Aproposia: Von den Nichtstuern, die sich beschuldigten

APROPOSIA

 Von den Nichtstuern, die sich beschuldigten“

 Der Seenotrettungskreuzer „Theo Fischer“müsste eigentlich im Nothafen Darßer Ort liegen, damit er ohne Zeitverzug in seinem Einsatzgebiet Hilfe leisten kann. Das verhindern Verwaltungsbürokratie und Umweltschutz seit Jahren regelmäßig. Ende Juni 2013 war es mal wieder so weit.

 Moderatorin: „Guten Tag, erlauchte Runde, ich sehe gerade, Friedrich Innengreif und Mesiramis Drohne fehlen – sind die entschuldigt oder hecken die was aus? Weiß jemand was? Sie vielleicht, Unker?“

Unker: „Ich, äh, – nö, keine Ahnung.“

Zwischenrufer: „Ich notiers mir mal, vielleicht klärt sich das ja bis zu unserem nächsten Treffen.“

Moderatorin: „Gut, dann können wir ja beginnen. Was steht an?“

Seenotretter: „Aus unserer Sicht steht die Verarschung um die Versandung des Nothafens Darßer Ort an.“

Moderatorin: „Wer verarscht Sie?“

Seenotretter: „NaBu&Co. Immer, wenn der Bagger vom Wasserstraßenamt anrücken soll, stoppt Nabu&Co das wieder.“

NaBu&Co: „Wir weisen jede Verantwortung entrüstet von uns. Wir sind garantiert der falsche Adressat.“

Jurist: „Allerdings haben Sie doch erst durch die Einstweilige Verfügung den Stopp der gerade erteilten Ausbaggerungsgenehmigung bewirkt. Das war doch wirklich bloß reine Rechthaberei von Ihnen:“

Nabu&Co: „Aber es gibt doch Alternativen.“

Zwischenrufer: „Lassen Sie das mal die Merkel hören, solange sie noch….“

Moderatorin: „Zwischenrufer, keine Wählerbeeinflussung hier.“

Zwischenrufer: (grinst die Moderatorin an)

Moderatorin:(grinst zurück)

Moderatorin: „NaBu&Co, wenn der ganze Hafen versandet ist, was ist dann?“

NaBu&Co: „Tja, äh, Biotop, Pflanzen, Insekten, Vogelschutz -Was soll denn die Frage?“

Moderatorin: „Wie lange soll Euer Hickhack noch gehen?“

NaBu&Co: „Bis der Bodden-Durchstich da ist oder ein Inselhafen gebaut ist, und das Land und die Kommunen zahlen.“

Unker: „Höhö – also wieder wir.“

Marktpropaganda: „Bald ist genügend Geld da, denn unterm Darßwald liegt Erdöl für 500 Millionen Äppel jährlich.“

Zwischenrufer: „Na, Bu&Co, was meinst: gülten Deine Umweltargumente noch gegen 500 Millionen Euronen?“

Nabu&Co: „Für Geld können wir über alles reden.“

Ruf von der Ostsee: „Hilfe, Mastbruch und Verletzte. Brauchen Notarzt.“

Seenotretter: (saust weg, Stuhl kippt um)

Unker: „Und schöne Grüße vom Darß – das wars.“

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Baron von Feder: Am Darßer Ort wird (doch nicht) gebaggert

Baron von Feder

Am Darßer Ort wird (doch nicht) gebaggert“

 Urlauber würden sich in der Region Fischland, Darß und Zingst am liebsten nur für das Wetter, die Natur, den Strand, das Baden, Segeln und Surfen interessieren. Eins wollen sie am liebsten nicht: von Energiepolitik, Verkehrspolitik und Naturschutzquerelen belästigt werden. Werden sie aber, denn sie werden mit hineingezogen. Die Themen heißen Boddendurchstich in Zingst und Ausbaggerung des Nothafens Darßer Ort in Prerow. Die Entdeckung von soviel Erdöl unterm Darßwald, dass die Region „jährlich 500 Millionen Euro“ bekommen könnte, schaltet bereits jetzt reihenweise Gehirne ab. Dagegen klingt das Affentheater um den Nothafen Darßer Ort wie eine harmlose Posse, über die eigentlich ein Theaterschwank geschrieben und an den Sommerbühnen der Zeltplätze und Kurorte aufgeführt werden müsste.

