Die Bahn hat ein Rad ab
Nicht schon wieder:

Früher hat dieselbe Bahn noch gesagt: Räder müssen rollen und so weiter. Damals rollten sie für Verbrechen. Heute stehen sie. Wird davon wenigstens die Umwelt entlastet?
Die Bahn hat ein Rad ab
Nicht schon wieder:

Früher hat dieselbe Bahn noch gesagt: Räder müssen rollen und so weiter. Damals rollten sie für Verbrechen. Heute stehen sie. Wird davon wenigstens die Umwelt entlastet?
Mit dem Geist kommt die Freiheit In meinen Träumen lief der Geist verzweifelt einsam durch die Gassen. Türen zu und Fenster dunkel meist ich konnt vom Grübeln und vor Angst nicht locker lassen. Doch heute schreit ich durch die Straßen. Wie im Advent erleuchtet ist mein Herz. Wo früher mich die Sorgen fraßen lindert nun Erfahrung meinen Schmerz. Und aus lichterhellen Fenstern hör ich Lachen, Lieder, Klugheit, Witz. Und ich sag zu den Gespenstern: Adieu, Gestalten, dieses wars dann mit uns itz. Und in den lichterhellen Räumen ist man erfreut, wenn man mich sieht. Auch ich bin froh, weil wie in Träumen Seelenfrieden mir geschieht.
Liebe Leserinnen, liebe Leser, das August-Flugblatt des Jahres 2021 ist fertig. An der Septemberausgabe arbeiten wir schon. Ich las grade einen Ausspruch von Goethe zum Thema Wasser: „Wasser ist ein freundliches Element für den, der es schätzt und damit umgehen kann“. Oder so ähnlich. Das fiel mir gerade zu Klimawandel, Verkehrswasserbau und zu einem friedlichen Miteinander von Flussbedürfnis, Wirtschaftsbedürfnis, Schöpfungsbedürfnis und Friedensbedürfnis ein.
Viel Spass beim Lesen
„Der Zeitzeuge am Zeitfenster“ ist als E-Book fertig
Liebe Leserinnen, liebe Leser, im Downloadbereich wird ab 27. Juli 2021 das Buch „Der Zeitzeuge am Zeitfenster“ von Max Emanuel Strelitz zum Runterladen, Lesen, Schmunzeln und Erkennnis Gewinnen bereit gestellt. Wie immer bei den hiesigen Dowload-PDFs kostet der Download nicht, aber wenn die Freude über die Lektüre so groß ist, dass Sie die Flugblatt-Redaktion und Autor unterstützen möchten, freuen wir uns auch.
Worum es in dem Buch geht:
Die drei Herren Nikolaus von Lemberg-Kolovratsky, Anatol Fabulirowitsch Poet und Max Emanuel Strelitz sind Zeugen ihrer Zeit an verschiedenen Zeitfenstern. Es verbindet sie zusammenhängend, dass Max Emanuel Strelitz eigentlich den Namen des Fotografen suchte, der das vermutlich letzte Lebendbild von Lew Nikolajewitsch Tolstoi auf dem Bahnhof von Astopowo knipste. Dadurch bekam er Kennnis von einer Schrift mit dem Titel „Lebensbahnen“, in welcher der Publizist Nikolaus von Lemberg-Kolovratsky das Leben des anderen Publizisten Anatol Fabulirowitsch Poet nachzeichnet. Daraufhin verfasste Max Emanuel Strelitz seinerseits eine Nachzeichnung des Lebens von Nikolaus von Lemberg-Kolovratsky. Die Nachzeichnung des Lebens von Anatol Fabulirowitsch Poet gab es ja schon. Zwischen den jeweiligen Zeitfenstern der Herren wehte immer die Zugluft der Phasen, in welcher keiner von den dreien am Fenster stand und Zeuge der Zeitvorgänge wurde. Alle drei sind sich aber unabhängig voneinander einig in einem friedlichen, herzlichen, von Nächstenliebe erfülltem Menschenbild. Und wenn in der Darstellung etwas fehlt, dann liegt das vermutlich an der Zugluft, die auch mal ein paar Blätter Papier verweht hat.
Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen mit teuflisch breitem Grinsen und glockenreinem Herzen
Hannes Nagel
Titel: Begegnungen im Fernen Osten
Autorin: Lili Körber
„Reiseliteratur und Bildungsliteratur im gemeinsamen Einband“
Reisereportagen und Zeitungen, die den Reisebauftragten Journalisten, Reportern oder manchmal privilegierten Weltenbummeln die Kosten zahlten, gibt es nicht mehr. Zudem ist kaum noch jemand auf „Stellvertreterreisen“ angewiesen, die man dann, wenn man noch ein sehr junger Tänzer auf dem Leseparkett ist, mit staunenden Augen und glühenden Wangen verschlingt. Reiseliteratur hatte oft etwas von realer Abenteuerromantik an sich. George Kennan zum Beispiel schrieb 1885 das Buch „Und der Zar ist weit“ mit einer Mischung aus Abenteuer, Forschungsbericht, Landeskunde und gesellschaftlicher Beobachtung. Andere Reisen waren aber nicht von Abenteuerromantik initiiert worden. Es gab auch Reisende in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts, die vor Deutschland, dem aufkommenden Faschismus und dem am Horizont bereits drohenden zweiten verheerenden Krieg flohen. Es entstand die von Literaturhistorikern so zutreffend genannte „Exilliteratur“. Den meisten Leuten fallen Anna Seghers und Bert Brecht ein.
