TAGESBEMERKUNG: CETA Pfoten weg von Geist, Bildung und Kultur

Tagesbemerkung
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Am 30. Oktober 2016 haben die Europäische Union und Kanada das Freihandelsabkommen CETA unterzeichnet. Fehlt nur noch TTIP und die Welt ist endgültig aufgeteilt.

Ich weiß nicht, was CETA für Folgen hat. Ich weiß nicht, ob wir hier unten das, was wir demnächst spüren wereden, als Folge von CETA nachweisen können. Ich weiß nicht, an welchen Zeichen wir den Einfluß von CETA auf unser Leben erkennen können. Aber mir schmeckt kein Essen mehr wegen der Monsantierung. Ich fürchte die restlose Privatisierung von Natur, Wasser und Luft. Ich fürchte das Ende der verbliebenden Privatheit. Ich ahne, dass wir unser eigenes Leben erst dann wieder in die eigenen Hände nehmen können, wenn wir dem Geist, der Bildung und der Kultur Freiräume vor der unsittlichen Antastbarkeit durch die neoliberale Diktatur des Kapitals verschaffen.

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FEUILLETON-REZENSION: Das trügerische Gedächtnis

Rezension „Das trügerische Gedächtnis“

„Wegen Erinnerungsfehlern kein Lernen aus der Geschichte“

Als kleiner Junge hatte ich manchmal das Gefühl, ich könnte meinen Gedankenblitzen beim Tanzen und Hüpfen zuschauen. Ich fand das faszinierend und fragte die Menschen in meiner Umgebung, ob es ihnen bei sich selbst auch so gehe. Die Reaktionen auf meine Fragen waren für mich befremdlich. Sie sagten nicht, aber sie kuckten mich immer komisch an. Mit sooo einem Blick, von dem ich ohne jegliche Erfahrungsgrundlage annahm, er würde nichts Gutes bedeuten. „Nichts Gutes“ war bei mir damals fast gleichbedeutend mit „Gefahr.“ Ich bemerkte, dass die Umgebung manchmal mit einander tuschelte, aber schwieg, wenn ich dazu kam und fragte: „Wovon redet Ihr?“. Ich hielt es daraufhin für ein Mittel der Eigensicherung in einer unbekannten Situation, wenn ich mich mit Fragen auf Gelesenes bezog. Wenn jemals einer überprüft hätte, wieviel Bücher ich auf Grundlage der Floskel „Ich hab mal gelesen“ schon hätte gelesen haben müssen, als ich mit dem Lesen meiner ersten Bücher anfing, hätte da ein unlogischer Widerspruch auffallen müssen. Aber aus „Ich hab mal gelesen“ und „Ich hab wirklich mal gelesen“ sammelten sich dann Scherben, Bruchstücke, Fetzen und Ähnliches an, die insgesamt wie unvollständige angefangene Antworten aussahen. Ich dachte mir, eines tages werden die Bilder vielleicht vollständig zusammengesetzt sein, und dann hätte ich die Antworten. Aber davon bin ich immer noch weit entfernt. Ständig kam mir das Leben dazwischen. Seit 2010 etwa befinden sich im Lektürestapel öfter mal Aufsätze von Hirnforschern oder Rezensionen von Aufsätzen von Hirnforschern. Rezensionen wissenschaftlicher Aufsätze müssen wohl sein, um die wissenschaftlichen Aufsätze verstehen zu können. Ich hab aus diesem Lektürestapel gelesen, dass sich nun auf einmal Leute mit meinen Fragen über Gedankenblitze befassten, die mich, als ich ein kleiner Junge war, immer so komisch angekuckt hatten, wenn ich mal was fragte. Im Oktober 2016 kam „Das trügerische Gedächtnis“ von Julia Shaw in meinen Lektürestapel. Das Buch muss so sehr begehrt sein, dass der Carl Hanser Verlag in München kein Rezensionsexemplar mehr übrig hatte. Aber sie hatten noch die Druckfahnen im Regal. Die Rezension des Textes erfolgt also auf der Basis der Rohfassung.Das Buch scheint nicht ganz genau zu wissen, ob es lieber von populärinteressierte Lesern verschlungen werden möchte oder doch lieber als elitäre Fachliteratur für Neurologen, Hirnforscher und Biochemiker gelten wollte. Es hätte ein richtig gutes Buch werden können, wenn es von Johannes Mario Simmel geschrieben worden wäre. Aber Simmel schreibt nicht mehr. Und Julia Shaw ist dem Ausdruck nach geschätzte 30 Lenze. Sie ist forensische Psychologin und erwähnt mehrfach, sie habe es vermocht, Menschen Erinnerungen an von ihnen nicht begangene Straftaten zu suggerieren. Wahrscheinlich war dies die Information, die mich hellhörig werden ließ. Wer Menschen einreden kann, sie hätten eine Straftat begangen, kann sie auch zu einem juristisch völlig unangreifbaren Geständnis bringen, ohne sie dafür foltern zu müssen. Ich bin bedeutend älter als Frau Shaw. Wenn ein Historiker ein Mensch ist, der sich erinnert, dann bin ich so gesehen ein Historiker. Und mich bewegt schon seit Jahrzehnten die Frage, warum die Menschheit insbesondere in der Entscheidungssituation „Krieg oder Frieden“ nicht aus der Geschichte lernt. Und wenn man ein Gedächtnis so manipulieren kann, dann interessiert mich die Missbrauchsgefahr der Gedächtnisforschung in hohem Maße.

