Alles Wissen ist unmoralisch, wenn es die Menschlichkeit ausklammert. Was nützt es, ein Genie zu sein oder der größte Künstler oder ein Spezialist, wenn der Preis dafür die fehlende Herzlichkeit ist
Lieber kleine Fehler als professionelle Perfektion mit herzloser Automatenkälte
Arbeit ist, was einer tut, um zu leben.
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Einerseits ist man selbst gar nicht so wichtig, aber wenn man sich nur um seine Mitmenschen kümmert, kann man sich selbst verlieren, und wer sich selbst verloren hat, kann sich nicht mehr um seine Mitmenschen kümmern. Das ist das notwendige Minimum an Egoismus.
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Wem ich aus dem Herzen sprechen will, in dessen Herz muss ich drin sein. Herzen öffnen sich von innen nach außen („entgegenkommend“). Ich kann nur jemandem aus dem Herzen sprechen, der mich dafür zugelassen hat. Es ist ein großes Glück, zugelassen zu sein.
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Man darf einen Menschen nicht nach den Akten bewerten, die es über ihn gibt. Am Exkrement erkennt man nicht, ob einer ein Gourmet war.
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Wer gegen etwas kämpft, bekämpft oft sich selbst, denn wer kämpft, ist nicht besser als das, was er bekämpft. Wer den Teufel mit einem Furz bekämpfen will, verbreitet genauso schlechte Luft wie der Teufel auch.
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Einsam ist man erst dann, wenn man überhaupt nicht mehr wahrgenomnmen wird. Nicht mal im Kreise anderer Menschen.
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Sei doch froh, wenn Du die Fähigkeit zum Genießen hast. Andere haben die Möglichkeit, aber nicht die Fähigkeit. Um Möglichkeiten zu nutzen, braucht man Fähigkeiten, um mit den Möglichkeiten umzugehen.
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Der Ruhm mancher Leute beruht nur darauf, dass sie die richtigen Schreiber hatten.
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Keine Aufgaben zu haben und trotzdem aktiv zu sein, ist wie Stehen eines Autos mit laufendem Motor im Leerlauf an einer roten Ampel, während der Fahrer ungeduldig auf grün wartet.
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Es ist angenehmer, das Alter als Summe des Erreichten und des noch Erreichbaren zu sehen. Ich bin 5 Bücher, 3 Freunde und eine breite Themenkompetenz alt.
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Kreativität ist eine Trainingsfrage. Wenn man daran gewöhnt ist, wird sie zum Bedürfnis.
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Für manches, was man nicht kann, ist man nicht zu dumm, man ist nur nicht daran gewöhnt.
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Die Urheberrechte am Umriss der BRD haben die Allierten.
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Das politisch Unlösbare löst man mit Heiterkeit.
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Die Bedeutung von etwas entspricht immer nur dem, wie einer das Etwas wahrnimmt. Darum wohl wollen Kunst, Literatur und Prominenz wahrgenommen werden. Was nützt der schönste Witz oder das schönste Bühnenstück, wenn der Witz nicht erzählt wird und das Stück kein Publikum findet?
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Man muss solange leben, bis man das Neue erlebt und dann noch etwas darüber hinaus, um es vergleichen zu können.
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Das Leben balanciert zwischen Drama und Komödie. Drama und Komödie haben die gleichen Wurzeln.
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Sogar die Wissenschaft kann freier sein, wenn keiner besser sein MUSS als der andere. Wettbewerb ist DOOF.
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Orientierung ist doch kein Dogma, sondern ein lateinamerikanischer Tanz.
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Ich bin kein spät Berufener, sondern ein lange Gehinderter.
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Schlaflied eines Leutnants: „Wenn ich einmal Reichswehr“.
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Ich habe zu viel Achtung vor dem Volk als dass ich Politiker werden könnte.
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Ich fische im Wörter-See und mache daraus eine Buch-Suppe.
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Menschenverachtung erkennt man manchmal erst, wenn die Verachtung für das Leben das eigene Leben betrifft. Siehe Hartz Vier. Wer davon nicht betroffen ist, erkennt nicht den Hass, der vom Staat gegen seine Opfer ausgeht.
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Man glaubt gar nicht, was ein Mensch alles aushalten kann, wenn es um Menschlichkeit geht.
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Der Sozialismus starb aus Mangel an Ästhetik.
