BEWEGUNGSMELDER: Wenn Kriegstreiber Kriegstreiber Kriegstreiber nennen

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„Wenn Kriegstreiber Kriegstreiber Kriegstreiber nennen“

Kiew wirft Moskau vor, den Dritten Weltkrieg beginnen zu wollen. Die Friedensbewegung wirft der NATO vor, den ukraino-russischen Streit auszunutzen, um Moskau das auf die Mütze zu geben, was sie in der ganzen kalten Ostblock-Westblock-Konstellation nie geschafft hat. Ihr Sieg über den Osten infolge von Gorbatschows Besonnenheit ist für militärische Hardliner nicht rühmlich. Der Westen errang einen sogenannten Weicheiersieg. So nennen die das, wenn einer Vernunft walten lässt.

Militärische und politische Strukturen, in denen solches Denken herrscht, sollen also derzeit die Verantwortung dafür tragen, dass aus dem Konflikt kein Dritter Weltkrieg wird. Was aber macht die NATO? Sie macht mobil. Sie hält von Mai bis Juni ein Manöver in der östlichen Ostsee ab. Dort befinden sich Russland, Lettland, Estland, Litauen und Finnland. Hinzu kommen noch Schweden und Polen. Deutschlands Leitmedien singen inzwischen „Immer mit mitm Schmitt“ und Berlin schickt Schiffe ins Manövergebiet. Eine Zeitung nannte das Versorgungschiff „Tender Elbe“. Ob auch bereits reguläre Kriegsschiffe ihren Marschbefehl erhalten haben, wurde noch nirgends berichtet. Zugleich will Außenminister Steinmeier die Lösung des Konfliktes der OSZE überlassen. Das klingt nach einem klugen Gedanken.

In einem Kommentar auf N-TV vom 25. April hieß es: „Der Westen muss jetzt alles tun, um einen Krieg abzuwenden.“ Der erste Schritt dazu muss sein, das geplante Manöver in der östlichen Ostsee abzublasen.

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BEWEGUNGSMELDER „Saaler Erdöl“

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„Saaler Erdöl“

Die Firma CEP will an das Erdöl bei Saal heran. Derzeit errichtet den Bohrturm, mit dem sie Abdichtungen in die ölführenden Gesteinsschichten bringt. Innerhalb dieser Ummantelung soll dann das Erdöl probeweise gefördert und auf seine Qualität untersucht werden. Für die Errichtung des Turmes sind 29 Tage eingeplant. Er dürfte dann Mitte Mai in Betrieb genommen werden.

Status vom 25.April:

25-04-2014 Saal Bohrstelle Turmbau status datum

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Redaktionsmitteilungen: Das Flugblatt für den Ersten Mai ist fertig (Nr.79)

Liebe Leserinnen, libe Leser, Das Flugblatt ist mit der Ausgabe für den ersten Mai fertig. , Den 100. Jahrestag des ersten Weltkriegs scheinen verschiedene Leute mit einem neuen Großen Krieg begehen zu wollen. Sie heizen dazu auf der Krim die Zankhähne an und freuen sich, wie nahezu reibungslos  das alles klappt. Es gibt aber im Kleinen publizistische Sandstreuungen ins Getriebe der Kriegsmaschinerie, und Das Flugblatt hat auch mitgeschaufelt.

Das Flugblatt Nummer 79 01-Mai-2014 –

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GASTBEITRAG: Berufstätigkeit und Selbstverwirklichung

Berufstätigkeit und Selbstverwirklichung

Autor Holdger Platta

Autor Holdger Platta

Nur in der Arbeit verwirklicht sich der Mensch. Eine These kapitalistischer Menschenverwerter? Nicht nur. Auch der Marxismus pflegt eine idealisiertes Bild von Erwerbsarbeit. Es wird Zeit, solche ideologische Denkmuster wenn nicht völlig aufzugeben, so doch zu ergänzen durch eine nüchterne Wahrnehmung einiger Fakten: Die Automatisierung bewirkt, dass immer mehr Arbeit in immer weniger Stunden und mit immer geringerer Beteiligung von Menschen verrichtet werden kann. Und es gibt notwendige Arbeit, die mit Selbstverwirklichung nichts oder nur sehr wenig zu tun hat. Sind etwas Kinder, Jugendliche, Arbeitslose und Rentner von Selbstverwirklichung per definitionem ausgeschlossen? Nur wenn sie nicht gelernt haben, Freizeit sinnhaft zu nutzen. Eine Idealisierung von Arbeit hilft dabei nicht gerade. (Holdger Platta)

Ich will es einmal drastisch formulieren: gibt es ein „Selbst“, das sich als Kassiererin „verwirklichen“ kann? Als Buchhalter? Als Sachbearbeiter für Beihilfefragen? Ich will auf Folgendes hinaus:

Selbst bei menschenwürdiger Entlohnung und bei menschenwürdigen Arbeitsbedingungen gibt es Tätigkeiten, die gesellschaftlich unvermeidbar ausgeübt werden müssen, die aber wenig bis gar nicht mit „Selbstverwirklichung“ in Kongruenz zu bringen sind (apropos: ein prima Kapitalismus wäre das, der ein solches Tätigkeiten-Tableau in seiner Arbeitswelt hingekriegt hätte!). Und dieser Mangel ist schlicht deshalb zu konstatieren, weil der Mensch mehr ist als das, was er von sich selber in seiner Berufstätigkeit realisieren kann. Anders gesagt: weil noch die meisten Beschäftigungsarten, die uns der weltweite Arbeitsmarkt anbietet, den Menschen in die Selbstverengung zwingen. Mal mit etwas kühner Assoziation formuliert: jenem „Zauber“, der Hermann Hesses Gedicht „Stufen“ zufolge noch „jedem Anfang“ innewohnt, diesem Anfangszauber bereitet noch fast in jedem Leben allerspätestens die Berufstätigkeit, zu der die Menschen genötigt sind, ein rasches und gründliches Ende. Wessen Arbeitsleben sähe schon so aus, dass es dem Menschen erlaubte, die Anfangsfülle seiner Wünsche und Interessen, seiner Fantasien und Fähigkeiten dort realisieren zu können? Gemessen an diesem Maßstab, ist noch fast jeder Lebensweg Verlustgeschichte.

Doch an dieser Stelle gleich auch ein Seitenhieb gegen bestimmte „Marxisten“:

Weil dem so ist, weil es nur eine begrenzte Anzahl von Tätigkeiten gibt, denen man ganze Selbstverwirklichungspotentialität zuschreiben kann, ist auch jedes Verständnis vom Menschen falsch, das den Menschen ausschließlich als Arbeitswesen definiert – „im Stoffwechselprozess mit der Natur“, wie es bei Karl Marx leicht aufgedonnert heißt. Weder für den Müllwerker trifft dieses zu noch für die Sekretärin, weder für den Klempner noch die Wurstverkäuferin. Der Mensch ist – wie an früherer Stelle bereits ausführlich dargelegt worden ist – primär kein Arbeitswesen (und ist dieses auch später nicht), sondern vor allem (mit bleibendem Charakter) ein Beziehungswesen. Und diese angeborene und niemals im Menschen ganz zu vernichtende Tatsache heißt: Selbstverwirklichung hat immer auch mit Beziehung zu anderen Menschen zu tun, nicht aber ausschließlich mit irgendeinem Verdauungsprozeß, der sich etwa beim Bäumefällen oder Kohleabbau realisieren ließe (um mit diesem Begriff „Verdauungsprozess“ den sogenannnten „Stoffwechselprozess“ von Marx zu paraphrasieren, eine Metaphorik, die mehr an Peristaltik denken lässt als an das Wesen oder Selbst eines Individuums.

Doch keine Missverständnisse hier: ich wünsche noch jedem Mitbürger und jeder Mitbürgerin von ganzem Herzen eine gute Magen- und Darmarbeit, einen guten „Stoffwechselprozess“ mithin, und dieses nicht nur im eigenen Körperinnern, sondern auch untertage oder draußen im Wald!). Der Marxist Ernst Bloch, der sich auf die Anfänge und die Fülle des Menschen sehr gut verstand, auf deren „Noch-Nicht“ (= eine zentrale Deutungskategorie von ihm), hat das zu Beginn seines „Prinzip Hoffnung“ so ausgedrückt: „Ich bin. Aber ich habe mich nicht. Also werden wir erst.“ „Wir“, nicht „ich“! Der Mensch wird von Bloch bei seiner Selbstbefreiung und Selbstrealisierung als Mensch unter Menschen gesehen, als Mensch in Verbundenheit mit anderen Menschen. Als Beziehungswesen, um es nochmal in meiner Terminologie zu betonen. Und Bloch breitet, geradezu enzyklopädisch, in seinem Großwerk „Prinzip Hoffnung“ unendlich vieles an menschlichen Wünschen und Interessen, an Fantasien und Fähigkeiten aus, die ausschließlich mit Arbeit wenig oder gar nichts zu tun haben.