Beim ersten Lesen stößt man auf unerwartet auf oberflächliche Modeausdrück der Autorin. Im Vorwort, worin Autoren üblicherweise erklären, warum sie meinen, den Lesern etwas mitteilen zu müssen, will Frau Shaw sich entschuldigen, dass die Behandlung des Stoffes zum Teil am Thema vorbei geht, aber dennoch auf seine Art spannend ist. „Ich kann Ihnen zwar nicht versprechen, das wissenschaftliche Gesamtbild einzufangen, aber ich hoffe, einen Frageprozeß einzuleiten.“ Natürlich kann sie das nicht versprechen. Es wäre auch sehr anmaßend, dieses Versprechen abzugeben. Seit tausenden Jahren können denkende Menschen nicht das wissenschaftliche Gesamtbild einfangen, das ihres Stoffes Thema ist. Weiter schreibt sie am Anfang der Einleitung noch: „Man kann selbst über die größten Errungenschaften der Menschheit in verständlicher Sprache berichten“. Aber sie tut es nicht. Denn schon der nächste Satz heißt: „Der Frageprozess nagt an uns, seit wir gelernt haben, die Geste der Introspektion zu nutzen.“ Da wird man schon am Anfang eines Buches genötigt, das Buch wegzulegen und sich ein Wörterbuch zu holen, um zu erkunden, was eine Introspektion sein könnte. Die Autorin erklärt das nicht. Selbstbeobachtung klingt wahrscheinlich zu unwichtig. Einige Male benutzt sie ausgerechnet das Wort Facebook , um eine Metapher auf Algorhitmus zu finden. Das ist so ähnlich wie die Nutzung des Wortes Monsanto für verantwortungsvolle Lebensmittelerzeugung. Aber nach einem Drittel des Gesamtbuches sind die Anfangsschwierigkeiten überwunden. Von einer lobenswert großen Beobachtungsvielfalt aus beschreibt Frau Shaw, wie das Gedächtnis funktioniert sowie auch die Vielfalt der Faktoren, die auf Erinnerungen negativ einwirken. Der Witz ist der, dass ausgerechnet juristische oder kriminalistische Befragungen und Verhöre sowie als Krönung beider auch geheimdienstliche und behördliche Befragungen alle Forschungsergebnisse über Erinnern, Erinnerungsbedingungen und Erinnerungsfehler ignorieren. Wenn nun einmal wissenschaftlich anerkannt ist, dass Erinnerungsfehler natürlich sind und auf Druck keine Erinnerungen abrufbar sind, so kann man nicht Irrtümer als Lügen bezeichnen. Es gibt keine Lügen und es gibt keine Antworten auff die Frage, warum man sich bei mehrfachem Wiedergeben von Ereignissen mal an dies zuerst erinnert, mal an jenes. Nur eines scheint sicher: Wenn Erinnerungen wiederkommen, so kommen sie genauso zuverläassig wieder wie die Erde nach dem Winter wieder auf die sommernahen Lichtverhältnisse ihrer Umlaufbahn ankommt.