Um den24. Juni herum erteilte die Landesregierung in Schwerin die Erlaubnis, dass der Nothafen ausgebaggert werden darf, um dem Seenotrettungskreuzer „Theo Fischer“ einen Liegeplatz zu schaffen. Am 28. Juni war der Kreuzer schon mal vor Ort. Er lag querab von der Hafeneinfahrt, als harre er des Baggers, der ihm sein Bett bereitet. Vor der Hafeneinfahrt liegt quer eine Sandbank. Außerhalb von ihr liegen zwei Fischerboote, die anderenfalls nicht mehr aus dem Hafen heraus kämen. Eine halbe Stunde nur würde Theo Fischer brauchen, um Surfer, Segler oder abgedriftete Schwimmer zu retten. Zur Zeit liegt Theo Fischer wieder in Barhöft, wodurch er eineinhalb Stunden länger in sein Einsatzgebiet braucht, welches nun mal vor Darßer Ort liegt. Denn die Besatzung hatte zwischenzeitlich erfahren, dass nun doch nicht gebaggert wird. „Die Grünen“, sagt ein Seenotretter, und man kann sich den Tonfall seiner Stimme vorstellen – „haben per Einstweiliger Verfügung wieder alles gestoppt. Ich glaub ans Ausbaggern erst, wenn der Hafen fertig ist.“

Das kann dauern. Und solange wird wohl nicht jeder Einsatz glimpflich verlaufen, sagt die Wahrscheinlichkeit.

28-06-2013 Hafeneinfahrt quer versandet

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Bewegungsmelder: Neues vom Nothafen „Darsser Ort“

28-06-2013 Neues vom Darsser Ort

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Baron von Feder: Grundeinkommen ist Gemeinlohn

Baron von Feder

Arbeit ist, was einer tut“

 Folge 4: Grundeinkommen ist Gemeinlohn

 Grundeinkommen ist Gemeinwohl

 Der Saustall Hartz Vier lässt sich durch die Anwendung einer schon bestehenden Erfindung ausmisten: Durch die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens für jeden. Die einen rufen Hurra das ist die Lösung, die anderen halten das für völlig unfinanzierbar, und selbst die hierdurch Beglückten meinen oft: Der Mensch ist noch nicht bereit dazu.

Doch, das ist er. Wenn Grundeinkommen und Arbeit auf alle verteilt würden, könnte es funktionieren. Bereits bestehendes Vermögen wäre unantastbar für die Gesellschaft, aber verfügbar für die Besitzer. Praktisch könnte das Grundeinkommen auch eine Grundausstattung genannt werden. Jeder Bürger könnte zu Beginn der Volljährigkeit mit 18 Jahren oder bereits mit 14 Jahren ein finanzielles Startpaket vom Staat erhalten. Das Paket fördert den Gedanken an Sparsamkeit, klugem Einsatz der Mittel und erzieht zur Ehrlichkeit in geschäftlichen Dingen. Wenn man eine unternehmerische Tätigkeit nie gelernt oder eingeübt hat, fällt man regelmäßig immer wieder auf „Schwarze Schafe“ herein. Sie leben bevorzugt in den Branchen Telekommunikation, Versicherung und Krankenkasse. Die Aufzählung der Branchen betrifft natürlich nur die Schwarzen Schafe in diesen Branchen, also die „Schwarze Unterbranche“. Alle anderen sind natürlich davon ausgenommen. Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen könnte die Arbeitslosigkeit auf einen unbedeutenden Wert sinken, der ohne Einschränkungen von der Gesellschaft „mitgezogen“ werden kann. Schließlich braucht die Gesellschaft keine Arbeitsbeschaffung, sondern Einkommensbeschaffung. Nicht spricht dagegen, arbeitslose Angehörige unterschiedlicher Berufe in dezentralen Gruppen zusammen zu fassen, um ihre Fähigkeiten zur Selbstversorgung einzusetzen. Zwei der größten Kostenprobleme der gegenwärtigen Gesellschaft – Miete und Energie, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung – wären mit einer Neugestaltung des Prinzips Wohngemeinschaften lösbar. In früheren Jahrhunderten konnte man in die Neue Welt auswandern, um sich eine neue Existenz aufzubauen. Heute heißt die Herausforderung für die Armen, sich innerhalb der reichen Gesellschaft eine neue Existenz aufzubauen. Beide Seiten müssen nur wollen.

