Apropos Erster Mai

Seit 1890 legen die, die für andere arbeiten, am ersten Mai die Arbeit nieder. Das war zuerst Kampf, weil es Streik war und Streik war eine Form von Klassenkampf. Dann wurde das Nicht-Arbeiten am ersten Mai legal. Da musste man nicht mehr kämpfen, sondern durfte feiern. Darum heisst der erste Mai auch Kampf-und Feiertag der arbeitenden Klasse. Jetzt ist Globalisierung, und die Feierlaune ist weg. Und was macht die Kampfstimmung?

Volltext: Apropos erster Mai

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Apropos Außenminister

Apropos Aussenmminister

Freitag, 22.04. 2011

Autor: Hannes Nagel

Vergleichsweise spannend

Den Schneid des Politologen Christian Hacke hatte „Das Flugblatt“ bisher nicht, obwohl es den Gedanken hin-und her wälzte, um zu sehen, ob es irgend machbar wäre,  Westerwelle in Amtsführung und Auftreten direkt mit seinem Uralt-Vorgänger Joachim von Ribbentrop zu vergleichen.

(siehe Spiegel-Online  http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,758504,00.html )

Der Politologe hat möglicherweise das Glück bei seinen Äußerungen das Presserecht nicht berücksichtigen zu müssen, sonst wäre dieser Vergleich bereits gefallen.

Hacke wirft Westerwelle Borniertheit vor. Borniert heisst: Beschränkt, kommt aus dem Französischen, bedeutete ursprünglich: mit einem Grenzstein versehen. Das Wort ist insoweit völlig richtig: Beschränkt, der Horizont ist mit einem Grenzstein versehen, und wenn man den Grenzstein noch mit einem Pfahl markiert, wird aus einem Eckpfeiler ein Vollpfosten. Und alles bloß, weil Westerwelle Deutschland nicht am Libyen-Krieg beteiligen wollte.

Der Vorwurf „Borniertheit“ stimmt, aber die Begründung mit Westerwelles Libyen-Geeier ist falsch. Denn zunächst mal zeugt es von großer Weitsicht, jeglichen Krieg zu verweigern, weil es keinen gerechten Krieg gibt. Als Nicht-Freund von Westerwelle sagt das Flugblatt, dass ein Minister lieber mit Wattebällchen schmeissen soll als Bomben fallen zu lassen. Zumal wenn sie das Ausland betreffen.

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Horizonterweiterungen

Donnerstag, 21.April 2010

Autor: Hannes Nagel

Horizonterweiterungen

Heute ist ein schöner Tag. Die Sonne scheint und die gesamte Auflage von „Horizonterweiterungen“ ist verkauft. Erscheinungsjahr: 2009, hergestellt von Klatschmohn-Verlag) Wat schön. Für alle, denen es nicht vergönnt war, ein Exemplar zu ergattern, haben wir heute beschlossen, das Manuskript über das Internet zu verschenken. Obwohl – wenn Sie was spenden wollen, können Sie es tun. Die Adresse steht im Impressum.

Download: Horizonterweiterungen

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Das Flugblatt Nummer 20 ist da

Themen diesmal:  Die Kanzlerin wird mit einem Memorandum an ihr Kernkraftmoratorium erinnert, rezensiert wird Jean Ziegler: „Der Hass auf den Westen“, und eine Glosse befasst sich mit  Effiziens bei Arbeitslosenbetreuung

Volltext: Flugblatt Nummer 20 Nr 2-Apr 2011

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Rezension: „Ferien mit einem Killer“

Montag, 18. April 2011

Rezension „Ferien mit einem Killer“

Hannes Nagel

Plane das Unwägbare

Kriminalromane müßten zur Zeit eigentlich eine Goldgrube für Verlage und ein Notgroschen für Autoren sein. Das liegt daran, dass man auf Schritt und Tritt Stoff für Kriminalromane findet, wenn man aufmerksam die Gesellschaft durchwandert.

Volltext:Rezension Wolfgang Schüler ferien mit Killer

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Sprachhülsen: Ohne Nährwert

Wenn es um die die Wiedergabe von Äußerungen geht, macht das Presserecht die Medien zu Handlangern von Lügnern. Man muss wider besseres Wissen und wider kritisches Ahnen aufschreiben, was Politik, Wirtschaft und Verwaltung einem in die Feder diktieren.  Ich zeig das mal an einer AFP-Meldung vom 6. April 2011. (Mittwoch)

Volltext hier sprachhülsen ohne nährwert

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Weimarer Klassik: Eine personalpolitische Eulenspiegelei

Klassikerbe Weimar: Der Nachlasspfleger bleibt

Hannes Nagel

Freitag, 08. April 2011

Eine personalpolitische Eulenspiegelei

Thüringens Kultusminister Christoph Matschie hatte einen mächtig gewaltigen Plan: Er wollte Hellmut Seemann als Präsidenten der Klassikstiftung kippen. Doch der Plan ging mächtig gewaltig nach hinten los. Gestern wurde bekannt: Für die nächsten vier Jahre bleibt Seemann im Amt. Und dann?