(Julia Shaw, „Das trügerische Gedächtnis“, Carl Hanser Verlag, München 2016)

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BARON VON FEDER: Angesichts leerer Kassen

BARON VON FEDER

Angesichts leerer Kassen

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Angesichts leerer Kassen wird jede Rechnung zum Hohn. Der GEZ kann man in Folge der nahezu gleich unverschämt hohen Fernsehgebühren im Prinzip auch einen Dauerauftrag als Zahlungsmethode auflegen. Wenn aber ein Internetunternehmen für Speicherung und Betrieb von Webseiten die freie Auswahl der Zahlungsmethode für Kunden einschränkt, so grenzt das an Nötigung und bei fehlender Deckung des Buchungskontos wie Hohn. Wenn jemand eine Rechnung stellt, so hat er dem Zahler auch die Möglichkeit zu geben, notfalls bei Fälligkeit das Geld zunächst fristgemäß auftreiben zu können, bevor es abgebucht wird. Abbuchen ohne Vorwarnung und ohne Reaktionszeit hehört nicht zu den guten Sitten. Denn man kann ja bei variablen Rechnungsbeträgen zu Recht beanspruchen, die Rechnung auf Richtigkeit zu prüfen, bevor sie gezahlt wird. Die hierzu benötigte Prüfungszeit ist zu akzeptieren.

Angesichts leerer Kassen ist die Forderungsmoral sittenwidriger als die Zahlungsmoral. In nahezu allen Fällen sind Zahlungsgeber willig, berechtigte Forderungen zu zahlen. Sie möchten aber mit Zahlungsterminen und Zahlungsarten eine zuverlässige Geschäftsablaufbasis haben. Das Vertrauen aber zerstören einzig solche Zahlungsempfänger, die zu früh oder zu tief in die Taschen der Zahler greifen.

Angesichts leerer Kassen scheint die Erzeugung von Furcht vor Zahlungsschwierigkeiten und den einschlägigen traumatischen Folgen der tiefere Sinn der Zwangsbeglückung mit Abbuchungsverfahren zu sein. Wer einmal Opfer einer unrechten Zwangsvollstreckung in Tateinheit mit Mandantenverrat seitens des hinzugezogenen Anwalts war, leidet noch lange Zeit nach dem Vorfall unter möglichen posttraumatischen Belastungsstörungen. Wenn das Herz rast und die Bettwäsche aus Angst vor den erneuten Schikanen naß geschwitzt ist, dann sind Belastungsrechnungen bei gleichzeitigem Entzug der Zahlungsmöglichkeiten lebenszeitverkürzende Akte von Körperverletzungen. Aber auch von Verletzungen der Seele.

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TAGESBEMERKUNGEN: Süddeutsche Zeitung belästigt Online-Leser

Seit geraumer Zeit folgt die Süddeutsche Zeitung dem Trend, unwichtige Artikel lesbar zu halten, interessante hingegen nür gegen Zahlung eines Lösegeldes lesbar zu machen. SZ Plus nennt sich das, und heute toppte die SZ ihre Erpressungsversuche damit,  dass sie die komplette Seite wegen  des Vorwurfs der Verwendung von Adblockern auf nicht lesbar schaltet. Das Perverse an dieser Handlung ist, dass sogar Lesern ohne Adblockern vorgeworgen wird, adblocker zu verwenden. Natürlich können diese Leser dann keine Adblocker ausschalten, weil sie keine eingeschaltet haben. Nur Lesen können sie die Süddeutsche dann auch nicht. Für eine ehemalige Zeitung des Qualitätsjournalismus ist dies der traurige Trotz eines rüpelnden Rotzlöffels.

