Gewehrpflicht weg, Minister weg?

Montag, 14. Juni 2010

Autor: Hannes Nagel

Gewehrpflicht weg, Minister auch?

Wenn einmal ein Politiker etwas Wahres sagt oder etwas Richtiges tut, will der Rest seiner Branche ihn gehen sehen. Nach dem Weggang des Präsidenten spekulieren nun der umgangssprachliche Kriegsminister Guttenberg, diverse Medien und Kollegen von Guttenberg, ob der Minister gehen will, soll oder wird.

Der Minister meint nämlich, die Kollegen hätten heimlich ein Gutachten über ihn angefordert, ohne ihn darüber zu informieren. Das ist wahrscheinlich ein Affront gegen die Würde seines Amtes, und da überlegt man gerne mal, ob man zurück tritt und gegen wen.

Der Minister ist sich nämlich auch sonst keiner Verfehlung bewusst. Er hat nur gesagt, dass er die Wehrpflicht einfrieren will. Denn seine Kanzlerin hat Sparen befohlen. Guttenberg kuckte nach, wo er sparen könnte, und fand, dass das Personal am ehesten entbehrlich sei. 40.000 mal Personalkosten will er einsparen. Das ist ein Klacks im Vergleich zu den Kosten, die sich an der Tötungstechnik einsparen ließen. Aber die Tötungstechnik wird gebraucht, falls in Afghanistan oder sonstwo mal wieder ein Tanklastzug mit zivilen Menschen drum herum steht.

Vielleicht wäre es doch gut, wenn Guttenberg die Köhler-Koch-Methode anwendet.

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Gastbeitrag: Erstrangiges Zölibat

Glosse: Apropos Erstrangiges Zölibat

von Holdger Platta

Bekanntlich sind wir ja alle seit dem April des Jahres 2005 Papst. – Was haben wir alle also gestern am Freitag, den 11. Juni anno domini 2010, auf dem Petersplatz in Rom zu Zölibat und zu den Kindermißhandlungen und Kindsmißbräuchen durch katholische Geistliche der Weltöffentlichkeit mitgeteilt – bei einer Messe vor etwa 15.000 Priestern aus allen Erdteilen? – – – Für uns Papst und die katholische Kirche sei die Ehelosigkeit „das Zeichen eines ganz auf Gott gestellten Lebens“, ein Zeichen, das lediglich „verdunkelt“ worden sei durch die – so wörtlich – „zweitrangigen Skandale“ der letzten Zeit, durch Skandale, „die unserer Unzulänglichkeit und der Sünde“ entsprungen seien. Z w e i t r a n g i g e Skandale?

Deutlicher konnten wir Papst es nicht klarstellen: alle diese traumatischen Erfahrungen der mißhandelten und mißbrauchten Kinder, diesen zugefügt durch Gottesdiener der katholischen Kirche, sind für unser päpstliches Sündenbewußtsein lediglich von z w e i t r a n g i g e r Natur.

P r i m ä r e n Rang aber hat für uns nach wie vor die sexuelle Zwangsaskese unserer Priester.

Welch’ Wort der christlichen Nächstenliebe haben wir Papst damit urbi et orbi über den gutbeschallten Petersplatz in Rom hinausposaunt. Von allen guten Geistern verlassen, vor allem aber von unserem lieben Gott! Amen.

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Apropos: Strukturelle und Konjunkturelle Einsparungen

Apropos Strukturelle und Konjunkturelle Einsparungen

„Die Schuldenbremse akzeptiert nur strukturelle, aber nicht konjunkturelle Einsparungen. Das heißt, der Haushaltsansatz für das nächste Jahr wird deutlich stärker sinken als nur um die 13,2 Milliarden Euro, weil es auch konjunkturelle Effekte gibt. Konjunkturelle Effekte erzielt man zum Beispiel, wenn das Darlehen, das wir der Bundesagentur für Arbeit geben, geringer ausfällt, als wir uns das zu Jahresbeginn gedacht haben. Nun frage ich immer die Experten: Stellen wir uns einmal vor, es gäbe überhaupt keinen Arbeitslosen mehr. Dann müssten wir doch einen strukturellen Effekt erreicht haben. Irgendwann muss doch der konjunkturelle Effekt, dass es also eine leichte Verbesserung der wirtschaftlichen Situation gegeben hat, in einen strukturellen Effekt übergehen, dass die Arbeitslosigkeit abgebaut wird. Es zeigt sich, dass die Quantität irgendwann auf dem Pfad in Qualität umschlägt. Man muss sich dann nach ein, zwei Jahren fragen: Ist das ein so beständiger Effekt, dass ich ihn sich auch strukturell niederschlagen lassen darf? “ (Angela Merkel auf Sparpressekonferenz 07.06.2010)

