Baron von Feder: Lob auf den windigen Geschäftsmann

Baron von Feder

Lob auf den windigen Geschäftsmann“

 Kürzlich klingelte es unten an der Haustür. Ich ging runter und traf dort auf einen Mann. Er fragte, ob das Auto ohne Nummernschild meins wäre. Ich sagte, dass es meins auch bleiben solle. „Das ist dann Dein Problem“, sagte er. Mein freier Geist fühlte sich durch diesen Satz genötigt. Wieso sollte meine fehlende Verkaufsbereitschaft ein Problem sein? Etwa eine halbe Stunde später hatte ich die Antwort gefunden. Er hatte mich nämlich auf das Problem hingewiesen, dass mein Auto im Falle eines Diebstahls oder der Fremdverursachung eines Unfalls nicht versichert war, weil ich es gerade vorübergehend abmelden wollte, um Kosten über den langen Winter zu sparen. Im Frühling, wenn die Krokusse und die Taler wieder sprießen, wollte ich es wieder anmelden. Ein Lob auf den windigen Geschäftsmann. Ich konnte die Abmeldung gerade noch stornieren, bevor sie als Verwaltungsakt vollzogen war.

Ich finde, so etwas ist ganz gut zu wissen. Aber es müsste einem auch gesagt werden, dass so etwas passieren kann, wenn man sein Auto zum Kostensparen abmeldet.

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Redaktionsmitteilungen: Das Flugblatt Nummer 73 für den 1. November ist fertig

Liebe Leserinnen, liebe Leser, das neue Flugblatt ist fertig. Die Erlauchte Gesprächsrunde spricht über Wiederholungstäter, Baron von Feder dachte darüber nach, ob Fernwärme eventuell direkt aus der Hölle kommen solle, Ditte von Arnim hat ein Buch über Brechts letzte Liebe geschrieben, und Bewegung ist in das unsäglich menscheverachtende Grenzregime der EU gegen arme verzweifelte Menschen gekommen. Wo geholfen werden muss, müssen Diskussionen darüber verschoben werden. Denn die Diskussionen gehen von der Zeit ab. Im schlimmsten Fall von der Lebenszeit. Siehe Mittelmeer, als Frontex kurz vor Lampedusa lachend beim Verrecken zusah.

Das vollständige Flugblatt gibt es hier: Das Flugblatt Nummer 73 01-November-2013 –

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Baron von Feder: Der ungenutzte Artikel

Der ungenutzte Artikel“

 Der Artikel 5 des Grundgesetzes verspricht die Meinungsfreiheit. Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild zu äußern und zu verbreiten. Die Meinungsfreiheit wird nuir verengt, wenn man jemanden beleidigt, falsch Zeugnis redet oder Hass gegen andere Menschen schürt oder wenn jemand sonstwie gegen Gesetze verstößt. Die Sonstwie-Gesetze sind im Grunde egal, weil durch sie nur Meinung gegen Meinung steht, und das ist gut für die Meinungsvielfalt. Verschwinden Meinungen, verringert sich die Meinungsvielfalt. Warum aber wird das Verbreitungsrecht von Meinungen kaum genutzt? Weil dazu bestenfalls die sogenannten social media zur Verfügung gestellt haben. Dort aber ist die Möglichkeit zur Meinungsverbreitung nur ein Kollateralnutzen in Bezug auf den Datensammelzweck, für den die social media in erster Linie geschaffen wurden. Herkömmlichen Medien darf man zwar Meinungen anbieten, hat aber keinen Anspruch auf Veröffentlichung. Also müssten auch herkömmliche Medien „social“ werden. Es gibt bereits das Wort „Volkszeitung“. Dem Worte fehlt allein der Inhalt und ein Konzept. Schreiben und Reden muss auch gelesen und gehört werden. Ein guter Redakteur kann die Themen so darstellen, dass die Gespräche der Berufsfahrer früh an der Tankstelle bei Kaffee, Bockwurst, Knacker dem gegenüber gestellt werden, was die Aufregung hervor gerufen hat, über die sie da am Stehtisch reden. Das ergäbe eine prima Volkszeitung mit dem Volk als Redaktionskollektiv. Mach Meinung, mach Stimmung? Moderiere Meinungen, zeige Stimmungen, und dann schaffst Du eine Zeitung, die für spätere Historiker ein 1 A Quellenmaterial darstellt.

