APROPOSIA: Von Nationalen Kohorten

APROPOSIA

 Von Nationalen Kohorten

 Moderatorin: „Guten Abend, Erlauchte Runde.“

Runde: „Guten Abend, liebe Moderatorin,“

Zwischenrufer: „Was haben Sie mit Ihrem Fuss gemacht?“

Moderatorin: „Ich bin beim Zeitungslesen über einen Begriff gestolpert.“

Unker: „Was für ein Begriff?“

Moderatorin: „Haben Sie schon mal die Formulierung Nationale Kohorte gehört?“

Unker: „Ist das – nach Frontex – schon wieder so eine paramilitärische Durchgreiftruppe?“

Mesiramis Drohne: „Ihr werdet Frontex schon noch dankbar sein, wenn die Griechen wegen der Schulden mit Gewalt auf Brüssel marschieren.“

Zwischenrufer: „Ach wissense, da vertrau ich ja fast noch auf die IWF-Chefin. Die hat zur Lösung der Schuldenkrise verlangt, dass nicht mehr Kindergartenkinder verhandeln, sondern Erwachsene. Dann, liebe Politkinderchen, nun geht mal alle fix Zähneputzen und dann ab ins Bett.“

Unker: „Manche Kinder treibens aber auch so weit, dass sie einen Klaps auf den Po kriegen.“

Mesiramis Drohne: „Sie, Sie, Sie rufen hier zur Gewalt auf.“

Unker: „Nö, Herr Drohne, nur zur friedlichen Handreichung. Tobende Kinder muss man ja manchmal gegütigend an die Hand nehmen.“

Dr. Liberalitas: „Lukas 18, Vers 10: Ich kriege sie schon mit Güte zahm.“

Sehr kluge Frau: „Verräter.“

Mesiramis Drohne: „Sie glauben wohl, Sie könnten unser Grundgesetz missbrauchen, in dem Sie alles sagen und sich aus jeder Verantwortung heraus drehen, was?“

Zwischenrufer: „Sprache und Redefreiheit sind etwas Wundebares.“

U.v.d.L.: „Weils ja mal ein Stück weit mein Metier war: Was ist nun mit den Nationalen Kohorten, Frau Moderatorin, wollten Sie dazu nichts erzählen?“

Moderatorin: „Sie haben ja schon gemerkt, zu welchen unterschiedlichen Verständnisauffassungen der Begriff führt – danke, lieber Unker, Du süßer Knuffel. Ich duz dich heut mal. Schmatz.“

Das Wetter: „Nuja, 39 Grad, da kann so was mal…“

U.v.d.L.: „Das erklärt aber noch nicht ihr Stolpern. Kohorte ist nämlich ein ganz normales Wort aus Statistik, Soziologie, Mathematik, wenn von Gruppen die Rede ist.“

Zwischenrufer: „Sogar Google Analytics fordert: Legen Sie Kohorten an. Wie meinen die das? Geheime Suchmaschinen-Eingreifskohorte?“

Moderatorin: „Kohorten hießen aber auch militärische Hundertschaften der römischen Imperial-Heere. Wenn die losstampften, hieß das Krieg. Mag sein, dass Kohorte ein bekanntes Wort ist. Den größten Bekanntheitsgrad hat aber die militärische Bedeutung.“

Philologe: „Nuja. Man könnte Nationale Kohorte auch für einen neu geprägten politischen Kampfbegriff halten, der sich ohne Herleitung durch ständige Benutzung als undurchdachter Gewohnheitsbegriff festsetzen soll.“

UvD: „Aber es sind ja nur Gruppen, die Aufschluss über die Verbreitung von Krankheiten, Auskunft über die Lebensstandards und so weiter geben. Das ist gut, denn so kann den Menschen schnell und präzise und differenziert bei der Lösung gesellschaftlicher Probleme geholfen werden.“

Zwischenrufer: „Jaha, wie bei der personalisierten Internetwerbung. Nachtigall, ick hör dir Trapsen.“

Unker: „Und wenn dann plötzlich ein Kohortenranking vom Status Lebenswert über den Status Gerade noch geduldet“ bis zur kategorie Aussortieren hinzu kommt?“

UvD: „Quatsch, niemand hat diese Absicht.“

Sehr kluge Frau: „Wir sind auf einem guten Weg und können in Ruhe abwarten.“

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BARON VON FEDER: Was macht eigentlich Ban Ki Moon?

