Redaktionsmitteilungen: Das Flugblatt Nummer 71 ist fertig

Liebe Leserinnen, liebe Leser, „Das Flugblatt“ Nummer 71 für den 1. September 2013 ist fertig. Diesmal ist der Weltfriedenstag der rote Faden, der sich von der erlauchten Gesprächsrunde in Aproposia bis zu den Bemerkungen des Barons von Feder spannt.

Link: Das Flugblatt Nummer 71 01-September-2013 –

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Anzeige Gruppe Artikel 20: Zum Weltfriedenstag am 1. September

Anzeige Gruppe Artikel 20

Zum Weltfriedenstag am 1. September 2013“

 Im August 1914 begann das Gemetzel des Ersten Weltkrieges. Im September 1939 begann das Gemetzel des Zweiten Weltkrieges. Der Frieden in der Welt wird erst dann erhalten bleiben, wenn ALLE Beteiligten Friedensfähigkeit lernen. Bisher glaubten sie irrtümlich, dass Wehrfähigkeit reicht. Wehrfähigkeit provozierte jedesmal Kriegsgeilheit. Stellst Du Wachen um Deinen Garten, kommen die Diebe erst recht. Wie in Friedenszeiten die Kosten, so wälzen in Kriegszeiten die Kapitalakteure und ihre politischen Marionetten in Regierungen und Parlamenten die Leiden auf die Menschen ab, die weder in die zwischenräuberischen Kostenspielchen des Wettbewerbs noch in die profitbringenden Kriegsverbrechen der Rohstoffsicherung hineingezogen werden wollen.

Am 22. September ist Bundestagswahl – Memento Radix

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Bewegungsmelder: Das Generationenmanifest

BEWEGUNSMELDER

Das Generationenmanifest

Nachlasssorgen“

 EIN Gutes haben social media auf jeden Fall: Man kann mit viel weniger Aufwand eine Unterschriftensammlung für eine Petition sammeln oder gar eine Bürgerbewegung starten. Spätestens seit der Demaskierung der planmäßigen Verelendungspolitik mit dem Namen Hartz Vier ist eine kaum noch überschaubare Zahl von Initiativen, Gruppen, Bewegungen angetreten, um laut und vernehmlich den Parlamentstätigen der Parteien als Souverän Aufgaben zu stellen, die zum Wohle der Allgemeinheit erfüllt werden müssen. Denn von allein begreifen Politiker nicht mehr, was Gemeinwohl ist.

 Wenn einer etwas geschaffen hat, will er es seinen Nachkommen hinterlassen. Viele Nachkommen freuen sich darüber. Wer erbt, was ihm nützt, hat etwas, was er in Ehren hält. Es gibt aber auch Hinterlassenschaften, die den Nachkommen nicht zumutbar sind, und dies sind zumeist industriell verschandelte Landschaften, verqueres Profitdenken und Dogmen in den Köpfen, die keine Lösung vom Profitdenken zulassen. Es ist den Nachkommen nicht zumutbar, Atommüll zu ertragen, Plasteabfälle in den Weltmeeren zu dulden, soziale Kälte zur Tugend zu erklären und Verantwortung für gefährliches Linkssoziales freiheitsgefährdendes Denken zu halten. (Linkssoziales freiheitsgefährdendes Denken birgt tatsächlich eine große Gefahr, nämlich die Gefahr, der krank machenden dauerhaften neoliberalen Wettbewerbseskalation in den Arbeitswelten zu entkommen).

Das Generationenmanifest“ heißt daher eine Aktion mit bereits über 40.000 Unterschriften unter einem Forderungskatalog mit 10 Punkten. Die Unterschriftensammlung soll der Politik NACH der Wahl am 22. September zwecks Abarbeitung übergeben werden. Der Text des Manifestes enthält 10 Warnungen und 10 Forderungen. Alles richtig, und scheint trotz des im Allgemeinen stehen gebliebenen Ausdrucks zu wirken, denn inzwischen sind schon 44383 Unterschriften eingegangen.

(Stand: 08. August 2013, 15 Uhr 08)

Die Initiative „Das Generationenmanifest“ wird von Claudia Langer aus München geführt. Sie ist Unternehmerin und Gründerin der Plattform utopia.de. Sie hat ein Buch mit dem Titel „Man müsste mal“ geschrieben.