Doch ich will noch einen ganz anderen Blick auf diese Frage werfen, auf die Frage, ob „Mensch“ sich nur in „Arbeit“ verwirklichen könne. Mal unterstellt, dieses entspräche der Realität: stünden dann Kinder und Jugendliche (die noch nicht in den „Arbeitsprozess eingetreten“ sind) deswegen prinzipiell und real erst vor den Toren der Selbstverwirklichung, und nichts in ihnen – wohlgemerkt: in Kindern und Jugendlichen –, nichts in ihren Selbstverwirklichungswünschen, drängte auf anderes hin als bloß aufs Arbeiten später? Da fallen mir, sorry, doch erstmal einige andere wichtige Dinge im Leben ein. Dieser merkwürdigen These zufolge – nur in der Arbeit komme der Mensch ganz zu sich selbst – lebten Kinder und Jugendliche ergo so lange an sich selber vorbei, an ihrem „Selbst“ mithin, als sie noch nicht das große Vergnügen haben, an einem Fließband stehen zu dürfen oder sich in der glücklichen Situation wiederfinden zu können, als rechte Hand des Chefs demselben permanent nach dem Munde reden zu müssen. Und weiter:

Alle jene Menschen, die „in Rente gehen“, gehen diese dadurch schlagartig, von einem Tag auf den anderen, aller Selbstverwirklichungs-Chancen verlustig? Dass für manche Menschen dieser Verrentungstag durchaus so erlebt wird: wer wollte das bestreiten? Dass für viele Menschen die ewig-lange Reihe der ewig-langen Tage, Wochen, Monate und Jahre danach nur noch ein Dahinexistieren auf das Ende hin ist: wer kennte solche todtraurigen Beispiele nicht? Aber: wird bei diesen „Diagnosen“ nicht oft übersehen, daß es keinesfalls der Mangel an Arbeit ist, der diesen Menschen ein derart leeres Altern beschert, sondern dass es gerade die Beschränktheit der Arbeit vorher war, die bei diesen Menschen die innere Leere vorprogrammiert hat? – Deshalb nämlich, weil den meisten Menschen ihr „Selbst“ schon lange vorher ausgetrieben und abtrainiert worden ist, gleichsam untergepflügt von ihrer jahrzehntelangen Berufstätigkeit zuvor, und zwar unabhängig davon, ob sie für diese Arbeit guten Lohn erhielten oder nicht, unabhängig davon auch, ob diese Arbeit unter schlechten Bedingungen abgeleistet werden musste oder nicht. Mit Selbstvereinseitigung, mit Selbstaufgabe, mit Selbstnichtrealisierung wurde oft sogar Bestbezahltsein oder Gutbezahltsein bezahlt, und deswegen geht es selbst manch begüterten Menschen nach ihrer Verrentung oft schlecht (was nicht heißen soll, daß es egal wäre, ob man als reicher Armer oder als armer Armer die letzten Jahre seiner irdischen Existenz verbringt, da sei nun wirklich Gott vor oder auch Karl Marx!).

Dass für nicht wenige Menschen am Tag der Verrentung der reale Abstieg ins Nichts beginnt, geht also darauf zurück, dass psychologisch dieser Abstieg ins Nichts längst schon vorher vollzogen worden war. Diese Menschen waren sich bereits vorher abhanden gekommen – gerade aufgrund ihrer Berufstätigkeit! Was umgekehrt bedeutet: für manche Menschen beginnt erst am Tag der Verrentung endlich ein Leben in Freiheit – potentiell jedenfalls (heißt: wenn noch Restbestände des eigentlichen, des eigenen Wesens erhalten geblieben sind und die materiellen Voraussetzungen, dessen Wünsche zu stillen), ein Leben in Freiheit, das ihnen vorher verwehrt war, eine Phase der Selbstbestimmung, von der sie zuvor nicht einmal mehr zu träumen wagten – eine Phase des wiedererwachenden und sich in der Selbstverwirklichung realisierenden Selbstbewusstseins.

Was ist eigentlich die „Wirklichkeit“, die man sich vorstellt, wenn man dieses Wort verwendet in dem Begriff „Selbstverwirklichung“ – und was ist dieses „Selbst“?

Ich mache es an dieser Stelle einmal kurz: dass wir als Kinder bereits geboren werden mit dem „Selbst“ eines Eisenbahnschaffners oder einer Kfz-Mechanikerin, einer Angestellten bei C&A oder eines Schuhmachermeisters (als Tendenz, später dann in der Gestalt innerer und äußerer Realität), solches uns Menschen zu unterstellen, ist idiotisch, weil es uns Menschen zu Idioten macht, und es ist zynisch, weil es uns Menschen herunterdefiniert auf unsere bloße Wirtschaftsfunktion und reduziert auf eine Schrumpfvariante unserer selbst. Das hat mit Marxismus gar nichts zu tun, sondern eher mit einer linken Variante des vollkommenen Bescheuertseins. Oder: des Beschränktseins – ein Begriff, der vermutlich sogar noch besser zu unserem Thema hier passt, zum weltweiten Alltagsgeschehen der Menschenreduktion auf ein Fast-Nichts durch Berufstätigkeit! Und diese berufstätigen Menschen – ich verkenne es nicht – sind unter den Unglücklichen der Welt, unter den Arbeitslosen und Hungernden auf unserem Erdball, noch die privilegierteren Menschen, sind noch die Menschen mit dem kleineren Unglück.