Baron von Feder

„Was macht eigentlich Ban Ki Moon?“

Zur Zeit hört man zu den Themen Flucht, Vertreibung und Krieg mehr aus dem Munde von Papst Franziskus als vom Generalsekretär der Vereinten Nationen. Er heißt Ban Ki Moon. Er heißt nicht mehr Kofi Annan. diese Bemerkung betrifft den Kreuzworträtselredakteur der Ostseezeitung, der immer die Antwort „Kofi Annan“ verlangt, wenn er nach dem Namen des amtierenden UNO-Generalsekretärs fragt. Die zurückhaltende Namensnennung von Ban Ki Moon liegt wahrscheinlich daran, dass die Mehrzahl der Wortmeldungen des Generalsekretärs zu Flucht, Vertreibung und Krieg auf UNO-Webseiten verbreitet wird. Zum Beispiel auf der Webseite www.unric.org. UNRIC ist das Regionale Informationscentrum der UNO für Westeuropa und sitzt in Bonn. N-TV stieß die lesende Öffentlichkeit mit der Nase darauf: Die UNO ist am 26. Juni 70 Jahr alt geworden. Zugleich ist sie nicht mehr zeitgemäß. Wenn sie nicht mehr zeitgemäß ist, kann man zur Zeit auch wenig von ihm hören. Und folglich auch nichts von Ban Ki Moon. Die UNO verabschiedet Resolutionen, an die sich Weltschupo Wachtmeister Sam American nicht hält, sondern lieber Selbstjustiz durchführt. Der Papst schreibt Enzykliken, auf die zumindest die amtliche katholische Welt ein Stück weit hört. Dasn katholische „Fußvolk“ neigt hingegen zu Eigenmächtigkeiten. Bei der UNO ist es eher so, dass das Welt-Fußvolk unter dem Banner der UNO aus tiefstem Herzen Entwicklungshilfe leistet. Vergleiche hierzu das Engagement von Freiwilligen in Hilfsorganisationen.

Der Papst und die UNO werden gebraucht, um den Frieden der Welt zu sichern und ein Stück weit für sozialen Ausgleich zu sorgen. Genau wie wir anderen alle auch.

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REDAKTIONSMITTEILUNG: Das Flugblatt für den Ersten Juli ist da

Liebe Leserinnen, liebe Leser, „Das Flugblatt“ für den Ersten Juli ist da.Das Flugblatt 93-01-07-2015 neues Layout

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FEUILLETON: Ausgegrenzt. Angeschmiert. Ausweg gefunden