Die Forderungen der Initiative sind (redaktionell zusammengefasst):

  1. Bekämpfung des Klimawandels muß als Staatsziel in die Verfassung.

  2. Die Energiewende muss als Erzeugungswende und als Sparwende forciert werden.

  3. Wir fordern Recht auf Mitsprache ein.

  4. Die Sanierung der Staatsfinanzen soll Verschuldung abbauen und kommende Ausgaben nachhaltig planen.

  5. Reform und strikte Regulierung der privaten Finanzwirtschaft.

  6. Wir fordern soziale Gerechtigkeit in Deutschland.

  7. Bekämpfung von Hunger, Armut und Unterentwicklung in der Welt.

  8. Nachhaltige Entwicklung der Wirtschaft.

  9. Bundeseinheitliche Reform des Schul-und Ausbildungssystems.

  10. Wir wollen einen neuen fairen Generationenvertrag.

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Rezension: „Die Gruppe“

Emanuel Weinlaub

Rezension „Die Gruppe“

 „Stabsschikanen

 Fast klingt es tröstlich, dass die Herren vom Regimentsstab einander genauso unkollegial behandelten wie bei den Gezwungenen die Eks die Glatten. Jedenfalls erweckt Klaus Jägers Buch „Die Gruppe“ diesen Eindruck. Darin bekommt ein Hauptmann der NVA psychosomatische Magenschmerzen und wird in eine zivile Klinik eingeliefert. Dort sollen seine Beschwerden untersucht werden. Zu diesem Zweck wird eine Gruppentherapie angeordnet. Die andern sind aber alle Zivilisten. Die Therapie verlangt also von dem Hauptmann eine Auseinandersetzung mit seiner bisherigen Lebensweise, und in der Darstellung derselben beschreibt der Autor Stäbe, Stabskultur und Offiziersdünkel. Die Namen von Regimentern und Divisionen sowie von Dienstgrad, Name, Dienststellung sind fiktiv. Nur ein genanntes Objekt existierte wirklich: „Miltärbezirk V“ in Neubrandenburg. Alle übrigen Einheiten, Dienstgrade, Charaktere hätten überall so auftreten können. Ich habe zum Beispiel eine Zivilbeschäftigte im Panzerregiment 8 in Goldberg erkannt, die Klaus Jäger gar nicht gemeint haben kann. Ihren Stabsfähnrichsgatten erkannte ich auch, obwohl er gar nicht gemeint war. Zudem erkannte ich das Artilleriieregiment „Krähennest“ in Rostock sowie das benachbarte Infanterieregiment 28 mit dem Namen „Schutzanzug“. Ich erkannte die jeweiligen StKPa, StKSc, Oos und weitere militärtätige Berufsausübende. Sie alle waren natürlich nicht gemeint. Wenn aber eine allgemeine Beschreibung so präzis ist, dass jeder Leser nach seiner Fasson seine eigenen Begegnungen erkennt, dann ist dieses Buch präzis wie ein Horoskop. Keiner ist gemeint, jeder wird erkannt.

Warum dies Buch bewegt, wenn doch das Personal vom Stabe ist, kann ich nicht erklären. Was geht mich der nervöse Magen eines Stabshauptmanns an, wenn ich mich an Schikanen von Unterleutnants, Berufswebfehlern und Kompaniechefs erinnere? Vielleicht will der Autor mit dem Buch auch nur sagen, dass der nie geliebte Militärdienst zu Recht unbeliebt war. Erst belabern sie einen, drei Jahre zu dienen statt anderthalb, und dann wird’s einem nicht gedankt. Der ganze Dienst basierte auf der Lüge der Unkollegialität. Beruhigend, dass es bei den Offizieren genauso zuging wie bei den Uffzes.

Klaus Jäger, „Die Gruppe“, Eigenverlag, Apolda 2011,

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Aproposia: Von verhassten Helden

APROPOSIA

 Von verhassten Helden“

 Bradley Manning wurde verurteilt, Edward Snowden für vogelfrei erklärt und Julian Assange hängt fest in der ecuadorianischen Botschaft in London. Sie sind verhaßte Helden – verhaßt bei Kriegstreibern, notorischen Betrügern und anderen Politiktätigen.