In diesen nur mit wachen Sinnen durchschaubaren dreißiger Jahren und durch die Widersprüchlichkeit der Zeit geprägt, unternahm die österreichische Schriftstellerin, Journalistin und Literaturwissenschaftlerin Lili Körber 1934 eine Reise nach China, Japan und Birobidschan. Ihr damals veröffentlichtes Manuskript erschien 2020 als Nachauflage im Wiener Promedia-Verlag. Zuerst hatte ihn Rowohlt 1936 verlegt. Die Autorin Victoria Hertling stieß auf den Reisebericht und brachte ihn 2020 neu heraus.
Schon allein das Vorwort von Viktoria Hertling enthält alle Elemente eines unglaublich spannenden Forschungsberichtes aus dem Überschneidungsbereich von biographischer Personenforschung, literarischer Publikationsgeschichte der zu erforschenden Person sowie aus dem Bereich der Methoden landeskundlicher Forschungen anhand von Expeditionen oder individuellen Zeitzeugen-Reisen. Als Doktorandin der Literaturwissenschaft las Viktoria Hertling Werke von Lili Körber. Lili Körbers Publikationsliste liest sich wie eine Fortsetzungsserie über die Stationen einer Lebensbahn:
1932 Eine Frau erlebt den Roten Alltag
1934 Eine Jüdin erlebt das Neue Deutschland
1936 Begegnungen im Fernen Osten
Scha-San, ein japanischer Held
1938 Eine Österreicherin erlebt den Anschluß
Teils erschienen ihre Reportagen in Zeitungen, teils als eigenständige Buchprublikationen. Hier liegt meines Erachtens eine Ungenauigkeit im Vorwort von Viktoria Hertling vor. Als würde ein Nachrichtensprecher nuscheln, um darüber hinweg zu täuschen, dass er einen fremdländischen Namen nicht richtig aussprechen kann.
Das Zeitfenster von Lili Körber stand vom 25. Dezember 1897 bis zum 11. Oktober 1982 offen. Die Autorin Hertling und die Autorin Körber kamen 1979 miteinander in Kontakt. Die Ältere war zu dem Zeitpunkt 82; die Jüngere war – eben jünger. Die Gleichung geht mit dem Buchtext der Jüngeren nicht auf. Aber die Gespräche der beiden Damen fanden in offener journalistischer Atmosphäre statt. Die Gespräche endeten mit der Bemessungsgrundlage des biographischen Zeitfensters der älteren Dame. Ihr Kern ist die Aufklärung darüber, dass die Fernostreise von 1934 nur möglich wurde, weil es keine Fortsetzung der Reportage „Eine Frau erlebt den Roten Alltag“ gab. Diese Reportage ist den Worten Lili Körbers nach ein Bericht über eine längere Arbeitsanstellung in einer russischen Fabrik und der sozialistischen Arbeitswelt in den Putilow-Werken.
Auch ein wenig bekanntes Detail der Geschichte kommt in Lili Körbers Reportage zur Sprache. Am russisch-chinesischen Grenzfluss Amur hatte es ein autonomes jüdisches Siedlungsgebiet gegeben. Birobidschan heißt die Gegend, un Lili Körber hatte Gelegeneheit, es zu bereisen und mit den Menschen dort zu sprechen. Das Kapitel Birobidhan enthält nicht über die Hintgergründe der Ansiedlung von Juden. Dafür aber enthält es ei ne gründliche Beschreibung der Rohstoffvorkommen in der Region „Priarmursk“. Das Kapitel Birobidschan liest sich wie eine in wörtlicher Rede und Gegenrede wiedergegebene Besiedlungsgeschichte eines 70.000 Qadratkilometer große Landstriches.
Einmal gibt es dann doch einen historischen Bezug auf das Jahr 1929, in welchem es von Weißgardisten – Anhänger der zaristischen Truppen – unter einem Herrn Petljura kam.
Der Nachteil der Beschreibung ist die Notwenigkeit, parallel dazu Geschichtsbücher zu wälze. Aber die Anhaltspunkte sind präzis genug, um sofort zu wissen, unter welchem Ereignis man nachlesen muss.
Das heißt: Wenn Bücher neugierig auf eine Vertiefung des Wissens zum dargelegten Thema machen können, dann erfüllen sie ganz vorbildlich die vornehmste Aufgabe von Reiseliteratur als Bildungsliteratur.