Ausgegrenzt. Angeschmiert. Ausweg gefunden

 Die Welt ist im Aufruhr. Den Aufruhr in der Welt erkennt man an der Zunahme fliehender Menschenaus ihren Lebensgebieten. Während die aktuellen Zählungen von Menschen auf der Flucht durch das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlingsfragen (UNHCR) die Rekordzahl von 5 Millionen nennt, streitet sich Europa um den Ausschluss Griechenlands aus der Europäischen Union. Den Gipfel bildete ein Treffen von 7 Staatschef auf dem Schloß Elmau . Dort wurde so viel Geld verballert wie zur Ausrüstung von 240 komfortablen Schiffen, die 240.000 Flüchtlinge sicher aus Nordafrika über das Mittelmeer nach Europa hätten bringen können. Mitmenschlichkeit aber war noch nie die Existenzgrundlage des Kapitalismus. Jetzt in dessen neoliberalem Zustand werden immer häufiger Parallelen zwischen Neoliberalismus und Faschismus gezogen. Es drängt sich ja auch förmlich der Eindruck auf, dass der neoliberale Umgang mit Arbeitslosen, Armutsrentnern und Minilohnarbeitskräften einem Faschismus Neuen Typs entspricht. Diesen Faschismus kennzeichnen keine Fackelzüge und kein SA marschiert. Er macht auch nicht durch Sieg-Heil Gebrüll in Tateinheit mit Prügelterror in Konzentrationslagern und Polizeidienststellen auf sich aufmerksam. Der Faschismus Neuen Typs ist eine weiche Form mit den Instrumentarien von Wettbewerbsdruck im Gesundheitswesen und systematischer Entfernung von Solidaritätsgedanken aus der Sozialgesetzgebung. In den wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den Staaten ist das sogenannte Austeritätsprinzip zynischer Ausdruck des weichen Faschismus. Austerität bedeutet bildlich gesprochen, dass am Wasserverbrauch gespart werden muss und daher Verdurstende pro Tag einen Tropfen Flüssigkeit auf die kraftlosen Lippen bekommen. Ihr Leben retten wird die Austerität nicht. Aber das ist auch gar nicht die Absicht von Austerität. Im Alltag wird der weiche Faschismus in einem Verdummungsangriff von Werbung, Leitmedien und behördlichem Sprachdrill auf breiter Front gegen eine Teilgesamtheit der Gesellschaft geführt. Das sind all die, die durch Werbung zum Kaufen verführt werden sollen. In der Lebensmittelinustrie geht die Verführung über die Werbung nicht. Da kämpft die Industrie mit der Größe der Portionen als Waffe zur Erzeugung einer gefügigen Masse. So wenig wie man wirklich braucht bekommt man meist gar nicht, sondern für eine Person viel zu viel und für eine sinnvolle Familienernährung zu wenig. Jedenfalls bei der industriellen Gesellschäftsmästung und nicht beim individuellen Nahrungsmittelanbau. Der neoliberale Sozialfaschismus gleicht die Menschen im Innenkreis des Europäischen Stacheldrahtzauns den Lebensverhältnissen derjenigen Menschen an, die von außen kommen und lieber innerhalb des Europäischen Stacheldrahtzauns leben wollen. Denn innen herrscht ein weicher Faschismus. Draußen herrscht die brutale körperliche Gewalt von Bürgerkrieg, Terrormiliz und polizeilicher Willkür. Nichts garantiert, dass der weiche Faschismus innerhalb des europäischen Stacheldrahtzauns sich verhärtet und dann, wenn die Grenze von außen keinen mehr reinläßt und von innen keinen mehr rauslässt, ungestraft zum brutalen Faschismus übergeht. Faschisierungstendenzen sind spätestens seit George Bush mit dem „breitbeinigen Gesicht“, wie es der Kabarettist Dieter Hildebrandt einmal nannte, im weltpolitischen Auftreten der USA zu erkennen.

-Geheime Verschleppungen von Bürgern souveräner Staaten in us-geführte Geheimgefängnisse

-Scharfschützenabschüsse von intern aufgestetellten Tötungslisten mit Drohnen, um die eigenen Mörder möglichst geschützt operieren zu lassen

-Richtlinien für die spezielle Kriegsführung auf der Grundlage der Destabilisierung der Lage, durch Anheizen von insbesondere sozialen Spannungen und das spürbare Abdrehen von Gesundheit und Grundversorgung, so dass man bewusst den eigenen gesundheitlichen und sozialen Verfall wahrnehmen muss, („Special Forces Unconventional Warfare“, Nov. 2010)

Amerika ist kein Weltpolizist, sondern ein Krimineller, der Selbstjustiz übt.

(Neuauflage von „Ausgegrenzt und Angeschmiert“, Fortsetzung folgt)

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FEUILLETON-BEWEGUNGSMELDER: Organisierte Hilfe und Kriegsschatten

FEUILLETON-BEWEGUNGSMELDER
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Organisierte Hilfe und Kriegsschatten

Ende April bebte die Erde im Himalaya. Die Randausläufer erreichten China und Indien. Nepal liegt dazwischen und bekam die gesamte Wucht ab. Nach Informationen des Bündnisses deutscher Hilfsorganisationen sind 2,8 Millionen Menschen obdachlos geworden. 90 Prozent der Gesundheitseinrichtungen sind hinüber. In Katastrophenfällen hat geholfen zu werden. Es hat Flüchtlingen in und aus Kriegsgebieten geholfen zu werden, und es hat Opfern von Naturkatastrophen geholfen zu werden. Ohne Ansehen von Person, Herkunft oder Katastrophenursache.

