Baron von Feder
„Hausverbot für Maifeiern“
Wenn einer eine Feier tut, so lädt er gerne Gäste ein. Manche kommen auch ohne Einladung, werden aber nach kurzem Zögern zur Feier hinzu gebeten. Und dann gibt es Leute, die will man bei einer Feier nicht dabei haben: unangenehme Kollegen, Thilo Sarrazin, Fremdenfeindliche und Leute, die einem übel mitgespielt haben. Hartz-Vier-Opfer sagen dazu „Gerhard-Schröder-Gang“; das Politikressort kennt sie unter dem Namen SPD. Unerwünschten Feiergästen stellt man in der Regel ein Hausverbot zu, welches die Teilnahme und Annäherung an die Feier untersagt.
Arbeiter und Exarbeiter wollen am 1. Mai 2013 zum 123. Mal ihren Kampf-und Feiertag begehen. Und dabei wollen sie sich nicht von der Initiative Soziale Marktwirtschaft, vom Vorstand der Agenda 2010 oder den neoliberalen Nationalglobalisierern aus dem schwarz-gelben Farbspektrum erzählen lassen, dass es ab jetzt nur noch denen schlecht geht, die sowieso nichts besseres verdient haben. Nun kommen aber Arbeiter eher selten auf solche juristischen Kniffe wie den Kniff mit dem Hausverbot. Wenn einer kommt, der nicht erwünscht ist, greift ein mit hochgekrempeltem Hemdsärmel versehener Arm die Vertreter der ehemaligen Schrödergang am Schlafittchen und befördert sie dahin, wo die die Räuberbande mehrere Millionen Arbeitsbiographien hin befördert hat: In die Gosse. Geschult durch ihre Lieder singt der Chor Minijobber und Nichtarbeiter die proletarischen Worte: „Lass Dich hier nie mehr sehn“. (Melodie: Du kannst zu Hause bleim)
Für den Fall, dass es für das Hausverbot noch einer Begründung bedarf, haben wir ein paar stichhaltige Einfälle gesammelt. Erstens war die Einführung von Hartz Vier Klassenverrat, also Verrat an der Klientel der traditionellen SPD-Wähler. Rechtsanwälte können für so etwas, was bei ihnen Mandantenverrat heißt, ihre Zulassung verlieren. Zweitens macht den Menschen kein wahlpolitisches Geschwätz satt, weil solches kein Essen her schafft. Drittens zeigt man Räubern seine Habe nicht.
Ach so. Liebe Genossin Jugendfreundin, wenn Sie sich erinnern wollen: der Tag, von dem die Rede ist, heißt Kampf und Feiertag. Glauben Sie bitte nicht, Sie und Ihre Leut könnten unsern Kampf mit Freibier verhindern oder uns sonstwie für Ihre Absichten korrumpieren. Uns reicht eigentlich schon Lebensunterhalt, gesunde Natur, Erholung in der Sommerfrische, und dass Ihr uns nicht ständig versucht, für doof zu Billigpreisen ans Globalkapital zu verramschen.