Zusatz zum Thema “Grundeinkommen”:

Nach wie vor stehe ich der Idee des „Bedingungslosen Grundeinkommens (= BGE)“ offen, aber doch eher skeptisch gegenüber. So sympathisch mir die Vorstellung ist, dass alle Hartz-Vier-Gedemütigten, AbgrundsicherungsempfängerInnen und Niedriglöhner dadurch befreit würden vom Willkürhandeln und von den permanenten Sanktionsdrohungen wildgewordener Behörden, so problematisch erscheint mir nach wie vor die Entlastung der Wirtschaft, das an die arbeitenden Menschen zurückgeben zu müssen, was diese arbeitenden Menschen für die Wirtschaft an Mehrwert geschaffen haben. Dass den mir bekannten BGE-Modellen zufolge auch Best- und Gutbetuchte diese Mindestsicherung bekämen, einfach mal so – der in Zeiten der IT-Entwicklung ja so dringend erforderlichen Verwaltungsvereinfachungen wegen (Vorsicht: Ironie!) -, kommt da nur noch hinzu.

Dennoch setze ich mich mit Fragezeichen kritisch an dieser Stelle mit einem Argument der linken BGE-GegnerInnen auseinander, mit einer These, die ich wenig bis gar nicht überzeugend finde: mit der Aussage nämlich, nur Menschen, die arbeiteten, hätten auch Anspruch auf Geldzahlungen (Kinder, Kranke, Alte usw. ausgenommen), und: nach marxistischer Auffassung „verwirkliche“ sich der Mensch doch erst in Arbeit ganz und wirklich. Tatsächlich? Dieser zuletzt erwähnten These, die ich als höchst kapitalismusnah empfinde, gelten die folgenden Überlegungen vor allem. Könnte es sein, daß linker Denkautomatismus in diesem Falle zu sehr viel Realitätsentfremdung führt?

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BEWEGUNGSMELDER: „Erdölverkostung in Saal“

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„Erdölverkostung in Saal“

Seit Ende März ist auf dem Bohrstellenplatz der Erdölfirma CEP in Saal wieder Bewegung. In den kommenden zweieinhalb Monaten will die Firma Erdöl aus dem bereits 2011 dort angebrachten Bohrloch fördern. Die bisherige Probebohrung gab lediglich Aufschluss darüber, dass dort unten in profitabler Menge Erdöl vorhanden ist. Für die Förderung selbst brauchte das Unternehmen vom Bergamt Stralsund eine Abbaugenehmigung. Das Amt erteilte sie am 12. März 2014. Ein Unternehmenssprecher sagte, dass es jetzt um die Festellung der Ölqualität geht. Sozusagen eine Erdölverkostung.

Die Firma CEP geht mit einer ungewohnt charmanten Strategie ihrer Öffentlichkeitsarbeit vor, um das Vertrauen von Umweltschützern, Bürgern, und Touristen zu gewinnen. Wachleute, Mitarbeiter und Personal zeigen alle ein „Corporative Smiling“. Die englische Wortschöpfung hört sich in diesem Falle schöner an als das die deutsche Entsprechung „Unternehmensgrinsen“. Bereits am Anfang ihrer Tätigkeit hatte das Unternehmen in einer ganzseitigen Anzeige in der lokalen Ostseezeitung bekundet, sie wolle stets engen Kontakt zur Bevölkerung halten, um frei, offen und ehrlich jeglichen Anflug von Misstrauen überzeugend auszuräumen. Am 7. April lud sie daher Journalisten auf die Bohrstelle „Barth 11“ in Saal ein. Der Kern des Misstrauens ist die nicht verschwinden wollende Vermutung, die Art der Ölförderung könnte das so genannte „Fracking“ sein. Ist es nicht, sagt der Unternehmenssprecher, es heißt „Stimulation“. Im Gegensatz zum Fracking wird also nicht mit Hochdruck Wasser durchs Gestein gespült, um es zu brechen und das enthaltene Öl „aufzuschlürfen“, sondern die Steine mit sanfter Stimulation zur Absonderung des Öls gebracht. Der Sprecher sagte dies anders, nämlich mit den technischen Begriffen. Aber wer versteht die, wenn er kein Bergbauingenieur ist?