 Moderatorin: „Guten Tag, erlauchte Runde. Zum Weltfriedenstag am 1. September frage ich Sie rundheraus, welche militärischen Leistungsträger außer Napoleon Sie am meisten bewundern.“

Mesiramis Drohne: „Clausewitz. Preußische Tugend.“

Friedrich Innengreif: „Noske. Kein Weichei, klare Befehle.“

Zwischenrufer: „Bradley Manning.“

Mesiramis Drohne: „Zwischenrufer, wenn Sie Soldat wären, würden Sie den Kameradengefährder Manning mit ganz anderen Augen sehen.“

Zwischenrufer: „Jawoll, Herr Generalfeldschallmei.“

Friedich Innengreif: „Unerhört. Ich muss gleich mal telefonieren.“

Zwischenrufer: „Nummer is ja egal, wird sowieso abgehört.“

Die sehr kluge Frau: „Es ist wichtig, dass die Gen – ich meine, dass die genau wissen, wo es Keimzellen der Feindbegünstigung gibt.“

Mesiramis Drohne: „Das hätte jetzt von mir sein können.“

Sehr kluge Frau: „Ich weiß, darum spreche ich Ihnen auch mein uneingeschränktes Vertrauen aus.“

Mesiramis Drohne: (schweigt pikiert)

Unker: „Herr Innengreif, könnten Sie dann bitte gleich mit durchgeben, dass die vollständige Transparenz politische Interessen und Handlungen zum Nachteil Dritter unmöglich macht?“

Friedrich Innengreif: (will was sagen)

Moderatorin: (kommt ihm zuvor) „Unker, Sie schwafeln. Meinen Sie, Transparenz verhindert Kriege?“

Unker: „Indem sie sie unmöglich macht.“

Mesiramis Drohne und Friedrich Innengreif: „Also das ist ja wohl die Höhe.“

Sehr kluge Frau: „Ich sag nichts, ich bin die Chefin.“

Unker: „Schön, dann kann ich ja jetzt frei reden.“

Friedrich Innengreif: „Das ist Ihnen ohnehin in unserer freien westlichen Welt unbenommen.“

Unker: „Weil der erste September der Weltfriedenstag ist UND wir nicht sagen können, wieviele Kriege die Friedensbewegungen verhindert haben…“

Mesiramis Drohne: (verdreht die Augen) „Oh Gott.“

Dr. Liberalitas: „Die legitimen Bürgerrechte sind ein patriotisches, äh, schützenswertes Gut.“

Unker: „… so wollen wir wenigstens verhindern, dass der 3. Krieg nicht 99 oder 100 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg ausgelöst wird, und auch nicht in den kommenden 50 Jahren. Danach ist dann die nächste Generation Friedensbewahrer dran.“

Zwischenrufer: „Und dafür brauchen wir Männer wie Manning, Snowden und Assange.“

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Baron von Feder: Der Fuchs, der Igel und der Westen

