Apropos landestypische Entschädigung

Hannes Nagel

Von wegen drei Millionen Euro Schadensersatz für alle Opfer. Die Nachrichtenagentur AFP meldete Dienstag Nachmittag, dass die Entschädigung der Opfer des von einem deutschen Oberst befehligten militärischen Mordes „landestypisch“ entschädigt werden sollen. Das habe sich das zutändige Verteidigungsministerium so ausgedacht. Es treten also Fragen auf. Erstens: Wieso dürfen Täter über das Strafmaß verhandeln, welches auf sie zukommt? Zweitens: Heißt landestypisch, dass die Höhe der Entschädigung an der landestypischen Armut bemessen wird? Und drittens: Wenn eine Bombe auf eine Südseeinsel fällt – aus welchen angemessenen militärischen Gründen auch immer – gibt’s dann Kokosnüsse statt Euro und Existenzhilfe?

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Apropos Kriegsentschädigung

Quergedachtes

Dienstag, 08. Dezember 2009

Hannes Nagel

Den Verantwortlichen scheint etwas zu Dämmern. Nämlich das aufgehende Licht, dass man nicht wahllos auf Ziele zu bomben hat, an denen sich Menschen aufhalten. 142 Zivilisten starben im September bei einem deutschen Bombenangriff auf ein Fahrzeug mit Treibstoff. In Afghanistan, wo niemand etwas zu tun hat, der nicht in der Lage ist, Frieden zu schaffen. Das sind in erster Linie die Militärs jeglicher Herkunft.

Die deutsche Regierung bequemt sich inzwischen, das Verbrechen als unangemessen zu bezeichnen, und hält drei Millionen Euro für angemessen, um damit die Angehörigen der 142 Toten zu entschädigen. Höffentlich hilft es den Familien ein bisschen, so dass sie sich eventuell eine selbstragende Existenz aufbauen können und ein paar Euronen für Bildung übrig bleibt. Bildung ist gut, denn Bildung kann theoretisch helfen, Kriege zu vermeiden.

Deshalb muss zuerst einmal Schluss sein mit der Praxis, Kriegseinsätze zu konstruieren, um dann im Namen des Völkerrechts irgendwo einzumarschieren. Sonst hat man auch nicht das Recht, die Zahlung als Großzügigkeit zu bezeichnen bei gleichzeitiger Negierung jeglicher Schuld.

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Zeit und Mensch sind wie ein Zopf verflochten

Zeit und Mensch sind wie ein Zopf verflochten

 

Für Kenner von M usik und Musikgeschichte ist Waldemar Meyer der bedeutendste deutsche Geiger. Sein Talent bildete sich teils in der Stille, teils bei seinem Lehrer Joseph Joachim. Zwei Leben, zwei Fäden. Beide verflochten mit weiteren Lebensfäden. Den ganzen Zopf beschreibt die Enkelin von Waldemar Meyer in einem faszierenden Buch.

 Hannes Nagel

Immer, wenn ich von Berlin-Alexanderplatz Richtung Hauptbahnhof und darüber hinaus fahre, entsteht in meinem Kopf eine immer gleiche Gedankenkette, die nur im Detail mehr und mehr ausgeschmückt wird.

Die Gedankenkette fängt mit Alfred Döblin an. Dann verweilt sie kurz bei Alex und Willi Humboldt. Von den beiden geht sie zu einem Herrn Hegel, den ich gar nicht mag, der drängelt sich immer auf, und am Ende der Kette tanzt der Zeitgeist auf der Schnur, die schon die andern Assoziationen hält. Jedes mal wünsche ich mir dann, mein Geist wäre groß genug, um von solch großen Geistern beachtet zu werden. Aber meist wird er übersehen.

Am liebsten wäre es mir, auch mal große Geister der Gegenwart zu treffen. Dabei ist es ganz egal, auf welchem Gebiet jemand ein großer Geist ist. Man trifft ja nicht den Geist an sich, sondern den Menschen, der ihn verkörpert. Wichtig wäre jedoch, dass es zwischen dem Geist und seiner Wirkungsstätte einen lokalen Bezug gibt. Denn wo Zeit und Raum zusammen hängen, ist der Genius Loci zugleich der Zeitgeist dieses Ortes.