(Lili Körber, „Begegnungen im Fernen Osten“, Promedia, Wien 2020)
BARON VON FEDER
Zur Phänomenologie von Trittbrettfahrern
Trittbretter waren früher Einstiegshilfen in Verkehrsmittel. Mal waren sie Treppchen, sogenannte Tritts, mal waren sie unterhalb der Tür wie eine Konsole angebracht. Das sah schick aus, flott und schnittig, aber schon damals wurden Fahrgäste öffentlicher Verkehrsmittel vor der Mitfahrt auf den Trittbrettern gewarnt. Gerade als Straßenbahnen und Busse noch eher langsam fuhren, sprangen verspätete Fahrgäste im letzten Moment, ihre Personenbeförderung erzwingend, aufs Trittbrett.
Eine Ausnahmeregelung gilt für die Müllabfuhr und offene Limousinen von Staatsmännern. Vorne sitzt der Wagenlenker, hinten der Staatenlenker, und auf den Trittbrettern stehen Sicherheitsleute des Staatenlenkers. Aber sie greifen dem Wagenlenker nicht ins Steuer.
Die Mitnahmeerzwingenden Trittbrettfahrer greifen auch gerne mals in Steuer oder anderweitig in den Verkehr ein. Fazit: Es gibt zulässige und nicht-zulässige Trittbrettfahrer. Die Nicht-zulässigen erkennt man daran, dass sie ein Brett unter den Füßen und gleichzeitig eins vorm Kopf haben. Ein generelles Trittbrettverbot kann es daher nicht geben. Eine generelle Haftung der Trittbretthersteller für den Mißbrauch der Trittbretter
durch Nicht-zugelassene Trittbrettfahrer auch nicht. Auch auf dem Trittbrett des Geschichtszugs sollen nur fachlich ausgebildete Laut Sicherheitsvorschrift haben sie sich mit beiden Händen am Haltegriff festzuhalten. Dies gewährleistet, dass niemand mit Brett vorm Kopf in den Verkehrsablauf der Geschichte eingreifen kann.
verfasser: Uli S.
Fußball-Sport?
„Der Fußballwahn ist eine Krankheit,
aber selten, Gott sei Dank!“
Dies schrieb dereinst schon Ringelnatz
und prägte damit einen Satz.
Wenn eigentlich normale Leute
heulend wie des Wolfes Meute
im Stadion auf hohen Rängen,
vor Großleinwänden mit Gesängen,
zu Hause vor dem Flach-Te-Vau,
im Wohnmobil mit viel Radau
die buntbetuchten Spielgestalten
für fleischgeword´ne Götter halten.
Da wird das Auto aus Fernost
mit bunten Fähnchen aufgemotzt,
gar über einem Bierbauchranzen
der Adler prangt – um mit zu pranzen.
Und selbst die ärmste Sau in Not
fühlt im Trikot den Patriot.
Ob Hunde, Schweine – als Orakel
missbraucht man Tiere fürs Spektakel.
Fernseh´ und Radio lassen wissen
wohin das arme Vieh geschissen.
Mit Schwachsinn wird doch nicht gegeizt,
so wird die Stimmung angeheizt.
Selbst Schlagersternchen Düddel-Düh,
Skandalreporter Suddel-Brueh
sind plötzlich ganz gefragte Leute
dem Volk zu künden voller Freude
was sie denn nun so zu dem einen
Spielausgang ganz persönlich meinen.
Doch unterdessen wird zurecht
so manchem vom Gelaber schlecht.
Vierhunderttausend Mäuse locken
für´n Sieg – da bleibt kein Auge trocken.
`Ne Krankenschwester auf Station
arbeitet dreißig Jahre schon
in Tag und Nacht und hat doch nicht
in Summe das als Lohn gekriegt !
Nein-nein verdammt, ich will nicht motzen,
aber – ist das nicht zum kotzen?
Ein Foul ist das – an die im Land
die arbeiten mit Geist und Hand,
die schaffend der Gesellschaft nützen,
die Kranke vor dem Tode schützen,
die unser Wissen stetig mehren,
den Kindern unsre Welt erklären.
Ein Foul – und bitte man erwarte
nicht das ich klatsche! Rote Karte!
Denn nur für Arbeit gibt es Lohn –
Fußballer in die Produktion!
Liebe Leserinnen und Leser, im Flugblatt für Juli 2021 geht es um China, die Renaissance der Geopolitik und um das Gartenparadies von Baskenmütze.
Ausserdem geht es um Grüne Mauern, eine in China und eine in der Sahel-Zone. Ein Stück weit kamen uns die Namen Nikolai Kondratieff und Emil Gumbel in den Sinn. Für Silvio Gesell wird sicher in einer der kommenden Ausgaben Platz sein.
Viel Spaß beim Lesen
Hannes Nagel