Baron von Feder: Friedensgedicht auf Rheinmetall

 Baron von Feder

Freitag, 01. Juni 2012

Friedensgedicht auf Rheinmetall

 Die Firma Rheinmetall ist für die Produktion von Waffen bekannt. Die Medien drucken oft Fotos von Panzern und texten in der Bildunterschrift den Namen Rheinmetall als Hersteller. Zum Beispiel in dem FAZ – Beitrag „Wir brauchen die Besten als Soldaten – Ein Interview mit Verteidigungsminister Thomas De Maiziere“ vom 26. Mai 2012. Rheinmetall hat aber zumindest früher auch mal Schreibmaschinen hergestellt. Ich weiß das, weil meine Oma, die Sekretärin war, eine Maschine von Rheinmetall besaß. Auf Schreibmaschinen der Rüstungsfirma Rheinmetall kann man zum Beispiel auch pazifistische Texte tippen, zum Beispiel folgendes Friedensgedicht auf Rheinmetall:Den Anstoß gab die Lektüre des Interviews mit De Maiziere. Gerade war ich bei Textstelle, an der der Minister über Personalbeschaffung sagte: „Wir schöpfen nicht dort, wo die Menschen keine Arbeit finden. Wir brauchen die Geeigneten und die Besten, egal, wo sie geografisch herkommen“. Da donnerten, einer Filmmusik in einer dramatischen Szene gleich, zwei Kampfflugzeuge über Häuser und grüne Wiesen. Sie donnern zur Zeit wieder regelmäßig. Ich möchte wissen, was sie vorhaben. Aber das Militär sagt ja nichts. Gibt es zum Thema eventuell einen Hinweisgeber?

 

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„Das Flugblatt“ Nummer 44 ist da

„Das Flugblatt“ Nummer 44 ist fertig. Sie erhalten es per Klick; ich würde mich freuen, erhielte ich von Ihnen dafür 50 Cent.

Link: Flugblatt Nummer 44 Nr 1 – Juni2012

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Rezensnsion: „Inside Occupy“

 Hannes Nagel

Rezension „Inside Occupy“

Sonntag, 27. Mai 2012

Occupy: Anatomie einer sozialen Bewegung“

 Niemand kann es übersehen; fast alle erleben es täglich oder gar stündlich: In der kapitalistischen Wirtschaftsordnung gibt es Verwerfungen, wie ein Bagger, der unter sich den Sand wegbuddelt, auf dem er steht.

Beseitigt wird, was Gewerkschaften und Arbeiterparteien der Alten Tage an sozialen Annehmlichkeiten für die Massen bewirkt hatten. Aus der Kraft der geistigen und körperlichen Maloche der Massen ist der Reichtum und der Wohlstand von Nationen enstanden. Alle hochentwickelten Länder haben zwei gesellschaftliche Nationen: Die Reichen und die Armen, auch benennbar als die Nutznießer und die Sklaven. Das hat viel schöner schon Benjamin D. Israeli beschrieben. „Sybill or The Two Nations“ heisst das Buch aus dem Jahre 1845. Behalten wir es im Hinterkopf und wenden wir uns einem blutjungen Autor der Gegenwart zu: David Graeber, Jahrgang 1961. David Graeber trat schon im Flugblatt Nummer 33 vom 1. Dezember 2011 auf („Schulden wegwischen“). Das neue Buch von David Graeber heißt Inside Occupy und ist die Anatomie einer sozialen Bewegung. Im Klappentext des CAMPUS-Verlages wird Graebner als Anarchist und Professor vorgestellt. Irgendwer trug an ihn die Bitte heran, sich mit Occupy zu befassen. Was wollen die, was können die, was glauben die, wer sie sind? So entstand das Buch. Occupy ist die soziale Bewegung mit der Maske vor dem Gesicht. Occupy ist unfassbar und nicht zu fassen, finden Sympathisanten. Das sind die, die zu Zeiten von Robin Hood, Klaus Störtebeker, Zorro und Rübezahl an langen Winterabenden Geschichten erzählten und ihre Helden mit Legenden umrankten. Das leichtsprachig erzählte Buch enthält kluge Gedanken zum Thema „Demokratie“. So kluge Gedanken erfrischen jede dröge Abhandlung über Verfassungen, Staaten und die üblichen Warnungen demokratischer Parteien vor einander, wenn die Wähler ihre Kreuzchen an falscher Stelle machen. Innen ist noch ein kleines Beilageheftchen mit einem Glossar. Denn die Bewegung hat ihren eigenen Sprachgebrauch inklusive eigene Handzeichen – Signale oder Gesten, die man wie eine Fremdsprache lernen muss, um zu verstehen, was Occupy will. Nämlich direkte Demokratie, auch Basisdemokratie genannt. Die Begriffe interpretiert jeder anders. Sympathisanten interpretieren sie als gute Idee, Konservative als Gefahr, Wissenschaftler als dummes Zeug und Journalisten plappern Angelerntes aus der Bundeszentrale für Politische Bildung nach. Man soll aber nicht Fakten mit der Interpretation von Fakten verwechseln. Am Ende hält Graeber Occupy erst für den Anfang von Etwas. Für manche ist das eine Drohung. Für Viele ist es eine Hoffnung.