Neulich war es mal wieder so weit. Ich wollte von Berlin nach München fahren. Auf dem Weg zum Hauptbahnhof kamen die üblichen Assoziationen – Hegel, Humboldt, Schinkel, Zeitgeist – und dann saß ich im Abteil. Eine Dame mit der Ausstrahlung einer Salondame des 19. Jahrhunderts unterhielt sich mit einer jüngeren Frau über Musik, Musikgeschichte und die Verflechtungen von persönlichen Biographien mit der Zeitgeschichte. „Das ist alles verflochten wie ein Zopf“, hörte ich die Dame mit der zeitlosen Eleganz sagen. In mir sagte jemand oder etwas „Zeitgeist“ und hörte zu. Es kam heraus, dass die Dame Frigge Marie Friedrich heißt und ein Buch geschrieben hat. Es ist ein besonderes Buch, denn es hat im klassischen Sinne keinen Titel. Ein klassischer Titel heißt vielleicht „Konzert für die linke Hand“, ist ebenfalls eine Biographie und stammt von Lea Singer. Dieses Buch beginnt anders: Links oben das Bildnis eines bärtigen Mannes mit Geige. Rechts daneben steht: Joseph Joachim, der Meister der Geige, größter Beethoven-Interpret seiner Zeit und sein erster Schüler. Rechts unten ein junger Mann ebenfalls mit Geige. Links daneben steht: Waldemar Meyer, der von England königlich mit der King George Stradivari Beschenkte.

Unter beiden Bildern steht: Fesselnde Biographien eingebettet in die spannende Zeitgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts in Berlin, England und Europa.

Sagen Sie selbst, haben Sie schon mal ein Buch gesehen, das ohne Titel schon auf dem Cover medias in res geht?

 

 

Ich weiß nicht, warum der Redefluß von Frigge Marie Friedrich noch ein paar Stunden nach ihrem Aussteigen aus dem Zug weiter wirkte. Ich weiß aber, dass die Lektüre des Buches ebenfalls und eigentlich genauso weiter wirkt. Die Lektüre macht einfach Lust auf Kultur. Auf Salonkultur. Auf eine Reise durch die Zeiten und auf Begegnungen mit dem jeweiligen Zeitgeist – von den geistlosen Zeiten abgesehen, die es in der Geschichte eben auch gibt. Aber bevor die geistlosen Zeiten kamen, ging offenbar ein verschwenderischer Geist durch die Sphäre der Kultur. Die soziale Sphäre wird in Frigge Marie Friedrichs Buch ausgeklammert – wohl weil die Familien ihrer Vorfahren keine Berührung damit hatten. Welch ein sorglose Glück das sein kann, weiß man zu schätzen, wenn man es auch anders erlebt hat. So etwas kann tief sitzen wie ein Trauma. Mit Anmut, Mühe, Leidenschaft und Verstand ging verschwenderisch um, wer nicht tagtäglich mit existentiellen Sorgen zu kämpfen hatte. Und alles verwob sich wie ein Zopf. In dem Buch der Autorin sind es die Lebenslinien einer Musikerfamilie mit den Lebenslininen einer Architektenfamilie – in Berlin sieht man dies nach Ansicht der Autorin an den Räumen, die die Architektur der Musik geschaffen hat. Denn wenn das Sein keinen Ort hat, schwebt es zeitlos im Nichts.

Das schönste an dem Buch ist die einfache Erzählweise. Man kann, so zeigt das Buch, eine Meinung auch ohne missionarischen Überzeugungseifer darlegen und Das ist wieder ganz musikalisch: Ich kann ins Konzert gehen und Haydn hören, auch wenn ich viel lieber Händel höre. Und wenn ich Haydn statt Händel nicht ertragen kann, kann ich auch zu Hause bleiben oder in den botanischen Garten gehen.