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REDAKTIONSMITTEILUNGEN: Das Novemberflugblatt ist da.

Liebe Leserinnen, liebe Leser, nie vergeht ein Jahr, ohne dass es nach dem Oktober novembert. Die beiden Erscheinungen gehen kaum spürbar ineinander über oder auseinander hervor. Am 13. Oktober bestätigte die Lokalzeitung „Nordkurier“ Beobachtungen, Wahrnehmungen und Veröffentlichungen von „Das Flugblatt“, wonach es im Luftraum über Mecklenburg –Vorpommern auch Drohneneinsätze innerhalb der ständigen Übungen mit Kriegsflugzeugen gibt. Die Novemberausgabe des Flugblattes beschäftigt sich wieder einmal mit der Furcht vor der Mobilmachung un d fragt, warum grade jetzt die Zivilverteidigung wieder eine große Rolle in der Gesellschaft spielt. Rotes Kreuz, Technisches Hilfswerk, Lebensrettungsgesellschaft und Bundesagentur für Arbeit gewährten eine Handvoll Innenansichten zum Thema. In den Rezensionsteil hat es Frank Walter Steinmeier geschafft. Er hält Europa für die Lösung, aber sagt nicht, für welches Problem. Weil Steimeier sich aber ständig auf Churchill bezieht, haben wir bei Churchill nachgelesen und danach über Steinmeiers Aktualisierungsversuch von Churchill sinniert. So kann auch aus einem schlechten Buch eine gute Rezension werden. Ein weiteres Buch sowie dessen Rezension haben mit Rente, Betrug und dem systematischen Vorgehen beim Rentenraub zu tun. Ei wie harmlos klang damals Norbert Blüms „Die Renten sind sicher“. Und wie groß war die Lüge schon da auch schon. Keine schönen Themen im Flugblatt, aber das Häßlichste kommt erst noch: Die Kopie einer echten Postkarte, die Nazis vom Dritten Weg aus Bad Dürkheim in den Redaktionsbriefkasten vom Flugblatt warfen, als wäre der Briefkasten ein Mülleimer. Dem dummen Geplärre des Dürkheimer Irrwegs hält Das Flugblatt ein leidenschaftliches Plädoyer für dunkelhelle Nächstenliebe entgegen, damit die Nazis das Land nicht der unbefickbaren Verödung preisgeben können. Im Zusammenhang mit einem im Juni verfassten Regierungskonzept zur Zivilverteidigung gibt es im Novemberflugblatt eine längere Auseinandersetzung mit den Aufgaben und Befugnissen von DRK, THW, DLRG und der Bundesanstalt für Arbeit. Die Ausdrücke „Rückwärtiger Dienst“ und „Mobilmachung“ könnten in den kommenden Wochen zu mulmiger Nutzungshäufigkeit im täglichen Sprachgebrauch kommen.

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FEUILLETON-ZEITGEIST: Fit für die Zivilverteidigung

Feuilleton-Zeitgeist

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„Fit für die Zivilverteidigung“