Baron von Feder

Der Fuchs, der Igel und der Westen“

 „Ganz unverhofft auf einem Hügel / sind sich begegnet Fuchs und Igel“, beginnt eine gereimte Fabel von Iwan Krylow. Bis zu dem Wort „Hügel“ könnte das Verschen eine hübsche Sommeridylle werden. Ein Hügel und eine Begegnung könnten in der Beschreibung eines Wochenendausfluges vorkommen. So ein Wochendendausflug kann schön sein: Mit Kind und Kegel in die Natur, es glitzert ein See und lockt zum Bade, und die lieben Kleinen jubeln über Eis und Imbissbude. Aber ach, so frei wie Kinderseelen wird der Ausflug nicht. Denn es begegnen sich ja Fuchs und Igel. Sie sind nicht an Familienharmonie interessiert. „Halt“, sprach der Fuchs, „Du Bösewicht, kennst Du des Königs Order nicht?“ Es gibt so Leute, die wähnen sich als bevollmächtigten Umsetzer königlicher Orders, besonders wenn für ihr eigenes Ego ein erbärmlicher Vorteil entsteht. Sie sagen zutiefst überzeugt: „Ist nicht der Friede längst verkündigt? / Und weißt Du nicht, dass jeder sündigt, / der immer noch gerüstet geht? Geh her und übergib Dein Fell.“ Welch eine Heuchelei, die aus Feigheit entspringt. Amerika konnte Irak nur angreifen, weil es keine Atomwaffen hatte und Amerika also nichts zu befürchten hatte. Nur schwache Angriffsziele lohnen sich für die perversen politischen Entscheidungen über die Aufnahme unmenschlicher Militärtätigkeit. Da sprach der Igel: „Nur nicht so schnell. Lass Dir ERST die Zähne brechen / dann wolln wir uns wieder sprechen.“ Das macht der Fuchs natürlich nicht. Er ist schließlich wer, und die Welt kann ihn mal, meint er. Auf dem herkömmlichen Weg der Abrüstung ist offenbar kein Frieden möglich, weil die Abrüstung voraussetzt, dass einer anfängt und dabei dem andern vertrauen muss. Darum werden so viele Hügel für Familienwochenendausflüge gesperrt, den murrenden Menschen wird die Notwendigkeit der Freiheitseinschränkung für die Sicherheit verklärt, und der Igel „trotzt getrost der ganzen Welt / bewaffnet, doch als Friedensheld.“ Und die Moral von der Geschichte: Jeder Waffenbesitz gefährdet den Weltfrieden. Es ist völlig egal, ob die Waffen Terroristen, Amerikanern, Partisanen, der NATO, regulären Armeen oder Freiheitskämpfern gehören. Wer Frieden will, muss Friedensfähigkeit lehren und lernen. Das Dogma vom „Frieden, der bewaffnet sein muss“ gehört ins Archiv gelegt. Denn Sehnsema, Fuchs, und Hörnsema, Igel: Es gibt keinen gerechten Krieg. Und wenn Ihr wirklich auf Waffen verzichten wollt, schafft Euch durch Transparenz vertrauen. Bradley Manning, Julian Assange und Edward Snowden zeigten, wie es gehen kann.

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Baron von Feder: „Schach in Apolda – August 2013

DSCN1265Baron von Feder

Schach in Apolda“

 Niemand weiß, ob am Musenhof von Herzogin Anna Amalia Schach gespielt wurde. Niemand weiß, ob Herzog Carl August mit seinem Dichterfreund, Trinkkumpan und Lehrer für wilde Lebensart Johann Wolfgang Goethe auch mal Schach gespielt hat. Schach hätte ja bei Herrschaftens immer ein probates Mittel sein können, mit welchem sich Herrschaftswissen und Regierungsgeschäfte erlernen lassen. Schach ist aber auch für andere ein ideales Spiel mit dem Denken. Das beste am Schach ist die für das Spiel nötige Stille, die einem denkenden Menschen in kaum einer anderen Situation so selbstverständlich gewährt wird wie beim Schach. Vom 29. August bis zum 1. September finden ein paar Kilometer entfernt von Weimar wieder die Apoldaer Schach Open statt. Anmeldungen zu den 22. Apoldaer Schachopen sind unter der Adresse steiger-juergen@t-online.de möglich. Auf die Veranstaltung weist auch die Webseite www.schachopen-apolda.de hin. In den 21 Jahren der bisherigen Geschichte der Schachopen haben 3395 Spieler aus 24 Ländern ihre Figuren über die Bretter geschoben. Der Problemschachkomponist Lutz-Dieter Gruber aus Apolda hat für die diejährige Schachopen einen ausgesprochen kniffligen Zweizüger komponiert. Die Zugzwangstellung sieht unlösbar aus. Aber: „Jede Position auf dem Schachbrett hat eine Vorgeschichte.“ Wenn also Schach das Spiel der Könige ist und Könige ihr Tun als alternativlos darstellen, so haben sie nicht bedacht, dass es eine Vorgeschichte gab, die sie auf ihre Position brachte. Angie, memento radix.