Konjunktur ist Aufschwung, und den erreicht man also, wenn für die Arbeitslosen weniger Geld zur Verfügung steht.Je weniger Geld für die Arbeitslosen es gibt, desto weniger Arbeitslose wird es geben, weil die dann merken, dass bei den Arbeitsämtern nichts mehr zu bekommen ist. Wenn keiner mehr vom Arbeitsamt Geld bekommt, gibt es Vollbeschäftigung. Das ist so, weil es ein Gesetz vom Umschlagen der Quantität in Qualität gibt.

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Rezension: Die klagenden Geldbörsen des Mittelstandes

Rezension: Hurra, wir dürfen zahlen

Montag, 07.Juni 2010

Die klagenden Geldbörsen des Mittelstands

Autor: Hannes Nagel

Hätte die Mittelschicht ein Schichtenbewusstsein wie früher die klassenbewussten Arbeiter, dann würde sie nicht ständig der FDP in die Hände spielen und ihre eigenen legitimen Interessen verraten. FDP und Co sagen sich nämlich, aber nicht ihrem Stimmvieh: „Wer die Interessen einer Minderheit durchsetzen will, muss die Emotionen der Mehrheit berühren“. Dann passiert planmässig das, was in einer Geschichte Bertolt Brechts ein Herr K. Erzählt: Wenn die Haifische Menschen wären ….. dann würden sich die kleinen Fische jubelnd mit Tschingtrara und Fahnen den Haien selbst zum Fraß anbieten. Sie hätten gar kein anderes Lebensziel mehr.

Aber das war Brecht, das war, als es noch Klassenbewusstsein gab. („Nichts hab ich jemals gemeinsam mit der Sache des Klassenfeinds“)

Der Vorspann war jetzt nötig, weil im Westend-Verlag Frankfurt am Main das Buch „Hurra, wir dürfen zahlen“ erschien und weil just zum Zeitpunkt des Schreibens Merkel, Westerwelle, Rösler, Schäuble und Komplizen überlegen, wo sie nun doch noch was einsparen können und wie sie es schaffen können, das man mit dem Sparen bei den kleinen Leuten beginnt. Es wird zwar auch ernsthaft erwogen, beim Militär zu sparen, aber ein Kabarettist merkte an, dass das Militär in Deutschland mangels Masse an Wert bald sowieso nichts mehr zu verteidigen hat, weshalb man es auch reduzieren könne.

Das der Betrug zu Lasten der kleinen Leuten funktioniert, liegt an der Werbung und ihren Methoden. Wenn man jemandem einredet, er sein der Größte, eine Führungskraft, ein Leistungsträger, ein Hochkaräter, dann misst er sich auch bald an Leuten, die so reich und mondän sind, dass sie über die restliche gesellschaftliche Entwicklung trägen Blickes gelangweilte Bemerkungen machen. Einseifen und kahl rasieren. Wer richtig reich ist, braucht sich auch darum nicht zu kümmern.

Gegen so etwas hilft eventuell ein Schichtenbewusstsein.

Ulrike Herrmaqnn „Hurra, wir dürfen zahlen. Der Selbstbetrug der Mittelschichts“, Westend-Verlag ( www.westendverlag.de ) , Frankfurt amm Main 2010, 17,00 Euro

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Sparberatungen: Arbeitslose renovieren den Sozialstaat

Sonntag, 06. Juni 2010

Autor: Hannes Nagel

Arbeitslose renovieren Sozialstaat

Am Wochenende hat Regierungschefin Merkel den Sack geöffnet, statt wie Horst Köhler in denselben zu hauen. Sie will keine Steuern erhöhen, hat sie auf Schloß Meseberg gesagt, wo man aus Sparsamkeitsgründen zusammen gekommen ist, um über Sparmaßnahmen zu beraten. sondern die Sozialausgaben kürzen. Sie hätte auch sagen können, dass die Ärmsten der Gesellschaft und die Arbeitslosen den Sozialstaat renovieren sollen, den Merkel und Co versemmelt haben.

