Mittwoch, 22. August 2012
Baron von Feder
Vibratoreinsatz für Mama Erdes Po
Noch bis voraussichtlich Samstag, den 25. August macht die polnische Firma „Geofisyka Torun“ seismische Untersuchungen auf den Feldern zwischen Barth und Stralsund. Das sind Felder, die an den Boddengewässern liegen. „Geofisyka Torun“ und die Bramstedter Firma „Seismik-und Industrieservice Jens Musfeldt“ sind Auftragnehmer von Central European Petroleum GmbH mit Sitz in Berlin. Die Untersuchungen werden mit schweren großen Fahrzeugen vorgenommen. Der Vorgang sieht wie die operative Übung einer schwer motorisierten Militäreinheit aus. Eine Kolonne von vier Fahrzeugen positioniert sich auf exakt festgelegten Koordinaten. Unter den Fahrzeugen befindet sich zwischen den Achsen je eine Rüttelplatte, die entlang der Messlinie alle 75 Meter hydraulisch auf die Erde gedrückt wird und dabei Vibrationssignale in den Boden bringt. Durch die vier vibrierenden Stempel entstehen Wellen, die sich durch Mama Erdes Sedimentschichten ausbreiten. Stark vereinfacht passiert folgendes: An harten Schichten bricht sich so eine Welle, durch weiche Schichten geht sie hindurch wie ein Finger durch eine Dose Hautcreme. (wenn die geöffnet ist). Die Fahrzeuge werden offiziell tatsächlich Vibratorwagen genannt. „Ein Schelm, der Arges dabei denkt“, sagt die Pressestelle von CEP.
Der Firma geht es aber nicht um das therapeutische Wohlbefinden der Erde durch Vibratoren und Massagen, sondern um ihren Schichtenaufbau. Ein biischen ist es wie eine Gefäßsonographie bei Thrombosepatienten. Mit der Seismik kann man Strukturen erkennen, in denen sich Kohlenwasserstoffe gefangen haben KÖNNTEN. Zum Beispiel Öl. Öl treibt die Wirtschaft seit etw 100 Jahren an. Die Hälfte allen Ölsa wird als Treibstoff verbrannt, der Rest ist für Plaste, Verbundwerkstoffe, Medikamente vorgesehen. Öl als Treibstoffbasis ist derzeit in der Weltwirtschaft ein Begriff, bei dem jeglicher Verstand aussetzt. Man sieht es am Benzinpreis. Und wenn man Öl hat, welches man nicht auf dem Markt kaufen muss oder von seinem Militär rauben lassen muss, dann hat man was, was den Frieden erhalten kann. Jedenfalls theoretisch. Und deshalb wird überall fieberhaft nach den letzten Rohstoffreserven gesucht. „Im Untergrund des Erkundungsgebietes sind Erdölvorkommen seit 50 Jahre4n bekannt und werden seit 47 Jahren ununterbrochen gefördert. Wir suchen nach nicht gefundenen Erdöllagerstätten“. CEP will „diese Vorkommen erkunden, um einen Teil des Erdölbedarfs auch zukünftig aus heimischen Rohstoffen zu decken“. Das Öl da ist, ist seit Jahrzehnten bestens dokumentiert. Und wenn sich die Ergiebigkeit des erforschten Gebietes für CEP lohnt, fördert die Firma Mama Erde das Öl aus den Sedimenten. Erst steigt das Öl unter eigenem Druck von unten an die Oberfläche, und dort wird es dann abgepumpt.