Die ganze Aufgabenstellung heißt: „Die Stellung zeigt den schwarzen König in einer beängstigenden Lage am Brettrand, der Untergang ist also vorprogrammiert. Der Gewinnweg zeigt sich aber erst, wenn erkannt wird, dass es sich hier um eine Zugzwangstellung handelt, und wenn man erkennt, dass eine Position immer auch eine Vorgeschichte hat.“ Bis 20. August muss die Lösung in der Redaktion der Zeitung „Thüringer Allgmeine“ vorliegen. (apolda@thueringer-allgemeine.de) Es genügt die Angabe des ersten weißen Zuges. Wenn DER stimmt, stimmt auch alles andere.

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Redaktionsmitteilungen: Das Flugblatt Nummer 70 für den 1. August 2013 ist da

Liebe Leserinnen, liebe Leser, der Erste August nähert sich trotz der Hitze mit raschen Schritten. Kühlender Schatten belaubter Alleen kühlt des nahenden Ersten schweissnasse Stirn. Der Rest des Zeitlaufes ist weniger idyllisch. Der überwachte Staat Deutschland ist selbst kein Überwachungsstaat, meint eine sehr kluge Frau aus Berlin hat festgestellt, dass das Volk den Maßstab seiner beschränkten Einsichten nicht an das Handeln der Regierung anlegen soll. Die sehr kluge Frau möge bitte den Namen des Volkes, ihres Souveräns, nicht mißbrauchen. So steht es in der Sammlung APROPOSIA.
Das Foto dieser Ausgabe hat hingegen wieder mit einem ganz anderen Freiheitsgefühl zu tun. Es zeigt Kitesurfer am Saaler Bodden. Rezensiert hat das Flugblatt diesmal Ernst Vollands Buch „Genussvoll verzichten“. Es öffnet die Augen und schärft die Sinne.
Um die Verbesserung der Justiz durch systemisches Konsensieren hat sich Erich Visotschnigg verdient gemacht. Rechtssprechung auf diese Weise leuchtet irgendwie spontan ein.
Baron von Feder hat einen kühnen Sprung, einem Panter gleich, von der Weimarer Klassik am Musenhof von Herzogin Anna Amalia und ihres Sohnes Carl August hin zu den „Apoldaer Schachopen“ getan.
In eigner bescheidener Sache möchte das Flugblatt auf die Publiaktionen „Arbeit ist, was einer tut“ und „Akt & Landschaft – Geschichte einer Fotoausstellung“ hinweisen. Beide sind auf Bestellung an hannes.nagel@das-flugblatt.de für drei Euro in Ringösenbindung erhältlich, Gedruckt wird auf Bestellung. Daher sind Bestellungen dann auch gleich verbindlich. Geht nicht anders.
Und hier ist der Link: Das Flugblatt Nummer 70 01-August-2013 – neues Layout

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Baron von Feder: Klassik in Weimar, Schach in Apolda