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Aproposia: Von Wiederholungstätern

APROPOSIA

Von Wiederholungstätern“

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft hat sich Gedanken zum weiteren Sozialabbau gemacht. Es sind zum Teil dieselben Herren am Plan „Chance 2020“ dabei, die schon die Agenda 2010 verbrochen haben. Sie sind Wiederholungtäter.

 Moderatorin: „Guten Abend, erlauchte Runde. Heute brennen zwei Themen. Eines heißt Frontex und Lampedusa und das andere betrifft die Wiederholungstäter der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, kurz INSM.“

Unker: „Die Themen hängen doch zusammen. Nach außen Frontex, nach innen INSM, und in beiden Fällen sind die Armen die Opfer.“

Zwischenrufer:(reißt die Augen auf)

Friedrich Innengreif: „Was soll diese Gleichsetzung? Kennen Sie sich überhaupt mit Politik aus?“

Unker: „Nein, aber mit Menschlichkeit. Wissen SIE, was DAS ist? Ich weiß von Politik nur, dass sie in der Wirkung meist das Gegenteil von Menschlichkeit ist.“

Zwischenrufer:(schweigt offenen Mundes)

Sehr kluge Frau: „Na, Zwischenrufer, da steht Ihre Schlabberschnauze mal still, was?“

Moderatorin: „Ich denke, Sie reden gar nicht mehr mit dem Zwischenrufer?“

Unker:(zur sehr klugen Frau): „Hab ich Ihnen schon gesagt, Sehr kluge Frau, dass mich Ihr Lächeln fasziniert?“

Zwischenrufer:(grinst nun auch mal)

Friedrich Innengreif: „Im Übrigen muss die Armut draußen bleiben. Darum muss Frontex härter gegen die Armutszuwanderung vorgehen. Wer sich hier nur an den Sozialkassen bedienen will, kann sich nicht auf das Freizügigkeitsrecht berufen.“

Unker: „Und damit sich keiner bedienen kann, müssen die Kassen leer sein. Darum kümmert sich dann im Innern die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Aber nicht, indem man sie an die Bedürftigen ausleert.“

Moderatorin:(zum Zwischenrufer): „Was ist los mit Ihnen, Sie sagen ja gar nichts?“

Zwischenrufer:(heisere Stimme): „Ich hab mich erkältet. Kein Wunder bei dieser sozialen Kälte.“

Unker: „Das hatten wir ja alles schon mal. Und, Herr Innengreif, wer sagt uns eigentlich, dass Ihre geschlossenen Grenzen wirklich NUR keinen rein lassen sollen? Vielleicht sollen sie ja auch keinen rauslassen?“

Zwischenrufer:(krächzt heiser): „Wie der antifaschistische Schutzwall der DDR, so nun auch der Mittelmeerwall der Europäischen Union.“

Moderatorin: „Zwischenrufer, ich staune. Aber wollen Sie nicht vielleicht doch noch Ihre Stimme schonen?“

Unker: „Sonst kommt vielleicht noch ein brauner Vergleich raus und dann hat Friedrich Innengreif Oberwasser.“

Feldwebel in Zivil, aus dem Publikum: „Apropos Oberwasser, kennse Waterboarding? Sie – dollet Ding.“

Moderatorin: „Herr Webfehler, das gehört meines Erachtens nicht zum Thema.“

Jeremy Sneedle-Woods, amerikanischer Berufskollege vom Feldwebel: „Abwarten.“

Moderatorin: „Es geht hier um Wiederholungstäter. Die Außenwiederholungen haben wir besprochen, kommen wir nun zu den Innenwiederholungen.“

Ex-Sozi: „Wir haben da mal was vorbereitet. Meinen Nachfolgern im Arbeitsministerium kann ich noch VIEELE Erfahrungen vermitteln.“

Unker: „Mir schwant Übles.“

Ex-Sozi: „Deutschland braucht, Deutschland kann und Deutschland will Reformen. Die wichtigsten Bereiche sind Rente, Bildung, Gesundheit und Arbeitsmarkt.“

Unker: „Mir wird schlecht.“

Ex-Sozi: „Wir gehen von der Agenda 2010 zur Chance 2020.“

Zwischenrufer: „Wessen Chance ist die Chance?“

Ex-Sozi: „Die Kürzung der Sozialleistungen ist die Chance für alle Arbeitslosen, sich um einen neuen Job zu bemühen.“

Sehr kluge Frau: „Ich hab ja schon versprochen, dass im Gegenzug die Beitragskosten für Krankenversicherung und Pflegeversicherung steigen werden.“