 Leseempfehlungen:

 Anna K., „Total bedient“

Hannes Nagel, „Omelett oder Rührei eine franziskanische Wirtschaftsordnung“

Hannes Nagel, „Übrigbleibende Wege“

Holdger Platta, „Kaltes Land“

Inge Kloepfer, „Aufstand der Unterschicht“

Jean Ziegler, „Der Haß auf den Westen“

Julia Friedrich, Eva Müller, Boris Baumholt, „Deutschland Dritter Klasse“

Reinhard Stransfeld, „Deutschland zerfällt“

Thomas Rietzschel, „Die Stunde der Dilettanten“

Ulrike Hermann, „Hurra, wir dürfen zahlen“

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Baron von Feder: Das Gemeinwohl ist der Gemeinlohn

Baron von Feder

Arbeit ist, was einer tut“

 Folge 3: Das Gemeinwohl ist der Gemeinlohn

 Das Gemeinwohl könnte der Gemeinlohn sein

 Um uns selber müssen wir uns selber kümmern“, dichtete Bertolt Brecht und die Erwerbslosen von heute erleben täglich: man will sie nicht und doch müssen sie sich ausgerechnet an jene wenden, die ihnen gar keine Hilfe in der Not geben wollen. Menschen in der Notlage eines fehlenden Einkommens können einzeln nichts machen, aber gemeinsam. In der Gemeinschaft einer Selbstverwaltung der Arbeitslosigkeit stecken viele Möglichkeiten: Sie befreit von Sanktionen und Schikanen und wird von Menschen vorgenommen, die ihre Fähigkeiten kennen und für anstehende Aufgaben einsetzen können. Die Selbstverwaltung der Arbeitslosen muss daher ohne Bitte um Erlaubnis oder Zustimmung und überhaupt ohne Antrag erfolgen. Wenn der Staat nicht bereit ist, 12.000 Euro pro Jahr und Kopf einkommenslosen Menschen oder Minijobbern zur Verfügung zu stellen, muss es auch mit weniger gehen. Dann würde es eben Arbeitsgruppen oder Arbeitszellen geben von Berufen, deren Fähigkeiten sich ergänzen. Zellen klingt besser, denn es erinnert an das revolutionäre Umfeld, welches es in früheren Zeiten von Kämpfen für eine soziale Einträglichkeit gab. Frühere Zeiten: Das heißt: So um Bismarck herum. Die Gruppe der Einkommenslosen in einer Stadt dürfte groß genug sein, um auch Leute zu enthalten, die Listen mit den anstehenden Aufgaben und weitere Listen mit den zur Arbeit bereiten Bürgern anfertigen können. Dann kennt man die Belegschaftsstärke und die Kenntnisse und kann jeden nach seinen Fähigkeiten einsetzen. Der Lohn für die geleistete Arbeit könnte spaßeshalber mal den Kommunen in Rechnung gestellt werden. Sie würden es ganz gewiß nicht zahlen. Aber sie müssten schon jetzt die Kosten der Sozialversicherung, der Rentenbeiträge und für die Mieten übernehmen. Wenn der Staat dieses DAS tut, bedeutet es im Prinzip, dass die Bürger zu Stadtbeschäftigten werden, aber nicht als Angestellte, sondern in einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts als Mitgesellschafter. Sogar kommunale Tagelöhner eines Tagelöhnermarktes aus dem Ein-Euro-Sektor könnten Mitgesellschafter werden. Das besagt die Pflicht zur Grundsicherung. Die Erlöse aus der geleisteten Arbeit – Umsätze durch Touristen, Einnahmen aus Vermietung von Ferienunterkünften, mobile Versorgung mit Früchten aus Gärten – stehen dann denjenigen zu, die selbst die Ärmel hochgekrempelt haben und in dem zum Saustall gewordenen Sozialstaat mal aufräumen.

Schrieb ich „Saustall“? Ja. Hartz-Vier ist ein Saustall.

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Baron von Feder: Was einer tut, soll bezahlt werden