Die Hilfsbereitschaft für Katastrophenopfer ist größer als für Bürgerkriegsopfer. Gegenüber Wirtschaftsflüchtlingen geht die Hilfsbereitschaft gegen Null. Dabei sind Wirtschaftsflüchtlinge Elensopfer und insofern wenigstens den Bürgerkriegsopfern gleich zu stellen. Hilfe wird durch die Wahrnehmbarkeit zum öffentlichen Thema. Hilfe ist fast nie ein spontaner Herzensimpuls, sondern Ergebnis eines Appels. Weil Hilfe nicht spontan kommt, muss sie organisiert auftreten. Dafür gibt es Hilfsorganisationen. In sie können Einzelne ihre Hilfsbereitschaft eingliedern. Die Einzelnen sehen Hilfe im Wechselspiel von Appel, Spende und Bericht über Auslandseinsätze der Hilfsorganisationen. Für die AWO International stellte Vasilios Saroglue die Tätigkeiten der aus der Arbeiterwohlfahrt 1996 hervorgegangen Hilfsorganisation vor. Am Beispiel der Erdebenhilfe für Nepal sagte der Entwicklungshelfer, dass 22 LKW-Ladungen mit Hilfsbündeln für etwa 30.000 Menschen reichen. So ein Bündel ist schätzungsweise einen Meter lang, 30 Zentimeter hoch und einen halben Meter breit. Darin befindet sich eine Zeltplane, diverse Kochgeschirre, ein Sack mit Reis oder ähnlichen haltbaren Lebensmitteln sowie Seife und andere Hygieneartikel. Zusätzlich bringen die LKW auch Matratzen und Decken in die Katastrophengebiete. Die Verteilung vor Ort nimmt die Organisation in Zusammenarbeit mit lokalen Behörden vor. Zusammenarbeit heißt unter anderem auch Bedarfsprüfung und Prüfung von Bedarfsgemeinschaften. Damit die Vielzahl von Hilfsorganisationen nicht in Kompetenzgerangel verfallen und kleinliche Streits, wem der große Ruhm gebührt, sollen sie dem Regelwerk nach regelmäßig Informationen und Bedarfsanalysen in Hilfsfällen austauschen. Die UNO unterhält zu diesem Zweck Koordinationsstellen. Die Arbeit der UN-Koordinationsstellen könnte in den nächsten Jahren die Grenzen der Leistungfähigkeit überschreiten. Jeder Bürgerkrieg und alle bewaffnete internationale Konflikte vertreiben Menschen aus ihren Siedlungsgebieten. Sie sind dann Flüchtlinge, und das Uno-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) bestätigt alle von nachgeordneten Hilfsorganisationen beobachteten Trends: Die Zahl der Migranten wird global größer, und alle regionalen Krisengebiete haben den gleichen Trend. Bisher hat der Krieg in Syrien den Zählungen zufolge 5 Millionen Menschen zur Flucht gezwungen. Die Fluchtroute führt dabei meist über das Mittelmeer. Mit überladenen Booten, die kein Sicherheitsinspektor als seetauglich für Windstärken über 7 und Wellenhöhen bei durchschnittlich 5 Metern einstufen würde, versuchen die Menschen, aus dem Schatten der Kriege und dem Schatten der europäischen Abwehr in das Licht einer soldiarischen Gesellschaft zu gelangen. Aber diese Solidarität ist keine gesellschaftliche Geistesgrundlage. Solidarität ist verteilt wie Inseln in der Südsee: Hier und da ein blühendes Atoll, und dazwischen weit und breit kein Land in Sicht.
PS: Im „Stern“ stand unter Ratgeber Kreuzfahrten am 18. Juni: „Die Allure of the Seas“ ist das größte Passagierschiff der Welt und schippert diesen Sommer erstmals durchs Mittelmeer“. 6000 Passagiere finden Platz.