 

Frigge Marie Friedrich, „Fesselnde Biografien in die spannende Zeitgeschichte…“, ISBN: 978 – 3- 938754 – 12 -2, Verlag Creativ Studio F.M.Friedrich, Starnberg 2008

 

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Wünschen hilft wieder

Wünschen hilft wieder

 

Es gab einmal eine Zeit der Märchen, die dadurch geprägt war, dass Wünschen noch geholfen hatte. Das geht jetzt wieder, und das Stichwort dazu heißt Matrix Transforming. Matrix Transforming bringt höchst reale Ergebnisse zustande und ist doch eine märchenhaft klingende Methode.

Hannes Nagel

 

„Steh auf und wandle“, sagte Jesus zu dem Gelähmten und alle, die es sahen, konnten sich nicht erklären, was sie sahen. Dennoch sahen sie, dass der Gelähmte seine Krücken ablegte und auf eigenen Beinen stehen und gehen konnte.

Der tragische dänische Prinz Hamlet aus der Feder von William Shakespeare sagte zu seinem Freund Horatio, als beide den Geist von Hamlets totem Vater sehen: „Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als Eure Schulweisheit sich träumen lässt“. Mehr als Schulweisheit? Mehr als mit dem Verstand zu messen ist? Das soll gehen? Bei Shakespeare geht das. Bei Shakespeare geschieht auch sonst sehr viel mehr, als es das Bildungspensum an den Schulen lehrt. Die Komödien sind voller Möglichkeiten, die Wirklichkeit werden oder auch nicht („Sommernachtstraum“), oder die Wirklichkeit beeinflussen in die gewünschte Richtung oder eine, die ihr gleicht („Wie es Euch gefällt“).

Die Schulweisheit reicht nicht, um es zu erklären. Es ist eine Methode erforderlich, die die herkömmlichen Denkmodelle bestenfalls als erkenntnistheoretische Voraussetzung betrachtet. Was dann kommt, ist schon eine gewagte Anforderung an das Gehirn. Es heißt Matrix Transforming, hat mit Einstein und Quantenphysik zu tun. Außerdem hat es mit Psychologie, Neurolinguistik und Erkenntnistheorie zu tun. Wer vor dem Erlebnis Matrix Transforming steht, steht also vor einem unbekannten Wust an zu erwerbender Erkenntnis, hat aber nur ein Werkzeug dafür, das ist das Gehirn. Dieses Werkzeug hätte, wenn es eine Maschine wäre, einen ziemlich geringen Wirkungsgrad. Denn der größte Teil der kognitiven Fähigkeiten sind zwar im Gehirn bereits angelegt, bleiben aber ungenutzt, denn kaum einer weiß, das sie da sind und wie man sie nutzen kann.

 

Der Verstand ist viel zu wenig um die Matrix zu verstehen

 

„Das Gehirn besteht aus einer rationalen Seite und einer emotionalen Seite. Die rationale Seite erfasst die dreidimensionale Abbildung der Welt und kann nur diese erkennen. Die Fähigkeiten der emotionalen Seite sind noch gar nicht ansatzweise gründlich erforscht. Um das Verhältnis zwischen Verstand und Gefühl zu verdeutlichen: Wenn die Gesamtleistung des Gehirns eine Strecke wäre, so wäre der Verstand sieben Zentimeter lang. Das Gefühl wäre 4000 Kilometer lang. Das entspricht einem Streckenverhältnis von einer Faustbreite zu der Distanz München-Nairobi“.