Die hartnäckige Vermutung vom geplanten Fracking war jedenfalls am Ende der Presseveranstaltung noch nicht ausgeräumt. Daher stellte CEP eine technische zeichnung zur freien Verfügung, die den Unterschied zwischen Fracken und Stimulieren zeigt:

S

 

 

Das Öl, auf das alle so scharf sind, ist in Gesteinen eingeschlossen, Ein Klumpen stein, wie eine in der höhe halbierte Dose Ravioli, enthält etwa einen Fingerhut voll Öl. Es geht CEP aber nicht um Fingerhüte. Es geht um 1 bis 2 Züge mit Kesseltankwagen pro Woche über viele Jahre.

Stein mit Erdöl

Trotz alledem protestierten zwei Männer von Greenpeace am Freitag, dem 11. April 2014 in Saal, mit der Bohrstelle im Hintergrund, gegen das geplante Fracking. Der Fortgang der Geschichte wird sich in den nächsten Monaten zeigen. Die Planung sieht so aus:

Ab 07. April:

17 Tage Messung der Zuflussdaten

29 Tage Bohrturmarbeiten

25 Tage Bohrstimulation (oder Fracking, wie Greenpeace sagt)

16 Tage Testförderung.

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BARON VON FEDER: „Wenn Kleider Leute machen“

BARON VON FEDER

„Wenn Kleider Leute machen“

Kleider sollen die Fähigkeit haben, Leute zu machen. Kleider gibt es für verschiedene Anlässe. Was man trägt, erzeugt Gefühle. Laufen Sie zum Beispiel mal mit einem Hausmeisterkittel durch eine Feiergesellschaft – oder stellen Sie sich mal mit Krawatte und Anzug an einen Imbissstand, an dem die Malers, Maurers und Klempners Pausentreff halten. Im Idealfall besitzt jeder für jede Aufgabe die geeigneten Kleidungsstücke und wählt das passende Kostüm zur Rolle.

Wenn Kleider Leute machen, machen unterschiedliche Kleider unterschiedliche Leute. Ich halte das für einen interessanten Ansatz zum ewigen Frieden. Wahrscheinlich ist die Wirkung der Kleidung auf ihren Träger ähnlich wie die Wirkung der Wortwahl auf die Stimmung. Manche Konflikte eskalieren ja hauptsächlich durch die verbale Hetze, die in den Beteiligten Stimmungen aufkommen lässt, die keine Entspannung mehr möglich lassen. Entspannende Kleidung ist sexy, bunt, elegant, individuell und unterstreicht das Wesen des Trägers dieser Kleidung.

Sexy, bunt, elegant und individuell sind Eigenschaften, die auf Uniformen und Kampfmonturen nicht zutreffen. Können Sie sich Militärs vorstellen, die  nackt oder mit Badehose bekleidet Lust aufs Kämpfen verspüren? Ich nicht. Ich kann mir aber Vorstellen, dass die Badehose Lust auf Sommer, Meer. Flirt und Freundschaft erweckt. Das kann ich mir auch normale Straßenbekleidung vorstellen. Würde man das Militär in edle frohe Zivilkleidung stecken, brauchte niemand mehr Angst vor Krieg, Gewalt und bewaffneten Konflikten zu haben.

Die Idee zur Konfliktlösung durch friedliche Leute machende Kleider müsste sich allerdings erst noch durchsetzen. Ich würde gerne der Werbung die Chance dazu geben. Wenn sie das schafft, vertraue ich auf gute Ergebnisse imagebildender Kampagnen.

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Rezension: „Der Rügener Sandkobold“