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Schafe sind nicht dumm, nur in manchen Situationen überfordert.
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Wehre Dich nicht gegen Deine Reife, wenn sie Dich erreicht hat.
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Der Westen erkennt nichts an, weil er egoistisch ist. Jeder anerkennt nur sich selbst.
Erst muss man wissen, wessen Sklave man ist. Dann kann man Pläne schmieden, wovon man sich wie befreien will.
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Man kann nicht gegen jedes Brüllen um Ruhe bitten.
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Macht ist Situationsgestaltung.
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Politik ist die Kunst, private Geschäftsinteressen als das Große Ganze zu tarnen und dieses als Gemeinwohl auszugeben.
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Gesetze sind nicht zur Aufbauplanung einer Gesellschaft da, sondern zur Regulierung von Fehlentwicklungen.
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Ich kann alles, außer Geld verdienen. Das beweist, dass das Prinzip Geld falsch ist.
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Im nächsten Krieg werden sie sich alle einig sein, so dass man nirgends hin fliehen kann. Es wird ein interkontninentaler Krieg.
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Was nicht zu ändern ist, darüber braucht man sich nicht zu ärgern. Was man aber ändern kann, aber nicht ändert, darüber muss man sich ärgern.
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Warum stehen Militärs und Bullen immer so breitbeinig da? Sie haben doch gar keine Eier?
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Zur tüchtigen Weisheit gelangt man durch das richtige Maß an Alleinsein (=ungestört denken) und Zusammensein mit andern (=soziale Kompetenz, Erfahrung, Austausch). Denn das Wissen kommt aus der Erfahrung. Wer aber kann schon alle Erfahrungen im Leben machen?
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Bordellbesuche sind und bleiben Quickies. Die Sinnlichkeit ist auf ein Minimum reduziert.
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Man kann sich auch durch Nichtbeachtung in das Leben anderer Menschen einmischen. Soll man nicht.
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Benehmen ist eine Frage des Trainings. Aber auch einem Sportler kann einmal eine Übung mißlingen.
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Der Kapitalismus mit seiner Arbeitslosigkeit produziert ungelebte Biographien.
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Das Schöne kommt immer überraschend.
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Das Leben ist zu kurz, um gute Taten zeitlich zu verschieben.
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Eine Mieze, die nicht ins Bett will, gehört in die Küche.
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Mancher hält seine Gesetze für eine allgemeine Richtschnur des Handelns, aber die Richtschnur erwies sich als Galgenstrick. Selbst am Leitfaden hing immer ein drohendes Schwert.
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Die Wahrheit bedarf keines Beweises, weil sie die Wahrheit ist.
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Von der Kenntnis von Methoden geht eine gewisse Beruhigung aus.
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Liebe soll man nicht suchen. Sie stellt sich hin und sagt: Hallo, hier bin ich.
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Was einer schreibt, wird interessant durch die Umstände, unter denen er es schreibt.
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Alles Geistige ist langweilig, wenn es keine körperliche Entsprechung hat.
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Widerspruch ist auch eine Form der Kommunikation.
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Das Leben ist in dem Moment am Schönsten, in dem es passiert.
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Die Wahrscheinlichkeit eines Zufallsfundes ist größer als die Erfolgsaussicht einer gezielten Suche.
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Polizisten sind Leute, die zu einer normalen Verbrecherkarriere zu feige sind.
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Solange ein Staat eine Res Publica ist, darf es per se keine Staatsgeheimnisse geben.
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Wer die Sprache kann, der hat auch das Sagen.
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Ein Schatten rannte ruhelos durch die Nacht auf der Suche nach seinem erloschenen Licht.
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Alle Menschen bleiben einfache Leute, egal wie hoch sie in der Hierarchie steigen: Sie werden ja auch alle als schreiendes Windelpupserchen geboren. Daher sind alle Menschen einfache Leute, zwischen denen es keinen Klassenunterschied gibt. Klassenunterschiede existieren nur in der Einbildung, und darum sind sie so schwierig zu überwinden.
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Man wird wieder lernen, einander zuzuhören, indem man lernt, einander etwas zu erzählen. Wer erzählen kann, dem wird auch zugehört.
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Mit dem Zwang zur Perfektion werden Wohnungen ungemütlich und einheitsnormiert.
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Wer ein aufrechter Demokrat werden will. sollte mal ein Praktikum in der Dikatur machen.
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