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BEGEGNUNGEN: Ansommern

FEUILLETON KULTURBETRIEBLICHES

48 Stunden Ansommern

06-06-2015 Brust raus stolzer Gang - aber der Olle hat alles im Blick

 Schamanen können ja gute Bedingungen herbei trommeln. Weit im Hinterkopf klingt auch das Wort Ansommern nach Schamanentrommeln. Ansommern ist der Name einer 48 Stunden dauernden Kulturveranstaltung in Neustrelitz. Am Bahnhof werden Ansommerer aus dem Umland von Bussen in Empfang genommen und mit einem Ansommerungsticket durch die Landschaft geführt. In die Innenstadt von Neustrelitz oder zum Hafen am Zierker See gelangen nur wenige. Und das bei dem schönen Wetter.

07-06-2015 Straßenmalerei in der Strelitzer Straße Neisstrelitz

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BARON VON FEDER: Eine ART von Straßenarbeiten

Von 

 

In Neustrelitz sind für 6 Wochen Straßentiefbauarbeiten in der Südansteuerung von Fürstenberg-Berlin07-06-2015 Straßenmalerei in der Strelitzer Straße Neisstrelitz im Gange. Mitten in der Stadt sind künstlerische Straßenarbeiten im Gange. Frederike Wouters aus Kevelaeer bemalte am Sonntag das Kopfsteinpflaster. Das Motiv ist ein Bekanntes – so bekannt, dass man nicht sofort drauf kommt. Wenn es ein Szenenbild ist – wohin gehört es?(Die Malerei hab ich durch eine auf einem Stativ aufgestellte Lupe fotografiert.) 

Siehe auch http://mv-trip.com/passanten-koennen-in-fussgaengerzone-das-entstehen-einer-3-d-malerei-beobachten/
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APROPOSIA: Vom Ruf, dem ein Echo applaudierte

APROPOSIA

 Vom Ruf, dem ein Echo applaudierte,

 Moderatorin: „Zwischenrufer Ihre Rufe wurden irgendwo gehört und umgesetzt.“

Zwischenrufer: „Meine Rufe? Ich hab schon viel gerufen.“

Moderatorin: „Na Ihr Ruf bezüglich Fährschiffe ins Mittelemeer um Flüchtlingen sichere Überfahrt nach Europa zu gewähren.“

Zwischenrufer: „Wer macht da jetzt? Frontex oder wer?“

Moderatorin: „Nein nicht Frontex. Lesen Sie mal, Tagesspiegel vom 31. Mai: Zivile Seenotrettung für Flüchtlinge. Warum ein Schiffskapitän nicht länger zusehen will.“

Zwischenrufer: „Darf ich bitte mal? Donnerwetter. Hier: Warum hab ich nicht viel früher die Idee gehabt? Na macht doch nix, Kapitän Vogel, letztendlich ist es doch egal, von wem die Idee ist, Hauptsache es wird was getan.“

Unker: „Der Ruhm ist nichts, die Tat ist alles.“

Zwischenrufer: (liest weiter:) „Die Idee ist heute der Verein SOS Mediterranee. Und hier: Schiffe chartern und betreiben. Pro Schiff 1,5 Millionen euro. Zehn Mann zu 50.000 Euro Spenden – mehr braucht man nicht.“

Unker: „Oder 10.000 Mann zu 50 Euro – das klingt realistischer. Wo doch das Bargeld abgeschafft werden soll – dann kann es in der Rettungsflotte seinen letzten Hafen finden.“

Sehr kluge Frau: „Der ganze Quatsch stand schon mal in einem Brief an mich. Ich hab den wegignoriert.“

Mesiramis Drohne: „Schiffe ausrüsten darf der Verein ja, aber einsetzen darf er nicht, dass ist Beihilfe zum Menschenhandel und strafbar.“

Zwischenrufer: „Herr Drohne, hier geht es nicht um Justiz und Politik, hier geht es um Menschlichkeit.“

Moderatorin: „Sehr kluge Frau und Herr Drohne, der Zwischenrufer hat diesen Vorschlag schon unterbreitet, als einer ihrer Vorgänger, Otto Knarz, noch Auffanglager in Nordafrika errichten wollte. Also Internierungslager, wenn Sie verstehen, was ich meine.“

Unker: „Genau. Und ich erinnere mich, dass der Zwischenrufer den Ruf noch mehrfach erschallen ließ, unter anderem in Göttingen in einem Vortrag über die Grenzschutzagentur Frontex. Himmel Arsch und Zwirn.“