REZENSION

Rezension „Der Rügener Sandkobold“

„Rügener Heimatkunde“

Von Christina Seidel erschien im Demmlerverlag das Kinderbuch „Der Rügener Sandkobold.“ Das Buch ist Reiseführer und Heimatkunde, bei dessen Lektüre sogar erwachsene Leser den Wunsch verspüren, noch mal Kind zu sein, noch mal zur Schule zu gehen, und mit solch einem Buch Unterrichtsstunden im Fach Heimatkunde zu besuchen – sie würden glatt auf die Pausen verzichten. Selbst Nachsitzen wäre keine Strafe, sondern eine Auszeichnung. Die Seiten des Buches sind gestaltet wie die Küstenlandschaft in der glasklaren Sicht des Rückseitenwetters beim Durchzug einer Zyklone. In den Kapiteln geht es um die Erlebnisse zweier Kinder im Ferienaufenthalt auf Rügen. Eines ist von Rügen, der erklärt immer alles, und die andere von irgendwo, wahrscheinlich Berlin, jedenfalls ist sie ortsfremder Herkunft. Er zeigt ihr die Insel und erklärt alles – immer schön mit Geschichten, Sagen und Anekdoten – und dann kommt, wie im Lehrbuch, der Aufgabenteil zum Kapitel. Die kindlichen Leser werden abgefragt zum Inhalt des Kapitels, und als erwachsener Leser stellt man dabei fest, wie unaufmerksam man manchmal liest. Man denkt noch, man habe alles gelesen, kann aber keine Frage beantworten. Mir scheint das zum Teil typisch erwachsen zu sein, denn Zuhören können Erwachsene oft auch nicht – weder unter Ihresgleichen noch im Gespräch mit Kindern. Und dann kommt da noch ein Sandkobold vor. Die Kinder finden den am Strand beim Bernstein suchen, und dann stellt der ihnen nach und nach ein Flugzeug aus Sand zur Verfügung, mit dem sie dann in nullkommanix an jedem beliebigen Ort der Insel sein können. Ein kleiner Trick der Fantasie, aber so schön wie die Fotos und Zeichnungen im Buch. Dunkel kann ich mich an ein Buch erinnern, welches ich als Kind bei meinen Großeltern fand. Da kamen auch zwei Kinder vor und eine Art Kobold, mit dem sie dann um die Welt reisten. In dem Buch meiner Großeltern hatte der Kobold Ulle Bam hieß der –  kein Flugzeug, aber eine Feder am Hut, und wenn er die berührte, konnten sie alle drei fliegen. Soweit ich das heraus finden konnte, erschien das Buch 1953 im „Altberliner Verlag“. („Ulle Bam auf neuer Fahrt“ von Georg Willroda) Der Altberliner Verlag war ein privat geführter  Verlag für Kinder-und Jugendbücher. Sogar Bezüge zur Rea-und Aktualität fehlen nicht in Christina Seidels Buch. Der Sandkobold gerät nämlich in den kurz in den Verdacht, am großen Autobahnsandsturm auf der A 19 im Jahr 2011. So ein Sandkobold muss nämlich auch manchmal Sandstürme verursachen, aber er erklärt glaubhaft, nie solche Stürme zu machen, bei denen Menschen zu Schaden kommen.

cover rezi sandkobold

Richtig geschickt ist die Auflösung des Übergangs von der Fantasie zur geerdeten Wirklichkeit. Der Kobold kann einem nämlich Sand in die Augen streuen, dann vergisst man alles. Und das Ich-Erzählende Kind bekommt mit, wie der Kobold schon mal ne Ladung Sand klar macht, damit die Kinder die Existenz von ihm, Kobold, vergessen sollen. Und weil das Ich-Erzählende Kind ein Mädchen ist, versteckt sie sich hinter dem Rücken des dazugehörigen Jungen und kann sich an alles erinnern- Ätsch. Und das Buch ist ein so schönes Kinderbuch, dass man es unbedingt auch als Erwachsener lesen soll.

(Christina Seidel, „Der Rügener Sandkobold“, Demmler-Verlag, Körkwitz 2014)

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APROPOSIA: Von hoffnungsfrohen Schlagzeilen

APROPOSIA

Von hoffnungsfrohen Schlagzeilen

Moderatorin: „Guten Abend, erlauchte Runde. Der Mai ist gekommen, schon im April erblühte zaghaft der Raps – wollen wir heute mal nur über schöne Dinge reden?“

Zwischenrufer: „Sie sind ja heute so poetisch, sind Sie verliebt?“

Moderatorin (kichert vergnügt): „Es könnte auch am Wetter liegen. Alles neu macht der Mai.“

Unker: „Und dann kein U.v.D. heute hier, wie schön.“

Mesiramis Drohne: „Sie erfüllt Ihre Pflicht. Wir müssen bereit sein. Moskau….“

Zwischenrufer: „Aber Herr Drohne, wir wollten doch heute nur über die schönen Dinge reden.“

Moderatorin: „Der Mai stimmt mich so milde. Zwischenrufer, ich glaub heut können Sie alle Bemerkungen zwischenrufen.“

Unker: „Apropos schöne Themen. Ich seh hier nur Sie Moderatorin und Sie Zwischenrufer. Von Mesiramis Drohne erwarte ich nichts Schönes“

Moderatorin und Zwischenrufer: „Unker, nanu? Sie sehen uns als schöne Themen?“

Unker: „So hab ichs nicht gemeint.“

Mesiramis Drohne: „Die sehr kluge Frau ist auch nicht da.“

Unker: „Ich hab gemeint, dass nur vin Ihnen, Moderatorin und Zwischenrufer, schöne Themen zu erwarten sind.“

Moderatorin: „Aber Unkerchen, Ihnen ist doch bestimt auch ein schönes Thema aufgefallen, oder?“

Unker: „Ja, dies hier, bei Telepolis: Solidarische Landwirtschaft weltweit. Das geht so: Wer zwecks Lebensmittelversorgung e3inkaufen muss, Städter zum Beispiel, wird quasi Anteilseigner an einem Hof. Gruppen von Menschen finanzieren einen Hof und werden dafür mit Naturalien versorgt. Hört sich nach einer schönen Idee an.“