 Im „Konzept der Zivilverteidigung 2016“ würde man sicherlich keine Regelungen für die Nutzung des Internets im Krisenfall suchen. Aber man kann sie dort finden. Ebenso findet man beim sorgfältigen Lesen Regelungen über die Aufgaben der Bundesagentur für Arbeit im Krisenfall. Falls es noch nicht zu spät ist, könnte ein gründliches Lesen, Begreifen und Weitersagen hilfreich sein, um sich illusionsfrei auf geplante kommende Situationen vorzubereiten, um das Schlimmste für sich und seinen Freundeskreis zu begrenzen. Die Vorbereitungen auf den Ernstfall können zugleich Verantwortung bedeuten, aber auch Anheizen der Gefahr. Von Verantwortung zeugt es, wenn die Menschen und die zuständigen Organe eines Landes auf mögliche Situationen so vorbereitet sind, dass sie wissen, was sie tun werden. Im Idealfall kann man die notwendige Ausbildung dazu „Situationstraining“ nennen. Im Situationstraining machen die Übungsteilnehmer Erfahrungen am realitätsnah simulierten Ernstfall. Zu den Ernstfällen einer Krise in der Gesellschaft gehören Überschwemmungen, Großbrände und Seuchen. Zweifel an der Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen für die Zivilbevölkerung bestehen in den genannten Ernstfallformen überhaupt nicht. Ähnlich wie in der Zivilverteidigung der DDR gibt es aber in dem neuen Konzept auch paramilitärische Ernstfälle und Situationsübungen, auf welche die eigentlich zivilen Einheiten trainiert und vorbereitet sein sollen. Außerdem kommt eine Dienstverpflichtung des Kommunikationssektors und der Bundesagentur für Arbeit unter Führung und Einsatzkoordinierung des Militärs hinzu. Das sind zwei wichtige Gründe, um das Konzept der Zivilverteidigung genauer zu betrachten.

Vorbereitungen auf den Ernstfall.

Die Eile bei der Verkündung des neuen Konzepts der Zivilverteidigung vom 24. August 2016 hängt mit der Eile bei der Veröffentlichung des „Weißbuch Bundeswehr“ von Juni 2016 und der Abschlußerklärung der NATO auf ihrem Gipfeltreffen in Warschau am 08 und 09. Juli 2016 zusammen. Beide Dokumente sehen eine akute Gefährdung der inneren Sicherheit der BRD und des NATO- Bündnisgebietes. Die Gefahr geht den Sicherheitskräften zufolge von einer neuartigen Kriegsform aus, deren Anfang niemand kommen sieht. Sie wird wahlweise „verdeckter Krieg“ oder „hybrider Krieg“ genannt. Die hybride Kriegsformen sind das Ergebnis der führenden Militärnationen der Welt bei den Bemühungen, nicht-nachweisbare Kriegsanfänge zu entwickeln. Putins Punktsieg auf der Krim setzte die NATO unter Zugzwang, weil sie an der gleichen Aufgabe arbeitete, aber nicht so schnell war wie die Russen. Die NATO befindet sich auf dem Gebiet der Entwicklung hybrider Kriege vergleichsweise im Stadium des Westens im Jahre 1957 nach dem Sputnik-Schock, den die Sowjetunion mit der Überschreitung der ersten Hürde in der Weltraumforschung genommen hatte. Am 4. Oktober 1957 war es ihr gelungen, einen technischen Satelliten im Weltall auf einer Erdumlaufbahn zu platzieren und der Welt von dort über Funk mitzuteilen, was die Sowjetunion dort oben macht und demzufolge kann. Da zog die Weltraumforschung der Amerikaner nach. Nach der Demonstration des modernen Entwicklungsstandes der vermischten, nicht mehr erkennbaren Kriegsführung versucht nun die NATO, einen Krieg gegen Russland zu beginnen, ohne dass dieser erkennbar wird – also einen hybriden Krieg gegen den Champion, welcher vom Vizechampion im Kriegsführungswettlauf herausgefordert wird. Zum Glück gibt es dabei einen Aspekt, den sie bei ihrem Treiben alle nicht beachten, und das ist die Sichtbarkeit der Spuren, die sie hinterlassen.

Die Vorbereitung der Zivilverteidigung auf neue Aufgaben.