Moderatorin: „Unker, Ihr Fazit ist verblüffend.“

Mesiramis Drohne: „Und außerdem werden diese Raul-Wallenberg-Romantiker keinen einzigen Kahn durch den TÜV kriegen. Das bestimmen wir.“

Moderatorin: „Herr Drohne, die Menschlichkeit können Sie diesmal nicht zum Komplizen von Verbrechen machen.“

Kapitän Vogel: „Für den Anfang brauchen wir eine Flotte von Rettungsschiffen.“

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–(Fremdwerbung): Gruppe 20: Die Abwehr der Gewaltenteignung

Die Abwehr der Generalenteignung

In einer Filiale der Sparkasse Mecklenburg-Strelitz wurden Kunden untuhig. Beide Automaten zum Abheben UND Einzahlen funktionierten nicht. Nach der Reparatur versagte nur die Einzahlungsfunktion. Ein Mann mit Magdeburger Akzent sagte, dass er das ständig bei allen möglichen Sparkassen erlebt, auch in Sachsen –Anhalt. Als ob es hier einen Trend gäbe. Zur Unruhe trugen Zeitungsartikel über die Abschaffung des Bargelds bei. Ist dies also schon die geplante neoliberale „Gewaltenteignung“ von Sparguthaben? Vielleicht ist es auch der Angriff auf die mit kleinen und mittleren Bargeldbeständen arbeitenden kleinen betrieben, Gewerben und freiberuflichen Einzelunternehmen, für die Bargeld wirklich nichts weiter ist als ein Tauschmittel für das Notwendikum. Denn der Direkttausch von Kunst gegen Brot, Imbiss gegen Miete oder Kellnern für die Kleidung wird bestenfalls verhuscht erwogen. Also: Erwägen wirs.

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BARON VON FEDER: Ein bisschen stolz sein

Baron von Feder

„Ein bisschen stolz sein“

„Was ist Zeit?“, fragte ein alternder Vertreter zwei Geschäftsleute in Erich Maria Remarques Roman „Der schwarze Obelisk“. Mit 56 Jahren ist ihm nämlich die Lebenszeit vergangen und was hat er erreicht? Nichts hat er erreicht. Erst als der Hintern einer rattenscharfen Frau im gegenüberliegenden Fenster kurz aufleuchtet wie der Mond, bevor er wieder hinter dunklen Wolken verschwindet, bringt ihm kurz die Freude der Jugend zurück. „Was ist Zeit?“, fragten nach einem halben Jahrhundert Lebenszeit Absolventen und Aussteiger, die dazumal gemeinsam ein Studium begonnen hatten. Von den damaligen Studienfreunden wurden manche Beamte, manche Unternehmer und manche sattelten ganz andere Pferde, um die Wege des Lebens zu reiten. Die Beamten glaubten beim Übergang vom Sozialismus zum Kapitalismus nicht so recht an Wohlstand durch Leistung und wählten den abgesicherten Zustand durch Unkündbarkeit und Pensionsanspruch. Dafür gaben viele dem neuen System freiwillig das, was sie im Sozialismus Opportunismus nannten. Andere wurden Unternehmer waren ihrerseits dem kapitalistischen System auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Blieben noch Leute, die in ganz andere Richtungen ritten. Über gereifte und ungereifte Blütenträume mag keiner reden. Zwischen Karriere, Wohlstand, vergleichsweiser Armut und scheinbarem Versagen sind nach 50 Lebensjahren und ganz unterschiedlichen Wegen kaum Unterschiede zu erkennen. Macht also die Zeit alles gleich? Dann ist alles Streben nur eitles Haschen nach Wind, aber nötig, um überhaupt etwas zu tun. Da Streben ist also nur ein Teil des Seins und nicht für sich genommen schon der Sinn des Seins. In „Habe nu, ach“ bedeutet: außer streben nichts erleben, „Hättste man, ach“ bedeutet: kurz vor Abgabe der schriftlichen Prüfung die Lösung zu haben, aber sie aus Zeitmangel nicht mehr aufschreiben zu dürfen. Viel lieber möchte ich ein bisschen stolz sein und still feixend für mich feststellen: „Habe trotz Allem“.

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