Moderatorin: „Stimmt. Und wenns richtig gut läuft, wird der Kapitalismus schrittweise überflüssig.“

Zwischenrufer: „Überflüssig isser ja jetzt schon. Er hat ja Mnesch und Natur lange genug qequält. Vielleicht kann man ja nachhelfen. Hier, seht mnal, auch ein Text von Telepolis: El Hierro -Erste Insel, die sich komplett über erneuerbaren Strom versorgt.“

Unker: „Ist zwar physikalisch ungenau formuliert, aber das Prinzip stimmt, denn es passt zu dem schönen Thema mit der solidarischen Landwirtschaft. Schließlich funktioniert der Kapitalismus ja nur, weil er andere für sich bezahlen lässt.“

Zwischenrufer: „Also weg mit dem Kapitalismus, Raum für das Lebensnotwendikum, genossenschaftliche Eigenfreiheit, Reduktion der Mächtigen auf den Dienst am Gemeinwohl und Parlamentsdiäten auf Diät.“

Mesiramis Drohne: (wird blass und blässer)

Tür (öffnet sich, fragt): „Hier ist grad eine Wolke Fliederduft. Sie sagt, der Frühling hätt sie geschickt, und möchte Ihnen Freude und Glück wünschen, auch wenn der Kapitalismus noch nicht vorbei ist.“

Alle außer Drohne: „Oh ja, Fliederduft, kommen Sie herein.“

Wolke Fliederduft: (erfüllet wieder Geist und Herzen)

Mesiramis Drohne: (zieht sich in rauhe Höhen der Macht zurück)

Moderatorin (zum Zwischenrufer): „Wollen Sie, weil Wolke Fliederduft grad hier ist, für heute unser Maikäfer sein?“

Zwischenrufer: „Ja, ich will.“

Unker: (singt) „Maienlust, Maienlust, hab ich es doch gehewusst…“ (eilt fort, Maikätzchen suchen)

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REZENSION: Aufruhr am Ryck

REZENSION

Rezension „Aufruhr am Ryck“

Helene Musfedder

„Handelspolitik, die Dritte Person und die gewöhnliche Kriminalität“

Es stürmte draußen und es regnete. Ich hatte nur wenig zu tun. Ich musste nur den Ostseekrimi „Aufruhr am Ryck“ lesen. Ryck ist ein Flüßchen, und an diesem Flüßchen liegt Greifswald, eine Stadt mit Universität. In dieses Milieu hat Emma Wittenstein schon vor einem Jahr oder waren es zwei den Mittelalterkrimi „Der Teufel vom Ryck“ angesiedelt. Darin musste ein Buchkopierer wegen Gedächtnisverlustes durch Schläge auf den Kopf ein paar Morde nachrecherchieren und klärte die Taten dadurch auf. Ich war also schon beträchtlich gespannt, was Emma Wittenstein in „Aufruhr am Ryck“ in petto hat. Ich nahm mir daher das Buch vom Tisch mit der ungelesenen Lektüre. Ich wollte gerade die Treppe hinauf huschen, da hörte ich ein platschendes Geräusch. Wir haben da so ein ganz kleines Fenster unten bei der Haustür, das steht fast immer auf, wegen Lüftung. Ganz kurz nach dem Geräusch huschte ein feuchtes haariges Wesen um eine Waden. Es sagte. „Miau“ und bat mich, ihm in der Küche ein Schälchen mit Milch zu servieren. Ich tat dies und sagte zu dem Kätzchen: „Wenn Du fertig bist, wisch Dir Dein Schnäuzchen ab und komm zum Lesesessel. Ich muss Mittelalter lesen, da brauch ich schwarzes Kätzchen.“ Oben begann ich dann zu lesen. Der Kopierer vom ersten Roman wohnt inzwischen in Wolgast, aha. Und in Greifswald geschieht ein Mord. Aha. Im Uni-Milieu. Schau an. Der Vogt verdächtigt einen Studenten. Und der Herzog in Wolgast beauftragt den Kopierer mit dem nun nötigen kriminalisieren. Dem Kopierer schwant beim Briefing Übles. Der verdächtigte Student ist sein alter Bekannter Gernot von Hohnstein. Ich ließ das Buch sinken. Jemand kommt die Treppe hoch und nimmt schnurrend auf meinem Schoß Platz. Vor Spannung virbrierend, vor Wohligkeit schnurrend saßen wir im Leselümmelsessel und lasen. Was fiel uns auf? Uns fiel auf, dass Emma Wittenstein durchgängig die Anredeform in der Dritten Person benutzt. „Nimm Er die Hand von Seinem Messer und tue Er, was Ihm befohlen wurde“ oder so ähnlich. Davon ist das ganze Buch voll ohne anstrengend zu sein oder auf Mittelalter gekünstelt zu wirken. Es wirkt Echt. Danach fällt auf, dass Emma Wittenstein im Vergleich zum Vorgängerroman sprachlich viel sorgfältiger gearbeitet hat. Die Mühe hat sich gelohnt, denn es ist ein sehr schönes Buch. Es bildet sogar. Es bildet handelspolitischen Sachverstand mit ganz einfachen Mitteln. An manchen Stellen blitzt der Schalk durch. Dann könnte das Mittelalter auch ein ganz gewöhnliches wirtschaftskriminelles Politikum der Gegenwart sein.