Matschies Plan zur Wachablösung auf der Kommandobrücke der Klassikstiftung Weimar war zwar mächtig gewaltig, ging aber mächtig gewaltig nach hinten los. Denn gestern benahm sich der Stiftungsrat in seiner Abstimmung nicht so, wie seine Exzellenz der Kultusminister beabsichtigt hatten. Matschie hatte vergangenen Herbst als Vorsitzender des Stiftungsrates verlangt, dass die Stiftung darüber abstimmen soll, den Vertrag von Hellmut Seemann als Präsident der Klassikstiftung nicht zu verlängern. Seine Stelle wurde daher im März 2011 neu augeschrieben. Aus 27 Bewerbungen kürte der Stiftungsrat dann zwei Kandidaten: Hellmut Seemann und Ernst Osterkamp. Osterkamp zog den Berichten zufolge seine Kandidatur zurück, blieb einer, der zur Wahl stand: Hellmut Seemann. Er bekam alle Stimmen.

Die Klassikstiftung Weimar ist neben der Stiftung Preussischer Schlösser die größte Kulturstiftung Deutschlands. Es muss mächtig rumort haben in den Kulissen des Kulturpolitikstheaters des Bundes und des Landes Thüringen, wenn ein scheinbar folgsamer Stiftungsrat ihrem Vorsitzenden erst gehorcht, indem er dessen Wunsch erfüllt, die Stelle neu auszuschreiben, und dann bei wortwörtlicher Auftragserfüllung das blanke Gegenteil herauskommen lässt. Könnte man das eine personalpolitische Eulenspiegelei nennen?

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zu Guttenberg gibt Adelstitel zurück

Kulmbach (dpa) Karl -Theodor zu Guttenberg gab am Freitag morgen überraschend bekannt, dass er zusätzlich zu seinem Doktortitel, seinem Ministeramt und dem Bezirksvorsitz Frankens auch auf seinen Adelstitel verzichtet.
Bundeskanzlerin Merkel begrüßte die Entscheidung. „Das ist ein mutiger und wichtiger Schritt auf dem Weg voran zur Diktatur der Bourgeoisie“, sagte sie auf einem Galafrühstück im  Atrium der Deutschen Bank. Guttenberg kündigte jedoch an, er werde an den hohen Festtagen  (Kaisergeburtstag, Sedantag und Wiedervereinigung) die latinisierte Version seines Namens führen: Carolus Theodorus ad Benemonti.

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Rezension: World Wide War

Montag, 21. März 2011

Rezension World Wide War

Hannes Nagel

Sie machten das Netz zur Gefechtsfeldwaffe

Früher, wenn Sicherheitsexperten die Weltlage erörterten, ließen sie keinen Zweifel daran, das zwar jeder etwas anderes sagen dürfe, sie aber, die Sicherheitsexperten, wären die Oligarchen der Erkenntnis, unfehlbarer als der Papst und die einzigen, die immer alles im Griff hätten. Wer Widerspruch wagte, dem bewiesen sie schnell, wie ahnungslos der war, nur weil der nicht jede interne Koryphäe aus dem Dunstkreis der Sicherheitsexperten kannte. Kunststück, da doch dieser Dunstkreis zugleich Geheimdienstbereich ist – ein Bereich, aus dem man sowieso nicht allzu viele Leute persönlich kennen möchte.

Volltext: Rezension World Wide War

Richard A. Clarke / Robert K. Knake, „World Wide War“.

Hoffmann und Campe, Hamburg 2011

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Apropos authentische und simulierte politische Diskussion

Sonntag 20. März 2011

Autor: Hannes Nagel

Apropos authentische und simulierte politische Diskussion

Norbert Lammert vom Bundestag (Präsident) unterscheidet offenbar zwischen authentischen politischen Diskussionen und simulierten politischen Diskussionen. Simuliert ist eine politische Diskussion, wenn sie Unterhaltungszwecken dient. Das könnte zum Beispiel auf reflexdemokratische Äußerungen gemünzt sein. Weisß man aber nicht. Denn welche Beispiele er genau im Sinne hatte, wurde nicht mitgeteilt. Man sollte sich heute abend bei der Wahlanalyse oder beim ZDF-Spezial zum Thema Libyen fragen, ob das nun authentisch ist oder simuliert.

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