Was im Falle eines Terroranschlages oder bei Kriegshandlungen als erstes offensichtlich wird, sind Tote, Verletzte und brennende Gebäude. Derartige Bilder kann auch ein hybrider Krieg nicht ausblenden. Der Schutz der Zivilbevölkerung im Katastrophenfall und vorausschauend im Kriegsfall ist dem Deutschen Roten Kreuz, dem Malteser Hilfsdienst, den Johannitern, dem Technischen Hilfswerk, dem Arbeiter-Samariter-Bund und der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft in die Hände gelegt worden. Es müsste also zu erwarten sein, dass sie gemeinsam sowohl in der „teilweisen Spezialbehandlung“ bei der Behandlung von Menschen und bei der Reinigung von Gegenständen und Objekten, die radioaktive Strahlung abbekommen haben oder durch biologische und chemische Waffen verschmutzt sind, handlungsfähig sind. Vor Krankenhäusern sollen deshalb mobile Dekontaminationszelte eingerichtet werden, bevor Patienten in die Sterilität der Krankenhäuser hinein gelassen werden. Auch Übungen zu dem Thema könnten der Öffentlichkeit nur dann verborgen bleiben, wenn sie in den sogenannten Übungsstädten der Bundeswehr für Häuserkampf, Partisanenbekämpfung und ähnliche Handlungen stattfinden.

Von den zivilen Hilfsorganisationen, die im Katastrophenfall oder bei derzeitiger Planung im Verteidigungsfall in das Konzept der Gesamtverteidigung einbezogen werden, gaben das Technische Hilfswerk THW, die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft DLRG und das Deutsche Rote Kreuz DRK bereitwillig Auskunft. Das DRK macht, was es bisher immer tat und auch im internationalen Einsatz übt, trainiert anwendet und lernt. Es leistet humanitäre Hilfe. Sein Auftrag ist nicht politisch. Zwischen Humanitär und Politisch sieht das Generalsekretariat des Deutschen Roten Kreuzes einen großen Unterschied. Wo es nämlich um Menschen geht, kann man nicht ewig über politische Erfordernisse reden. Beim Roten Kreuz hat die Politik Einflusspause. Es gibt auch nur einen einzigen theoretisch denkbaren Fall, in welchem das Rote Kreuz ein weiteres Engagement als sinnlos aussieht, und das sind die Folgen des Einsatzes von nuklearen Massenvernichtungsmitteln in einem flächendeckenden Krieg. Bei dem nachfolgenden nuklearen Niederschlag ist eine lokale Dekontamination so sinnlos wie der Versuch, mit einem Fingerhut ein leckgeschlagenes Beiboot leer zu schöpfen.

Die DLRG erklärte, dass sie im Grunde täglich damit befasst ist, all die Aufgaben zu können, die im Konzept der Zivilverteidigung von ihr verlangt werden. Allerdings werden die einzelnen Übungen von den jeweiligen Landesverbänden geplant und nicht vom Bundesverband durchtrainiert. Die wichtigste Rolle im Katastrophenschutz und bei der Zivilverteidigung scheint aber das Technische Hilfswerk THW zu spielen. Das THW, welches in der Regie der Landkreise geführt wird, ist bereits jetzt schon in Friedenszeiten diejenige Hilfsorganisation, die nahtlos für die Erfüllung rückwärtiger militärischer Aufgaben im Verteidigungsfall heran gezogen werden kann. Für das THW gibt es einen etwa 220 Seiten umfassenden Einsatzkatalog, den man zur Zeit auch noch als PDF von der Webseite speichern oder ausdrucken kann. Alle Fähigkeiten sind vorbildlich auf die Erfüllung von Aufgaben bei Katastrophen ausgerichtet. Sie reichen von der Einrichtung und Erkundung von Notunterkünften über das Errichten und Betreiben stabiler Nachrichtenverbindungen bis zu rein technischen Aufgaben wie Trinkwasseraufbereitung und Errichtung von Behelfsunterkünften. Nur in einem Fall schweigt der Katalog. Was darf und soll das THW bei Mobilmachung und Krieg? Die dürre Antwort heißt:

„3400: Kriegshandlungen auf oder über deutschem Boden oder in Grenzgebieten benachbarter Staaten zu Deutschland

(wird nicht beschrieben. Es gelten die Einsatzoptionen für alle vorangegangenen Szenarien.)