Das ist fürwahr ein weites Feld, welches Anne Schmitz und Tristan Bestle vom Gipfelstürmer-Institut ( www.gipfelstuermer-institut.de ) beackern. Beide verwenden dies Streckengleichnis, wenn sie beim Coaching zum Thema Matrix-Transforming erzählen, was sie da eigentlich machen. Es sieht aus wie Hokuspokus, ist aber keiner. Denn die Grundlage von Matrix-Transformimg ist die ganz seriöse Quantenphysik, und die kann Tristan Bestle bestens erzählen, denn er ist Physiker. Er begründet in einem atemberaubenden Stil, dass und wie das Bewusstsein eine neue Realität erschafft. Was bedeutet, dass die bestehende Realität auch erst vom Bewusstsein erschafft wurde. Was wiederum in der Konklusion heißt, dass vieles Störende an der eigenen Realität durch das eigene Bewusstsein verändert werden kann. „Das Negative, was einem im Leben passiert, passiert vielfach, weil man sich einredet, das es so passieren wird. Sie haben doch sicher schon mal von den sich selbst erfüllenden Prophezeiungen gehört“. Mir fällt die Geschichte von Paul Watzlawicks Hammer ein. In der Geschichte will ein Mann ein Bild aufhängen, braucht aber einen Hammer, um einen Nagel in die Wand zu kloppen. Den hat er aber nicht und daher will er sich den Hammer vom Nachbarn borgen. Auf dem Weg zum Nachbarn redet er sich ein, der will ihm den Hammer sowieso nur ungern geben, und über das erwartete Verhalten des Nachbarn regt sich der Mann so auf, dass der den verdutzten Nachbarn anblafft, er möge seinen Scheiß-Hammer gefälligst selber behalten.

Infolge meiner abschweifenden Gedanken bekomme ich beinahe nicht mit, dass der praktische Teil der Übungen beginnt. Weil die Matrix nämlich nur eine Urenergie ist und alles Bewusstsein aus dieser Energie entsteht und von ihr genährt wird, aus ihr hervor geht und wieder in sie eingeht, kann man diese Energie für verschiedene Zwecke nutzbar machen. (Schon wieder eine Ablenkung: Ich denke verstehend das Wort Energieerhaltung. Energie kann nicht erschaffen werden oder verloren gehen. Es kann nur eine Form in eine andere umgewandelt werden. Wärme in Licht zum Beispiel)

 

Wellen wie ein erkenntnistheoretischer Orgasmus

 

Die Vorführung und Übung beginnt mit der Zwei-Punkt-Methode. Die heißt so, weil zwei Punkte am Körper des Energieempfängers berührt werden müssen, wie Pluspol und Minuspol, damit der Stromkreis geschlossen ist. Der erste Punkt ist idealerweise ein Muskel, wo man beim Anfassen auch Veränderungen in der Spannung fühlt, wie beim massieren. Scheitel, Halswirbel, Steißbein, Brustbereich, Nabel, Schambein, Handflächen, Fußsohlen, Schultern und Hüftknochen kommen als Orte des zweiten Punktes in Frage, an dem die Veränderungen spürbar werden: Zum Beispiel von einer Zwangsvorstellung loszulassen, eine tief sitzende negative Überzeugung („Schaffst Du doch nie“) zu löschen, aus Prüfungsangst Lust am Bestehen einer Herausforderung zu machen, Mut zu machen, sich selbst und seinen Fähigkeiten etwas zuzutrauen. Dann kann aus jemandem, der sich für einen lächerlichen tapsigen Tanzbären hält, ein tatsächlich und wunschgemäßer attraktiver Tangolehrling werden. Glauben Sie nicht? Ist aber so.

Was besonders verblüffend ist, ist die Möglichkeit, die Matrix-Transformation auch aus der Entfernung anzuwenden. Da kann man durchaus von Dresden nach Heidelberg jemandem Witz, Schlagfertigkeit, Lust senden, der sich dort um einen Job bewirbt, ein Vorstellungsgesrpäch hat und zugleich panische Angst vor dem Versagen. Wenn die Welle aus Dresden dann im richtigen Moment kommt, wird das Ergebnis wie ein erkenntnistheoretischer Orgasmus sein. Und der währt nachhaltig.