Unker: „Schuldigung, wo issen,….ich müsste mal kurz….“

Moderatorin: Zur Tür raus, Gang links lang, dann immer der Nase nach.“

Unker: „Gott sei Dank nicht rechts.“

Ex-Sozi: „Wir müssen die Arbeitgeber von den Kosten der Sozialversicherung befreien, damit mehr Arbeitsplätze für moderate Löhne entstehen. Im Klartext: Die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung werden von den Arbeitskosten entkoppelt. Nur so bleiben wir wettbewerbsfähig.“

Zwischenrufer: „Schafft doch einfach den zerstörerischen Wettbewerb ab. Ist ja kein Wunder, dass man sich hier erkältet.“

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Baron von Feder: „Wenn die Hölle Fernwärme liefert“

Baron von Feder

Wenn die Hölle Fernwärme liefert“

 Die Heizsaison rückt näher und die Zeitungen sind voller Besorgnis über steigende Kosten für Strom und Wärme. Sie machen hauptsächlich die Ökostromumlage für drohende Preissteigerungen vernatwortlich. Wie immer in solchen Situationen hat sich auch hier schon eine vermeintliche Rettung gemeldet: Die Hölle. Was wäre, wenn die Hölle zum Fernwärmelieferanten würde?

Dem ersten Eindruck nach wäre das gut: Kohlekraftwerke, Kernkraftwerke, Verbrennung von Öl und Gas wären überflüssig. Schön sauber könnte die Welt wieder werden. Die Sache hat nur einen Haken, und der liegt in der Natur der Quelle begründet. Der Preis für die Fernwärme aus der Hölle wäre nicht mehr nach Tarifklassen über die Stadtwerke zu bezahlen, sondern lediglich als Einheizpreis. Die Hölle akzeptiert nämlich nur Seelen als Währung.

Kann man das akzeptieren? Hartz-Vier-Opfer schon. Denn deren Heizkosten müssten von der Arge übernommen werden. Mit wessen Seelen zahlt die Arge? Und dürften Hartz-Vier-Opfer ihre Seelen wirklich unangetastet behalten?

Andererseits beweist die Literaturgeschichte der Sagen-und Märchenüberlieferung, das es bisher stets gelungen war, den Teufel um die Entrichtung der Seele als Preis für die von ihm erbrachte Leistung zu betrügen. Ist es also wirklich möglich, gut mit dem Teufel zusammenzuarbeiten, wenn man von vornherein plant, ihn zu betrügen?

Das erinnert irgendwie an Kapitalismus. Alle wollen nur die Seelen, aber die Seelen werden nicht gefragt. Sind die einfachen Menschen der Seelenpreis, den der Staat dem Teufel zahlt, damit ER die Fernwärme aus der Hölle liefert? Wenn also niemand mehr bei Energie, Heizung, Licht betrogen werden soll, kommt es nicht auf die Wahl des Energielieferanten an, sondern darauf, dass er sie schenkt. Der künstliche Aufschlag eines Handelspreises auf kostenlose Sonnenenergie ist eine Satanisierung im Interesse der Hölle. Daraus resultieren unbezahlbare Rechnungen, Inkasso und die Verpfändung von Seelen an die Hölle. Darum muss es einen unanstastbaren Bereich von Gemeinwohlgütern geben: Luft, Wasser, Natur, Wärme, Licht und Wohnung.

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Rezension: „Brechts letzte Liebe“