Aber so hat sie es nicht gesagt. Die FDP hat gleich Morgenluft gewittert. Sie ließ schnattern: „Nicht alle sozialen Wohltaten können wir uns noch leisten“. Als ob Hartz-Vier jemals eine Wohltat war.

Der „Stern“ hat in der Zwischenzeit mal seine Leser gefragt, was sie zum Sparen vorschlagen würden:

Militärausgaben kürzen, Raus aus Afghanistan, Schluß mit gigantischen Bauprojekten, die fürs Prestige sind und nicht für den Nutzen, Finanzmarksteuer, Verrringerung der Krankenkassen waren die besten Vorschläge aus dem Volk. Jedenfalls aus dem Teil des Volkes, welches den „Stern“ liest.

Merke: Man kann Ausgaben auch dort sparen, wo noch Geld vorhanden ist.

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Menschenrechte: Die Hand vor dem Mund des Lotsenrufes

Hier ist ein Ausweg“, wollte das Elend schreien. Aber eine Pranke presste sich vor den Mund

Es geschehen mehr Dinge in den Ländern zwischen Pol und Pol als Nachrichtenagenturen und die angeschlossenen Medien der Öffentlichkeit Glauben machen wollen. Weit verstreut nämlich über die Erdoberfläche gibt es Orte, an denen Dinge geschehen, die sich Gehör verschaffen müssen. Weilm die Ideale Verbindung zwischen vielen Punkten das Netz ist, hat das „Netzwerk Kritische Masse“ in einer Pressemitteilung auf ein Vorkommnis hingewiesen, welches sich Gehör verschaffen soll. Gemeint ist der Plan, das eine nikaraguanische Frauenkooperative namens „Nueva Vida Fair Trade Zone“ in einer Deutschland-Rundreise darüber berichten will, dass auch eine Non-Profit-Wirtschaftsform in der Lage ist, Arbeit und bescheidenen Wohlstand aus Arbeit zu erzielen. Das also Wachstum und Expansion mit allen negativen Folgen nicht zwingend nötig sind, um der Menschheit ein angenehmes Leben zu sichern.

Die Frauen kamen in Deutschland nicht an, wo sie am 2. Juni in Hannover berichten wollten. Behörden in Costa Rica hatten sie festgesetzt. Das berichtet das Netzwerk Kritische Masse“. Es ist zugleich Veranstalter der Vortragsreihe, die nach Hannover auch in Karlsruhe, Trier, Saarbrücken, Münster, Bielefeld, Hamburg, Lüneburg und Berlin stattfinden sollte.

Der Veranstalter will nicht locker lassen und die festgesetztzen Frauen doch noch nach Deutschland holen. „Wir sind auf soviel Interesse an der Kooperative und an den Themen Fair Trade und Solidarische Ökonomie gestoßen, dass wir uns jetzt nicht von einer einzelnen Behörde diktieren lassen wollen, mit wem und worüber wir diskutieren werden“, sagt Netzwerk-Sprecherin Beate Gronitzki.

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Glosse: Apropos Wirtschaftskrieg

„Für ein Land wie Deutschland sind notfalls auch militärische Einsätze notwendig, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie handelswege“ (Horst Köhler, zitiert nach Saarbrücker Zeitung 28. 5 2010)

 Wir müssen uns bei der Politik entschuldigen, wenn wir sie sonst bei jeder Lüge der allgemeinen Verlogenheit bezichtigt haben. Es ist gar nicht so. Manchmal fällt ihr auch die Wahrheit aus dem Gesicht. Zum Beispiel geschieht dies. wnn die Maske von demokratie und Menschenrchten verrutscht. Neulich ist Herrn Horst Köhler das oben genannte Zitat entglitten. Und mit dem Zitat eine höchst plausible und wahr klingende Begründung für das Kriegstreiben Deutschlands.

Die Reflexdemokraten haben Köhler vorgeworfen – ach so: Köhler – das ist der Bundespräsident. Hab ich vergessen, zu erwähnen. Verzeihung – jedenfalls haben die Reflexdemokraten gesagt, dass Köhler etwas brandgefährliches gesagt hat. Na klar: Im Grunde hat er ja gesagt: „Was wir hier machen, ist verboten“. Wenn das das Volk hört, dann brennt die Luft, haben die Refelexdemokraten wohl gedacht.