 

Termine, Literaturhinweise und Weiteres siehe unter www.gipfelstuermer-institut.de

 

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Apropos Angemessen

Quergedachtes

Freitag, 04. Dezember 2009

Hannes Nagel

Neulich war ich beim Schuster. Ich brauchte neue Schuhe. Im Laden gab es keine Passenden. Darum ließ ich mir welche anmessen. Die Schuhe sind also angemessen.

Angemsessen war zuerst auch eine Bombardierung in Afganhistan mit passenden zivilen Kollateralschäden. Nun drückt die Verantwortlichen der Schuh, in diesem Fall der Militärstiefel, und sie kommentieren die Blasen am Fuß (vom Einmarsch, weißt) als nicht angemessen.

Es soll bereits erwogen und befohlen sein, künftig jeden Einsatz mit einem Formular abzuschließen. Darauf steht: „Der Einsatz war angemessen/nicht angemessen“

Unzutreffendes bitte streichen.

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Wenn das Goethe wüßte

Wenn das Goethe wüßte

 

In Frankfurt streiken Studenten der Goethe-Uni für bessere Bildung. Streiks brauchen Druckmittel, und das Druckmittel der Studenten ist die Besetzung eines Gebäudes. Am Mittwoch (02.12.2009) wurde es durch Polizei geräumt. Deren Vorgehen entsprach keinem humanistischen Menschenbild

Autor: Hannes Nagel

Bildung ist schön. Wer sie hat, kann vielleicht die Übel der Zeit erkennen und Lösungen ersinnen. Aber dafür müssen Bildungswege begehbar bleiben. Kanalisierte, begradigte, ökonomisierte Bildungswege sind wie Flüsse, die nicht mehr frei mäandrieren dürfen, weil sie in ein Prokrustesbett gezwängt sind. Deshalb treten Rhein und Main und viele andere Flüsse zuweilen über ihre Ufer, besetzen Keller und fordern nachhaltig ihren naturnahen Rückbau.

Studenten wollen ihren Geist genauso frei mäandrieren lassen wie ein Fluss frei fließen will. Studenten fordern zuweilen nachhaltig bessere Bildungsmöglichkeiten, damit ihr Geist nicht in ein Schmalspurprokrustesbett gezwängt wird, wofür dann auch noch viel Geld zu bezahlen ist. Studentische Forderungen werden nicht geduldet („Staatsräson“), und daher sinnt der Geist der Verantwortlichen nach, wie die Disziplin und die Ordnung wieder hergestellt werden kann. Mit viel Bildung könnten sie vielleicht vernünftige interessante Lösungen ersinnen. Aber in Frankfurt ersannen sie nur den Einsatz der Polizei. Und die Polizei – nun ja: Der Arbeitskreis Presse der Studenten berichtete in einer Pressemitteilung ( www.autonome-antifa.com ), dass die Polizei sexuelle und rassistische Übergriffe gegen Studierende beging. Auf Nachfrage hieß es, mehrere Leute hätten beobachtet, dass mindestens ein Polizist einer Studentin unter den Rock griff und dabei obszöne sexistische Bemerkungen machte. Darauf hätten die Zeugen von ihrem Recht Gebrauch machen wollen, Namen, Dienstgrad, Dienstnummer und Dienststelle des rechtsstaatlichen Exekutivfacharbeiters zu erfahren. Vergeblich.

Die Studenten wollen , so kündigten sie an, noch Donnerstag abend 18.Uhr in Frankfurt auf dem Uni-Gelände mit einer Demonstration weiter machen.

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Du sollst nicht töten

Meinung und Kommentar

Quergedachtes

Montag, 30.11. 2009

Autor: Hannes Nagel

 

Du sollst nicht töten

 

Es beunruhigt mich, in einem Land zu leben, dessen Armee aktiv Krieg führt. Sie führt den Krieg derzeit noch weit weg vom eigenen Boden, auch die Nachbarn sind diesmal sicher vor den Militärtätigen Deutschlands. Das war nicht immer so. Militär und Massaker fangen mit M an, beginnen aber in den Köpfen von Politiktätigen.

