident spreche zu Recht von der Scham über die deutschen Verbrechen, „dabei darf er aber an der russischen Grenze keine Vollbremsung machen“, so Prantl.
Welcher Teufel ist bitte in diesen Pastor gefahren, dass er 30 Millionen sowjetische Kriegsopfer ausklammert bei dieser Rede?
Polen war Aufmarschgebiet für den Überfall des Nazi-Reichs auf die UdSSR. Um “Lebensraum im Osten” zu erobern und “jüdischen Bolschewismus” zu vernichten hausten die Nazis grauenvoll, das kann man in jedem Geschichtsbuch nachlesen.
Stattdessen erklärt er Putin den Krieg.
Für einen Bundespräsidenten ungebührlich scharf verlangt Gauck von Putin eine Änderung seiner Politik, die Rückkehr zu den Regeln des Völkerrechts. Und er nimmt auch das Wort Verteidigungsbereitschaft in den Mund, die man an die neue Lage anpassen werde – wieder so ein Signal des Bundespräsidenten, dass Deutschland bereit ist, seiner gestiegenen Verantwortung in der Welt notfalls auch mit Waffengewalt gerecht zu werden.
„Ein Bundespräsident hat eine andere Rolle als der Nato-Generalsekretär“, schreibt Prantl. Er scheint es nur nicht zu wissen. Das Amt hat ihm den Kopf verdreht.
Dieser Theologe missbraucht sein Amt. Er kennt den berühmten alttestamentarischen Text des Propheten Jesaja – in dem es heißt, dass die Völker ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. “Und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen.“
„Die Annäherung zwischen unseren Völkern kommt mir daher wie ein Wunder vor. Um dieses Wunder Wirklichkeit werden zu lassen, brauchte und braucht es Menschen, die politische Vernunft einbringen.“
Das sind Ihre Worte, Herr Präsident, warum halten Sie sich denn nicht daran?
„Die Grundlage für eine gute Nachbarschaft muss eine Änderung der russischen Politik sein“ – was für eine gute Nachbarschaft sollte das sein, bei der völlig einseitig einer seine Politik ändern muss?
Da sind Jahrzehnte von Deutschunterricht hinweg gegangen, die versuchten zu erklären, wie es sein konnte, dass selbst die vielen klugen kritischen Schriftsteller und Künstler mit Hurra in den Weltkrieg gezogen sind .Da werden Texte gelesen, Diskussionen geführt, Theater aufgeführt, um zu warnen wie Propaganda funktioniert und wie Massen aufzuhetzen sind – und nun kann man kaum mehr eine pazifistische Stimme in den gängigen Medien finden.
„Wir werden Politik, Wirtschaft und Verteidigungsbereitschaft den neuen Umständen anpassen“ – Ihre Worte, Herr Gauck – dann schnallen Sie doch mal schon den Tornister über und lassen Sie sich die Stiefel polieren und von Frau von der Leyen mit den richtigen Feuerwaffen ausstatten.
Sie wollen ja in den Krieg ziehen.
ICH NICHT!

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Anzeige Gruppe 20: Das Leben kann so einfach sein

Das Leben kann so einfach sein

Wenn das Treffen mit Freunden Teil dessen wäre, was und womit ein Mensch beruflich zu tun hat, wäre das Leben ganz einfach. Keiner würde mehr sagen müssen, er habe erst die Welt zu retten – meist verbirgt will dann einer nur sein Kapital retten – und dann wäre er aber auch gleich für seine Freunde da. Denn indem man mit Freunden zusammen sitzt, rettet man gerade die ganze Welt. Zum Beispiel dadurch, dass man sie gerade nicht zerstört. Wenn das Menschsein Teil des Berufes wäre, dann müsste niemand mehr mit quälender geistiger Arbeit auf Antworten nach Frieden, sozialer Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung suchen, weil sich diese Fragen gar nicht stellen würden.
Und im Übrigen meine ich: Der Herr Gauck mit seiner Kriegshetze erinnert zunehmend an den Herrn Ernst Moritz Arndt mit seiner nationalistischen Hetze.

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