David Graeber, „Inside Occupy“, CAMPUS-Verlag, Frankfurt 2012, etwa 14,99 Euro

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Glosse: Schallend lacht der amtsbetroffne Mensch

 Baron von Feder

Samstag, 26. Mai 2012

„Schallend lacht der amtsbetroffne Mensch“

 Der Sommer naht und mit ihm nähern sich die warmen Tage. Das Wetter ist schön. Man möchte sich aus purer Lebensfreude glucksend lachend im Gras kullern. Alles lädt zum Lachen ein. Nicht einmal Behördenbriefe kann man mit gebührendem Ernst lesen. Das Ordnungsamt einer Urlaubssandbank hoch im Norden teilte einem Menschen per Post mit, dass es einen Bußgeldbescheid eingestellt habe. Staunend vernahm der Mensch, dass es ein solches gab. Schon leicht glucksend las er weiter, dass die Behörde weder ihn noch den zu ahndenden Sachverhalt habe ermitteln können. Weil also, folgerte die Behörde, beim besten Willen keine Ordnungswidrigkeit nachweisbar war, solle der Mensch an die Behörde 18 fuffzich überweisen. Schallend lachend tuts der amtsbetroffne Mensch.

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Halbinsel Zingst: Vor dem Horizont wird fotografiert

 Baron von Feder

Donnerstag, 24. Mai 2012

„Halbinsel Zingst: Vor dem Horizont wird fotografiert“

Wer eine Kamera halten kann und einen Blick für das Besondere hat, fotografiert gern. Viele, die gerne fotografieren, sind am Pfingstwochenende auf der Halbinsel Zingst im Dorf Zingst. Fotografen, die in der Szene Rang und Geltung haben, halten für Einheimische, Urlauber und Interessierte das Umweltfotofestival „Horizonte Zingst“ bereit. Die Fotoschauen gehen vom 26. Mai bis 3. Juni.

 

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Apropos Entlassung von Politikern

Probezeit für Abgeordnete 

Rudolf Scharping planschte nur im Swimmingpool, als er fotografiert wurde. Er trat zurück. „Die Würde des Amtes“ und so weiter wollte er ja nicht naß machen. Horst Köhler sagte versehentlich die Wahrheit. Er trat zurück. „Der Respekt vor dem Amt“ sei nicht mehr gegeben, klagte er, als das, was er öffentlich über Kriegsgründe sagte, in der Öffentlichkeit gehört wurde, aber Ärger über den Präsidenten hervor rief statt ihm den geschuldeten Beifall zu klatschen.Norbert Röttgen verlor eine Wahl. Er trat NICHT von seinem Ministeramt zurück. Nicht einmal um die Verantwortung zu übernehmen, wie das sonst üblich ist. Röttgen wurde entlassen wie eine Verkäuferin im Supermarkt. Wenn eine Verkäuferin entlassen wird, erhält sie entweder keine Begründung oder eine fadenscheinige Begründung. Wird es jetzt auch ganz oben in den Arbeitsverhältnissen wahrscheinlich, dass man entlassen werden kann, statt versetzt zu werden oder den goldenen Ruhestand anzutreten? Ist das dann ein Zeichen dafür, dass sich die Forderung nach Transparenz durchsetzt?