Hannes Nagel

Rezension „Brechts letzte Liebe“

Eine Atempause der Geschichte

 Das Schwerste an einer Biographie ist die Nähe zum Biographierten. Einerseits soll man ihm nahe genug kommen, um ihn zu verstehen – andererseits soll man möglichst die Distanz waren. In dem Buch „Brechts letzte Liebe“ hat Ditte von Arnim einen fast schelmisch zu nennenden Stil benutzt, um sowohl Brechts letzter Liebe Isot Kilian als auch Bert Brecht selbst nahe zu kommen und auf Distanz zu bleiben. Indem sie über ihre Gespräche mit Isot Kilian schreibt, fließen biographische Details über Bertolt Brecht so automatisch in den Text ein wie die unausweichliche Rückkehr des Frühlings , wenn die Erde auf ihrer Bahn im All wieder in die Nähe der Sonne kommt. Die Autorin fand für ihre Darstellung einen unglaublich sanften Sprachstil. Wo andere Autoren mit Spekulationen die Leser angegriffen hätten, stellt sie behutsame Fragen. Das klingt fast wie Brecht in dem Gedicht „Fragen eines lesenden Arbeiters“, bekannt durch die Anfangszeile: „Wer baute das siebentorige Theben?“: „Cäsar schlug die Gallier. Hatte er nicht wenigstens einen Koch bei sich?“. In dem Buch kommt der Satz vor: „Das Heute erscheint wie eine Atempause, als müsste sich die Geschichte erst einmal ausruhen von den blutigen Schlachten der letzten hundert Jahre“ (Seite 11). Eigentlich müsste doch in der Zeit der Atempause ein viel gedeihlicheres Klima für Selbstaufgabe und Uneigennützigkeit herrschen – Eigenschaften, die Isot Kilian in der Zeit der Denunziation und des Egoismus hatte und zum Beispiel für Wolfgang Borchert einsetzte. Warum wächst nichts davon? Das wäre wohl eine geschmackvolle Stoffgrundlage für Bertolt Brecht gewesen.

Fazit: Die Atempause der Geschichte nähert sich dem Ende. Brecht wird mit Erstaunen als zeitlos aktuell wahrgenommen und Isot Kilians Wesenszüge Selbstaufgabe und Uneigennützigkeit sind trotz gegenteiliger Tendenzen gefragt wie nie zuvor.

 Ditte von Arnim, „Brechts letzte Liebe“, Transit-Verlag, Berlin 2006

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Baron von Feder: Mein persönlicher Wahlabend

Mein persönlicher Wahlabend sah so aus: Ich ging zu den Pferden in den Stall, fragte , ob sie noch etwas Heu wollen, jedes bekam  noch eine Möhre, und sie schnaubten friedlich: Prrrr, nehehe, alles gut, und ich genoss im Stillen in der Kammer des Stallknechts den Abend, las im Band VI der Erinnerungen von Monsieur Casanova und lauschte der schnaubenden, furzenden Musik der Pferde.  Alles war schöner als mich mit Koalitionsarithmetik und dem Pöstchenschicksal von – wie hiess der noch mal? Ach isjajanzejal – zu befassen. PS: Pferde heucheln nicht

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Baron von Feder: Die Sorgen der Wähler beim Wahlergebnis

Die Sorgen der Wähler beim Wahlergebnis.

Hochrechnung da, Wählerdenken auf Parteidenken geschaltet. Warum nur sorgt man sich als Wähler bei jeder Wahl um das Wahlergebnis? Wahlergebnisse sind immer nur für die Gewählten interessant. Nie für die Wähler. Schließlich sind Wähler keine Partei und bekommen keine Pöstchen. Warum also machen sich Wähler Parteisorgen, und warum merken wir es nicht, wenn die Wahlen noch vorbereitet werden? Warum kann man Wähler immer wieder für Interessen aufpeitschen, die nicht ihre sind? Als Mensch hat man in dieser vom Kapital und ihren Parteidienern beherrschten Gesellschaft ganz andere Sorgen: Kultiviertes, bezahlbares Wohnen, ärztliche Versorgung, bezahlbare Krankenkassen und die Möglichkeit, die Wohnung oder den Schrebergarten als Ort zu betrachten,  an dem man keine Sorgen haben muss. Auch nicht vor der Verfolgung durch die ARGE.  Parteien mögen mal Interessenvertretungen gewesen sein. Jetzt sind sie verkommen zu Kreaturen des Kapitals. Es ist immer das Gleiche, und beim nächsten Mal muss es sich ändern: Man geht euphorisch zur Wahl, in der Hoffnung, aktiv mitwirken zu können, und merkt hinterher, dass es unabhängig von der Stimmenverteilung nur einen Sieger gibt: Das Kapital, diesen Gauner.

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Aproposia: Von der jubelnden Erbin rot-grüner Verelendungspolitik

APROPOSIA

Von der jubelnden Erbin rot-grüner Verelendungspolitik“

 Wenn Herr Ignoranz und Frau Arroganz im Fernsehen zeigen, wem der Souverän mehr am Arsch vorbei geht, nennt man das Fernsehduell der Kanzlerkandidaten. Am 22. kam dann die Wahl, und beides zusammen lässt die erlauchte Runde lästern. Es ist das Beste, was sie machen kann, damit die Lust an der Macht wenigstens einen bitteren Beigeschmack bekommt.