Baron von Feder

Arbeit ist, was einer tut“

 Folge 2: Was einer tut, soll bezahlt werden

 Jegliche Betätigung zum Erhalt des Lebens ist Arbeit. Jegliche Form von Arbeit ist deshalb auch als Arbeit anzuerkennen. In der Realität gilt aber ein verschwiegener Grundsatz: Arbeit dient nur dann dem Erhalt des Lebens, wenn durch die Tätigkeit das zum Leben benötigte Tauschmittel Geld den Arbeitenden zur Verfügung gestellt wird. Die monetäre Anmaßung dieser Geisteshaltung ist ein Willkürinstrument der Beherrschung der Lebensqualität von Menschen. Wenn der Lohn für eine geleistete Arbeit verweigert wird, werden Menschen dahin gedrückt, nur solche Arbeiten auszuführen, von denen ein Dritter den Nutzen hat. Zum Beispiel spinnt einer für 20 Pfennig Wolle für einen andren, der mit dieser Wolle dann 100 Pfennige verdient, indem er sie überteuert an jemanden verkauft, der daraus einen Stoff webt. Besser wärs da schon, wenn Spinner und Weber gemeinsam am Stoff wirken, dann noch einen Schneider dazu nehmen, und sich den Erlös von Kleid und Hemd und Hose teilen. Ein Lohnvergabeprinzip für nur solche Tätigkeiten, die den Mächtigen gerade genehm sind, bedeutet Unfreiheit. Sklaverei. Abhängigkeit.

Das Beispiel scheint im ersten Moment ein hinkender Vergleich zu sein, denn Spinner, Weber und Schneider sind in der Regel arbeitslos in der Bedeutung: „Mensch ohne Einkommen als selbständiger Unternehmer oder ohne Besitz eines Arbeitsvertrages“. Wer also ohne Arbeitsvertrag oder Gewerbeschein einer dem Lebenserhalt dienenden Tätigkeit nachgeht, wird amtlicherseits nicht als arbeitender Mensch anerkennt. Daher wird ein solcher Mensch auch systematisch von sozialer Unterstützung ausgeschlossen. Und dennoch ist das Sammeln von Pfandflaschen zum Zwecke des Umtausches gegen Geld harte Arbeit, genau wie Schuften auf dem Bau, Räuchern von Fischen oder der Job als Lageraushilfe in der Kaufhalle. Und wenn einer im Herbst Äpfel von Straßenbäumen erntet, so ist das sein gutes Recht und fleißige Arbeit, genau wie die Ernte von Äpfeln als Saisonarbeiter oder Ein-Euro-Jobber auf einer Plantage eines Plantagenbesitzers fleißige Arbeit ist. Jeder einzelne Arbeitslose ohne jegliches Einkommen, aber mit dem Wunsch nach Arbeit, Leben, Geldverfügung könnte seinen Lebensunterhalt durch sinnvolle Arbeit erhalten. Die behördliche Arbeitsverwaltung durch die Jobcenter wäre überflüssig, wenn die Verwaltung der Arbeit und die Erhaltung eines menschenwürdigen Lebens in den Händen der Arbeitslosen selbst läge. Arbeitslose brauchten sich dazu nur in einer „Genossenschaft eigenverantwortlicher Arbeitsverteilung“ (GEAV) zu organisieren. Für den leider nicht völlig überflüssigen monetären Aspekt benötigt dieser Tagelöhnermarkt lediglich eine jährliche Abschlagszahlung an die Arbeitslosen in Höhe von 12.000 Euro pro Mensch. Die Einnahmen aus der Arbeit würden der Gemeinschaftskasse wieder zufließen, um den Tagelöhnermarkt auch im Folgejahr zu bedienen.

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Baron von Feder: Arbeit ist, was einer tut

Baron von Feder

Arbeit ist, was einer tut“

 Folge 1: Lebenserhaltung ohne Umwege

 In der üblichen Arbeitswelt nennt man den Lohn den Lebensunterhalt. Jemand verdient seinen Lebensunterhalt, indem er für einen anderen Arbeit verrichtet und im Idealfall dafür das Geld bekommt, um die Miete zu bezahlen und Lebensmittel sowie Kleidung. Wenn das Geld dafür nicht reicht, muss man sich einschränken oder mehr fordern. Praktisch läuft es immer auf das Einschränken hinaus. Denn die Kosten steigen, weil die Angehörigen anderer Arbeitswelten die Möglichkeit haben, die Bedingungen der lohnabhängigen Arbeitswelt nach ihrem Willen zu gestalten. Wenn arme Menschen sparen müssen, sind Ämter ganz schnell mit dem Spruch zur Stelle: „Sie müssen ja nicht teuren Kaffee trinken, Kaffee ist Luxus, den brauchen Sie nicht. Es sei denn, Sie können ihn sich leisten.“ Kaffee ist kein Luxus. Kaffee ist für Kaffeetrinker die erste Freude des Tages. Es ist ein Genuss, wie kurz innezuhalten , in die Sonne zu blinzeln, den Duft der Blumen zu atmen und sich innerlich bereit zu machen für die Tätigkeiten, die in den nächsten acht Stunden zuzüglich An-und Abfahrt zur Arbeitsstelle getan werden sollen. Essen kochen, Gäste bedienen, Brötchen backen, Regale auffüllen, Rechnungen buchen, Verbände wechseln, Patienten pflegen, Züge abfertigen, Fahrkarten kontrollieren, Zeitungen verkaufen, Haare schneiden, Waren ausliefern, Güter transportieren, Straßen reparieren, Rasen mähen, Straßen reinigen, Wäsche waschen und Formulare bearbeiten. (Komisch, dass Leute, die über andere Menschen amtliche Entscheidungen treffen dürfen, Sachbearbeiter genannt werden, obwohl sie für Menschen zuständig sind.)