Wenn an die Stelle einer entlassenen Verkäuferin im Supermarkt eine minijobbende Hilfskraft platziert wird, gilt erst einmal eine Probezeit. In der Probezeit will die Betriebsleitung heraus finden, ob die Arbeitskraft ihren Aufgaben und den Anforderungen des Stellenprofils gewachsen ist. Politische Ersatzkräfte brauchen keine Probezeit zu absolvieren. Warum eigentlich? Man kann doch DIE POLITIK durchaus als Analogie zu einem Handelskonzern betrachten, in welchem es Minijobber, Angestellte, Geschäftsführer und Oberverantwortungsträger gibt. Wer sich auf eine Stelle bewirbt, wird in dem Konzern auf seine fachliche Eignung geprüft. Wer prüft Abgeordnete auf ihre fachliche Eignung? Reicht es wirklich aus, in einem Landtag haushaltspolitischer Sprecher einer Partei zu werden, wenn man längere Zeit zweiter Kassenwart in einem Ortsverband war?

Ich finde, dass die Bewerber um eine politische Betätigung sorgfältiger überprüft werden sollten. Eine öffentlich-transparente Probezeit für Abgeordnete halte ich für denkbar und für machbar. Die Gesellschaft ist ein kluger Personalchef. Sie soll die Courage haben, nicht nur nach den Vorgaben der Unternehmensführung zu entscheiden.

PS: Wenn sich nun aber am Verhalten und am Können und an der Behandlung von Politikern zeigt, dass sie Menschen wie Du und ich sind, warum geht es ihnen dann finanziell und sozial besser als Dir und mir?

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Vorsicht, Satyre

 Die Nymphe kommt auf ihre Kosten, hat ihr Satyr-Freund solch nen Pfosten

Ein Satyr ist ein ziegenbockähnliches Mischwesen aus der griechischen Mythologie. Weil sein Körper teils an einen Ziegenbock erinnert, teils an einen Mann, ist der Satyr ein lüsterner Waldgeist, der mit Dionysos, dem Gott des Weinbaus, umherzieht und Nymphchen verführt, die sich das gern gefallen lassen. Nymphen selbst sind Frauen, die fast so unsterblich sind wie zum Beispiel die Göttin Aphrodite. Daher nutzen sie ihre Zeit in Flüssen, Seen, im Meer, auf Felsen oder Bäumen aufs Beste. Manchmal treffen sie sich mit Dionysos und den Satyren. Dann lacht es fröhlich in Wäldern und ausgelassenes Kichern plätschert an den Quellen.

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Geist sucht Mäzen

 Geist sucht Mäzen

Carl-Ohgüüst war ein Mäzen. / Durch ihn konnt Goethes Kunst bestehn. / Doch mangelt es an Förderung / ist dies der Künste Mörderung

Zum Leben braucht Kunst Publikum / sonst liegt sie brach im Schubfach rum. / Wird sie gar nicht wahrgenommen / bleibt der Kunstbegriff verschwommen

Die Maler stellen Bilder aus. / Von Tönen klingt das Opernhaus. / Dichters Ruhm ist Druck und Lesung. / Oh, Mäzen, ich wünsch mir Spesung.

Einhundertfünfzig Honorar / fänd ich pro Monat wunderbar. / Das Flugblatt“ heisst mein Monatsblatt / das zweimal sieben Seiten hat.

Ich weiss nicht, wo DEIN Nutzen ist / wenn Du schon bald mein Sponsor bist. / (Ich sag „Du“ – das kann nicht jeder. Aber ich.) – Baron von Feder.

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Achtung, Vorbild im Straßenverkehr

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Freier Weg zur Halbinsel Zingst: Die Pontifexe sind fertig

Baron von Feder

Sonntag, 13. Mai 2012

„Freier Weg zur Halbinsel Zingst: Die Pontifexe sind fertig“

 

Still leise und ohne Pomp wie 1980 gab die Straßenbauverwaltung die Behelfsumfahrung zur Meiningenbrücke zwischen Bresewitz und der Halbinsel Zingst für den Verkehr frei. Die Neue befährt sich gut und gefällt auch ästhetisch. Seit Freitag, 11. Mai 2012, 09 Uhr 30 ist die ehrwürdige Alte für den Fußgänger, Radfahrer und motorisierten Verkehr gesperrt. Irgendwann wird an ihr repariert, renoviert, restauriert. In Kürze erscheint hier auf „Das Flugblatt“ und als Drucksache im Musenverlag eine kleine bescheidene Dokumentation mit Text und 36 Fotoimpressionen über den Neubau.

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