Der genannte Ort von Kriegshandlungen entspricht genau der Bedrohungslage, die das „Weißbuch Bundeswehr 2016“ im Juni für Deutschland erkannt hat.

Der Sonderfall Bundesagentur für Arbeit.

Mit Frank-Jürgen Weise hatte die Nürnberger Bundesagentur für Arbeit einen Präsidenten mit militärischer Berufserfahrung und Berufsvergangenheit. Man mag geneigt sein, aus diesem Grund „Daher also“ zu murmeln. Aber es wird wohl doch eher eine zufällige Konstellation als eine planmäßige Militarisierungsabsicht der Behörde sein. Obwohl: Trauen kann man ja heute der Politik im Grunde gar niemand mehr. Und im Konzept der Zivilverteidigung bekommt die Agentur Befugnisse, die sich eine Militärregierung für die Verwaltung besetzter Gebiete auch nicht besser hätte ausdenken können. Die Aufgaben der Bundesagentur für Arbeit im Krisenfall und gar im Kriegsfall sind im Arbeitssicherstellungsgesetz vo 1968 festgelegt. Das Gesetz wurde zuletzt 2015 aktualisiert. Die Agentur reagierte auf die Anfrage, ob die Formulierung des Zivilverteidigunskonzeptes eine Art Einberufungspraxis für Arbeitslose bedeute. Der Pressesprecher der Zentrale teilte mit, dass im Falle eines Falles lediglich freiwerdende Lücken mit der Arbeitslosenreserve besetzt würden. Dies geschehe aber weiterhin wie bisher bei der Arbeitsvermittlung. Nur würden als freie Stellen dann eben Stellen gemeldet, die infolge von Einberufungen zum Militärdienst frei würden. Aus der Beobachtung freier oder als frei gemeldeter Stellen könnten im Falle des kommenden Krieges Rückschlüsse gezogen werden. Wenn der Krisen-oder Kriegsfall aber da ist, dürfen Kündigungen beiderseits von Arbeitskräften und Unternehmen nur mit Genehmigung der Agentur erfolgen.

Übungen auf dem Gebiet fanden in der Vergangenheit nicht statt, sagt die Agentur, weil die verteidigungspolitische Lage dies nicht erforderte. Aber die Lageeinschätzung beruht noch auf dem Weißbuch Bundeswehr von 1994. Es könnte also sein, dass demnächst Änderungen eintreten. Kann sein, muss aber nicht.

Lieber den Frieden erhalten, als im nächsten Weltkrieg erkalten.

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TAGESBEMERKUNGEN: Dies Bild bringt die Frage Krieg oder Frieden auf den Punkt

Hinter diesem Link verbirgt verbirgt sich eine ganz klare Aussage. Das ist der Schalter, mit dem man das lärmende Säbelgerassel und Kriegsgeheul zum schweigen bringt. Statt dessen: Friedenslieder

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BARON VON FEDER: „Dummes Geplärre Teil 1“ Lesen Sie selbst

Heute: Der III.Weg aus Bad Dürkheim („Dürkheimer Irrweg“) Dummes Geplärre

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BARON VON FEDER: Die Krise hat das Vorstands-Buffett der Deutschen Bank erreicht

Die Krise hat das Vorstands-Buffett der Deutschen Bank erreicht

Die Krise hat das Vorstands-Buffett der Deutschen Bank erreicht

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TAGESBEMERKUNGEN: Nordkurier bestätigt Flugblatt: Drohnen über dem Nordosten

Also doch Drohnen
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Der „Nordkurier“ bestätigte am Donnerstag, dem 13. Oktober 2016, durch den Artikel „Drohnen über dem Nordosten“ die von „Das Flugblatt“ schon seit Längerem regelmäßig berichtete Beobachtung, dass im Luftraum über Mecklenburg-Vorpommern bereits auch schon Drohnen im Einsatz sind.

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