Das Leben kann also nach tiefsitzenden Ansichten und Verhaltensmustern nur über den Umweg eines Lohnes erhalten werden. Die Höhe des Lohnes beeinflusst die Dauer des Lebens. Jede Arbeit soll dazu dienen, am Leben zu bleiben, sich gesund zu ernähren, zu wohnen, wie es dem Wesen des Menschen entspricht, und ein variables Tauschmittel zu haben, mit dem man als Maler die Dienste eines Arztes für sich nutzen kann, wenn der gerade im Gegenzug keinen Bedarf hat, die Wände gestrichen zu bekommen. Nur für solch eine Art von Fähigkeitsaustausch ist Geld als Tauschmittel sinnvoll. Geld ist nur eine Variable. Es hat an sich gar keinen Wert. Geld ist nur das Wort „Dingsda“ in einer Kommunikation, wenn dem Sprecher ein konkretes Wort nicht einfällt. Geld ist abstrakt, aber Arbeit, Tat und Handlung sind konkret.

 –>Folge 2: Was einer tut, soll bezahlt werden

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Baron von Feder: 17. Juni – Tag des Wutbürgers

Der 17. Juni ist der Tag des Wutbürger, obwohl es das Wort Wutbürger 1953 nicht gab. Wut jedoch schon. Ab sofort darf die jährlich gestaute Wut an jedem 17. Juni heraus gelassen werden. Zur Gewährleistung von Ruhe, Sicherheit und Ordnung wird der Tag als „Tag des Wutbürgers“ unter den besonderen Schutz staatlicher Feiertage gestellt. Der Präsident sagt auch, wenn ich richtig gehört hab.

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Redaktionsmitteilung: Das Flugblatt 69 für 1. Juli ist schon da

Liebe Leserinnen, liebe Leser, das neue Flugblatt ist schon da. Ich wollte wirklich, wollte wirklich erst am Ersten publizieren, doch dann musst ich doch dann musst ich auf nen Deppen reagieren. Die Themen diesmal:

Link: Flugblatt Nummer 69Nr1 -01-07-2013

Aproposia: Von Teekesseln und Bullenkesseln
Rezension: Alle meine Wünsche
Foto: La femme et la flamme de l‘Abbé du Prat
Nochn Buch: Reinhard Stransfeld hat die Lösung
Bewegungsmelder: Das Berliner Manifest
Baron von Feder: Wunschzettel

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Rezension: Deutschland zerfällt

cover rezi deutschland zerfällt

Reinhard Stransfeld hat die Lösung

Das Staatsprinzip von Demokratien ist die Gewaltenteilung in Legislative, Exekutive und Judikative. Ausgenommen davon ist die Wirtschaft. Die Wirtschaft auch demokratischer Staaten basiert auf Raub, Betrug, Kriminalität. Bei Marx hieß dies: „Die ursprüngliche Akkumulation des Kapitals“. Reinhard Stransfeld meint in seinem Buch „Deutschland zerfällt“ auf Seite 99, dass es in der Wirtschaft einfach nur eine funktionierende Gewaltenteilung geben müsse, und schon würden Kosten nicht mehr auf Kunden abgewälzt werden und die Sozialgesetzgebung keine derart unrechtstaatlichen Auswüchse haben wie das Strafgesetzbuch II, Verzeihung, das Sozialgesetzbuch II. Darin steht die Handlungsanleitung für den Umgang mit Hartz-Vier-Opfern.

Stransfelds Buch ist in einfacher klarer Sprache geschrieben, muss aber trotzdem mehrfach gelesen werden, weil die Sätze ganz schön inhaltsschwer sind. Da bleiben die Gedanken nicht einfach im Geist hängen wie eine Liedzeile, die man beim ersten Hören nie mehr vergisst.

Reinhard Stransfeld, „Deutschland zerfällt“, Europaverlag, Berlin 2013

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