Baron von Feder

Klassik in Weimar, Schach in Apolda“

 Die rund 25 Jahre der Weimarer Klassik entstanden durch mehrere gleichzeitige Umstände. Der junge Herzog war noch nicht volljährig, so dass die Staatsgeschäfte von seiner noch jungen Mutter Anna Amalia geführt wurden. Als Regentin hatte sie aber nicht vollständige Souveränität. Daher blieb viel Zeit für Geist, Kultur, Unterhaltung und Komödie. Weil es zwischen Gelehrten und Künstlern und Höfen gute Kontakte gab, sprach es sich herum, dass der Weimarer Hof ständig neue Geistesgrößen suchte. Schließlich war Anna Amalia durch den Braunschweiger Hof Geist und Kultur samt Glanz gewöhnt, und Weimar war – nun ja, etwas provinziell, etwas rückständig und konnte eine leichte Horizonterweitgerung gut gebrauchen. Trotz oft knappper, meist aber leerer Kassen legte Anna Amalia Wert auf ein beständiges Kulturbudget, welches Kürzungen im Theater nicht vorsah und immer eine Art Mindestentlohnug für die Künstler, Dichter, Philosophen, Prinzenlehrer vorsah. Außerdem war den Bürgern innerlich nach Unterhaltung, Ablenkung, Theater, Witz, Klatschzeitungen und allerlei Kurzweil zumute. Aus der ehrwürdigen Nacht der Kirchen hatte sie die Kunst ans Licht gebracht, und nun wollten sie nicht mehr ins Dunkle zurück. Wer einmal leckt, der weiß, wies schmeckt. Auffallend ist auch, dass fast alle, die sich am Weimarer Hof sammelten und dort Klassik machten, eigentlich andere Pläne hatten, die sich aber nicht verwirklichen ließen. Alle kamen von außerhalb. Goethe aus Frankfurt, Wieland aus Göttingen, Herder war auch nicht aus Weimar und das ganze Casting kann man in dem Buch „Die Geschichte des Weimarer Musenhofes“ von Wilhelm Bode nachlesen. Kurzweilig, faszinierend, anregend und humorvoll geschrieben ist das Buch. Zwei Zeitungen verbreiteten auch „Achso-Effekte“: Wielands „Deutscher Merkur“ und nachher das „Tieffurter Journal“. Beide machten mit Rezensionen neugierig auf Theater und gedruckte Literatur, und weil sie regelmässig erschienen, machten sie Lust zum Lesen. Immerhin, dachten Leserinnen und Leser, es steht ja in der Zeitung, es KÖNNTE also etwas dran sein. Heute gibt es nur wenig, was mit der Weimarer Klassik vergleichbar wäre. Bildende Kunst, Literatur, Musik, Theater finden von ein paar „Marktgrößen“ abgesehen nur kümmerliche Krümel wie die Spatzen am Residenzcafe in Weimar, wenn Touristen und Studenten, aber auch Berufstätige bei ihre vertraglich geregelten Pause die Frühstückskarte rauf und runter bestellen. Für die Spatzen des Kulturbetriebs gibt es heute wenig Interesse, wenig Bedarf und wenig Wertschätzung. Diese drei hat der sogenannte Markt an sich gerissen. In einem solchen geistlosen Marktklima kann nur mühsam eine neue Klassik entstehen. Die Heutigen KÖNNEN es immerhin noch. Man muss sie nur lassen.

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Niemand weiß, ob am Musenhof von Herzogin Anna Amalia Schach gespielt wurde. Niemand weiß, ob Herzog Carl August mit seinem Dichterfreund, Trinkkumpan und Lehrer für wilde Lebensart Johann Wolfgang Goethe auch mal Schach gespielt hat. Schach hätte ja bei Herrschaftens immer ein probates Mittel sein können, mit welchem sich Herrschaftswissen und Regierungsgeschäfte erlernen lassen. Schach ist aber auch für andere ein ideales Spiel mit dem Denken. Das beste am Schach ist die für das Spiel nötige Stille, die einem denkenden Menschen in kaum einer anderen Situation so selbstverständlich gewährt wird wie beim Schach. Vom 29. August bis zum 1. September finden ein paar Kilometer entfernt von Weimar wieder die Apoldaer Schach Open statt. Anmeldungen zu den 22. Apoldaer Schachopen sind unter der Adresse steiger-juergen@t-online.de möglich. Auf die Veranstaltung weist auch die Webseite www.schachopen-apolda.de hin. In den 21 Jahren der bisherigen Geschichte der Schachopen haben 3395 Spieler aus 24 Ländern ihre Figuren über die Bretter geschoben.

Abbildung Schachopen 2013

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Na bitte: „Theo Fischer“ ist wieder im Nothafen Darßer Ort

Am Mittwoch (17. Juli) lief der Seenotretterungskreuzer Theo Fischer“ wieder im Nothafen Darßer Ort (Prerow) ein. Nach schier endlosem Hickhack zwischen Behörden, Ministerien und Umweltschützern bekam ein Bagger Schachterlaubnis. Die Fahrrinne soll nun solange regelmäßig frei gehalten werden, bis eine andere Hafenlösung gefunden ist, die dem Seenotkreuzer einen optimal kurzen Weg ins Einsatzgebiet ermöglicht. Links sieht man „Theo Fischer“ an seinem Liegeplatz. Masten von Segelbooten deuten an, dass auch die Sportschifffahrt hier wieder festmacht, wenn der Törn sonst nicht zu schaffen ist. (Dunkelheit, Wind, schlechtes Wetter, Gefahr) Im Bild rechts nähert sich eine Yacht der Hafenausfahrt. Das Bild unten zeigt: Die Aus-und Einfahrt zum Nothafen Darßer Ort ist passierbar.

Na bitte Nothafen Darßer Ort wiord wieder genutzt

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