cover rezi aufruhr am Rvk

Der letzte Mord in diesem Krimi ist die Hinrichtung des wirklichen Täters. Sie findet öffentlich statt wie eine Mittagssendung des Privatfernsehens. Der Kopierer als Mann der Bücher legt keinen besonderen Wert auf das Schauspiel.

(Emma Wittenstein, „Aufruhr am Ryck“, Hinstorff-Verlag, Rostock 2014)

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BEWEGUNGSMELDER: Seltsame deutsche Putintreue

BEWEGUNGSMELDER

„Seltsame deutsche Putintreue“

Am 27. März bekam Wladimir Putin Post. Ein ehemaliger Oberstleutnant und ein Journalist hatten dem Präsidenten Russlands einen Brief geschrieben. Der Brief war so gut, fanden die Verfasser, dass möglichst viele andere Adressaten auch lesen sollten, und daher handelt es sich um einen „offenen Brief“. Unter dem Betreff „offener Brief an Präsident Putin“ ging dieser Brief als E-Mail-Anhang durch ungezählte Mailpostfächer. Im Grunde ist dieser Brief ein Unterstützungsschreiben für Putins Handeln auf der Halbinsel Krim und dem gesamten Verhältnis Russlands zum Nachbar-und Bruderland Ukraine. Verfasser und Mitunterzeichner bestärken den russischen Präsidenten in seiner Ansicht, dass die Eingliederung der Krim ins russische Stammland vergleichbar sei mit der Wiedervereinigung von DDR und BRD. Genau das hatte Putin zuvor vor seinem Parlament, der Duma, auch schon gesagt. Die Deutschen, meine er in in seiner Duma-Rede, müssten doch am ehesten Verständnis haben für das Thema Wiedervereinigung. Den offenen Brief haben knapp 200 Menschen unterschrieben und sich dem Treuebekenntnis der beiden Verfasser angeschlossen. Putin seinerseits sagte nicht einmal  „Spassibo sa waschewo pismo“.  Bekannt ist aber, dass von den vielen, denen der Brief zuging, einige die Unterstützung ablehnten. Einer wünschte den Autoren sarkastisch viel Spaß beim weiteren Aushebeln der Demokratie, und eine Ukrainerin hielt den Geist der Autoren und die Handlungen Putins für faschistisch. Wie kann das sein? Beide können ja nicht faschistisch sein. Dann würden sich Faschisten unter sich kloppen. Die Öffentlichkeit müsste sich nur der betroffenen Menschen annehmen. Faschismus ist sowieso keine Ideologie, sondern ein Bündel von Methoden zur Durchsetzung politischer Ziele. Wenn sich alles ähnelt und Politikbeobachter ständig eine Ideologie erkennen möchten, obwohl es sich um ein Bündel von Methoden handelt, wird eine Analyse der Lage auf der Krim fast unmöglich. Die NATO schickt Zerstörer ins Schwarze Meer, Schäuble vergleicht den Anschluss der Krim an Russland mit Hitlers Einverleibung des Sudetengebietes heim ins Reich, die Ukraine bereitet ihr Militär auf den Ernstfall vor, welcher Krieg bedeutet, und es bleibt die Frage: Warum soll man sich eigentlich auf die Seite eines von zwei Kriegsgegnern stellen? Es gibt keinen gerechten Krieg. Daher ist jede Parteinahme eine Unterstützung von Unrecht. Man kann das auch Mittäterschaft nennen. Irgendwer muss ein Interesse daran haben, dass jahrelanges Miteinanderleben in Unversöhnlichkeit umschlägt. Es gibt noch einen absurd klingenden Kriegsverhinderungsversuch: Ein Brief an Putin (kann ruhig verschlossen sein) mit der Bitte „Vertragt Euch“ und ein Artikel in allen ukrainischen Zeitungen: „Gehet hin, bestellt das Land, erzeugt alles, was Ihr zu einem schönen Leben braucht“.

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