Eigentlich dürfte Herr Köhler sich nun irgendeinen Preis anheften. Oder anheften lassen. Weil er gesagt hat, dass der militärische Rabaukentrupp der Wirtschaft Wege durch fremde Gärten bahnen soll, auch wenn dort jemand meint, er will das nicht. Wo komm mer denn da hin, wenn sich jeder Krümel der Militärmaschinerie in den Weg stellen darf.

Übrigens:  Das mit den Handelswegen wurde erstmals vor zwanzig Jahren wieder laut geäußert. Da scharrte die Bundeswehr mit den Hufen, weil sie auch mal zeigen  wollte, was sie gelernt hat. Sie erfand dazu den „Krisenbogen von Marokko bis Indonesien“, wo Deutschland Handelswege und Rohstoffe sichern soll, weil Deutschland eine „kontinentale Mittelmacht mit weltweiten Interessen“ sei. Der jetzige Krieg in Afghanistan ist das, was Detuschlands oberste Heeresführung seit zwanzig Jahren vorbereitet.

Und wie vor zwanzig Jahren schon hier noch mal: „Es gibt keinen gerechten Krieg“

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Glosse: Die Wichtignehmer vom Kindergarten

Es ist 18. Uhr. Im Speisesaal wird das Buffett eröffnet. Das Fernsehen eröffnet die Hochrechnungs-Spielereinen für die ganz ernste Auseinandersetzung , wer im Kindergarten von NRW künftig der Bestimmer in der großen Gruppe wird. Der weise Souverän schüttelt derweil gütig sein Haupt. Erstmal essen, sagt er mit Nachdruck , und der schmollende Kindergarten muss warten, bis Papi sagt: „Nun zeigt mal, was Ihr Schönes gemacht habt“. Gruppenclown Guido erzählt dem Onkel Ulli was: „Wir müssen das Ergebnis mit Würde und Anstand tragen“. Aber wo kriegt man soviel Anstand her? Bisher ging es doch auch ohne? Da kommt Claudia an. Fröhlich stupst sie Guido weg und will dem Onkel Ulli  auch was erzählen. Onkel Ulli winkt bereits ab. Die Tante vom Kindergarten versucht zu vermitteln. Sie schlägt dem Jürgen, der Claudia und dem Guido vor, doch zusammen zu spielen. Da lächelt der Guido. Er ist jetzt wieder wichtig.

Und wenn sie nicht erwachsen werden, spielen sie auch morgen noch im Kindergarten.

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Aufschrei zwischendurch: Sie kleiner Feigling

Mittwoch, 21.April 2010

Autor: Hannes Nagel

Sie, Oberst Kleiner Feigling, lesen und schämen!

Nach der Einstellung der Ermittlungen gegen Mordoberst Klein steht der Todesverantwortliche von Kunduz nun unter Personenschutz, weil er das Licht der Öffentlichkeit scheut und Angst davor hat, die Angehörigen seiner Opfer könnten Rache üben. Mutig sind Militärs wohl nur, wenn die anderen keine Waffen haben. Oberst Kleiner Feigling hat seinen Anwalt via N-Tv erklären lassen,  er könne es sich nicht erlauben, in der Öffentlichkeit aufzutreten. Sie können wegtreten, Kleiner Feigling. Und tauchen Sie nie wieder auf.

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Kommentar: Wenn Täter zu Richtern werden

Autor: Leo Lemberg

Wenn Täter zu Richtern werden

Das Verfahren gegen Mordoberst Klein wegen der 142 zivilen Toten in Kunduz ist eingestellt worden. Dies konnte geschehen, weil Täter über die Rechtmäßigkeit einer Tat urteilten. Ein anderes Ergebnis konnte auch deshalb nicht erwartet werden, weil die Politik dann hätte gestehen müssen, dass Krieg immer und in jedem Fall und ohne Ausnahme unrechtes Handeln ist. Die Politik hätte sich bei einer Verurteilung von Mordoberst Klein selbst mit verurteilen müssen. Symbolisch wäre Nürnberg als Gerichtstand in Frage gekommen. Die Menschen des Landes werden von Mördern regiert und wirtschaftlich von Räubern verwaltet und kurz gehalten – schreit, solange sie Euch nicht die Kehlen zudrücken.

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