 Moderatorin: „Guten Tag, erlauchte Runde. Na, Sehr kluge Frau, wie isses?“

Sehr kluge Frau: „Wie ich gesagt habe. Mir geht es immer nur darum, dass wir unser Land nicht dauernd so schlecht machen.“

Polterberg: „Also meinetwegen müssen Sie das ja nun nicht mehr, ganze Arbeit haben Sie ja geleistet.“

Sehr kluge Frau: „Unsere Arbeit war relativ sensationell.“

Zwischenrufer: „Das Ergebnis ist aber absolut katastrophal.“

Sehr kluge Frau: „Ich bin die sehr kluge Frau, mit Ihnen red ich gar nicht mehr.“

Polterberg: „Aber mit mir müssen Sie. Und darum sag ich Ihnen, dass Sie mit Ihrer Arbeit das Gesundheitssystem gegen die Wand fahren.“

Sehr kluge Frau: „Da muss man weiter dran arbeiten. Insgesamt gesehen ist unsere Arbeit sehr zuverlässig.“

Zwischenrufer: „Ja, Zuverlässig ins tiefere Elend hinein, als Ihre 2003er Vorgänger das geplant hatten.“

Sehr kluge Frau:(redet mit dem Zwischenrufer gar nicht mehr)

Moderatorin: „Und wie stellen Sie sich, Sehr kluge Frau, dieses weiter dran arbeiten vor?“

Sehr kluge Frau: „Indem wir die Beiträge zur Pflegeversicherung schrittweise erhöhen.“

Unker: „Dann sind Sie ja die ideale Erbin rot-grüner Verelendungspolitik.“

Polterberg und Sehr kluge Frau: „Den meisten Menschen geht’s doch jetzt viel besser….“

(Gesprächstrennung:)

Polterberg: „Publikum, Sie hatten doch gerade die Wahl, jetzt machen Sie nicht uns verantwortlich wenn Sie uns Gewählten einen Auftrag geben, den Sie gar nicht wollten.“

Sehr kluge Frau: „Es gibt keine Alternativen zur weiteren Verbesserung der Lage. Das Risiko, Neuland unter den Pflug zu nehmen, ist derzeit zu groß.“

Zwischenrufer: „Oh, Sie zitieren Michail Scholochow.“

Sehr kluge Frau:(redet gar nicht mehr mit dem Zwischenrufer)

Unker: „Und in der Neujahrsansprache werden uns dann wieder schwere Zeiten angekündigt, so schwer, wie wir sie uns noch gar nicht vorstellen können. Bis wohin gehen denn Ihre schrittweisen Pläne?“

Sehr kluge Frau:(grinst)

Polterberg: „Abwarten.“

Zwischenrufer: „Der Souverän ist ein viel zu geduldiges Wesen. Er traut sich ja nicht mal zu Denken, sonst würde dem Grollen bald schon die Revolution folgen.“

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Redaktionsmitteilung: Das Flugblatt 72 für Oktober ist da

Liebe Leserinnen, liebe Leser, einer von Ihnen hat mir gesagt, dass „Das Flugblatt“ Meinung und Stimmung machen soll. Sonst würde es langweilig wie gleichgeschaltete Medien. Und das geht ja nicht. Wo doch das Bekenntnis zur Frechheit beim Flugblatt schon im Untertitel steht. Diesmal ruft der Liedermacher Konstantin Wecker zur Revolte auf. Die Erlauchte Runde in Aproposia befasst sich mit der Heuchelei politischer Verbalattacken im Wahlkampf, obwohl sie hinter den Kulissen doch alle das Gleiche wollen. Rot und Schwarz ergänzt sich prächtig. Aber es gibt laut Computer 16 MILLIONEN Fraben. Welch ein Reichtum, wozu die Beschränkung auf ein paar Tupfer? Orange zum Beispiel leuchten die Ahrenshooper Literaturtage im Blatt, und Lust auf Lesen macht die Rezensentin Helene Musfedder mit zwei Rezensionen der neuesten Ostseekrimis aus dem Hinstorff-Verlag. Kleiner Bittertropfen: Die Datei war 10 MB gross, und WordPress kann nur 8. Ich muss Das Flugblatt also in zwei Teilen hochladen, denn geht es wieder.

Das Flugblatt Nummer 72 TEIL EINS 01-Oktober-2013 –

Das Flugblatt Nummer 72 TEIL ZWEI 01-Oktober-2013 –

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