Soweit, so so. Des Massakers Anlass war ein Tanklastzug, der angeblich von Terrortätigen der Gruppierung Taliban geplündert wurde, und dann hat ein deutscher Oberst das befohlen, was deutsche Oberste befehlen, wenn sie grade mal nicht attentaten. Soweit so kriegslogisch.

Nun berichtet Spiegel Online ( www.spiegel.de ), dass in einem Bundeswehrfeldlager T-Shirts auftauchten mit dem Bild des bombardierten Lastzuges und der Aufschrift: „Du sollst nicht stehlen“. Man hält sich wohl für Gottes rächenden Arm – Gott ist kein Gott der Rache, sondern der Liebe.

Und daher empfehle ich, Büßerhemden auftauchen zu lassen mit der Aufschrift „Du sollst nicht töten“

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Apropos Kriegsakzeptanz

 

Quergedacht

 

Sonntag, 2 9. November 2009

Hannes Nagel

Diesmal hat sich Jürgen Trittin von den Grünen beworben, ein Äußerung publizistisch gewürdigt zu bekommen. Er hat – und so weit war das auch richtig -gesagt, dass die Regierung eine Handlung vertuscht , für die sie sich schämt. Gemeint war der Angriff auf einen Tankwagen bei Kundus in Afghanistan, wo erst keine und dann doch fast nur Zivilisten ermordet wurden.

(was bei jedem Krieg so ist und als Kollateralschaden verharmlost wird. Es ist nicht nicht harmlos)

Und dann äußert sich der grüne Pazifist zum Kriegslügenskandal von Herrn Jung. „Das bringt die Arbeit der Entwicklungshelfer wie der Soldaten in Misskredit, und das senkt die Akzeptanz dieses Einsatzes in der Bundesrepublik“.

Gegen eine Senkung der Akzeptanz des Krieges gibt es eigentlich keinen Einwand. Die Senkung auf Null wäre eigentlich begrüßenswert. Nur: Wenn sich einer gegen den Frieden wehrt, weil er nicht akzeptabel ist, so fördert der den Krieg. Und sein Engagement für den Frieden ist zumindest unglaubwürdig.

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Apropos Informationspanne

Quergedachtes

Donnerstag, 26. November 2009

Hannes Nagel

„Verteidigungsminister Guttenberg hat bestätigt, dass unter seinem Vorgänger Franz Josef Jung wichtige Informationen zu dem von einem deutschen Oberst angeordneten Luftangriff in Afghanistan zurückgehalten wurden“. Das meldete heute morgen die Nachrichtenagentur dpa unter der Überschrift „Guttenberg bestätigt Informationspannen nach Luftangriff“.

Guttenberg ist der, der auch den Krieg in Afghanistan als kriegsähnlichen Zustand bezeichnete. Da ist es konsequent, dass die Lüge nur eine Informationspanne ist.

Vielleicht aber auch nur ein wahrheitsunähnlicher Zustand.

Eine dreiste Frechheit bleibt es allemal, wie auch immer es bezeichnet wird. Und damit es noch einmal richtig deutlich wird: Es gibt keinen gerechten Krieg.

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Neues von der Wespe (5)

Der Sensor für die Messung der sozialen Kälte schlug heute kurz an, als die Anreißerschlagzeile im Nachrichtenteil von yahoo (www.yahoo.de) hieß: „Alle deutschen Opel-Werke gerettet – 5.300 Jobs weg“.

Wie Opels 5.300 Lebensretter morgen leben werden, stand nicht in der Meldung. Auch der knallige yahoo-Anreißer tauchte nicht mehr auf. Es kam lediglich eine Agenturmeldung von dpa. Opel hat in Deutschland Produktionsstandorte in Eisenach, Rüsselsheim, Bochum und Kaiserslautern. Medienmeldungen zufolge soll der Deutschlandchef von Opel die Zahl als „falsch und weit überzogen“ bezeichnet haben. Radio Jerewan erläuterte die Aussage: Im Prinzip ist die falsche Aussage richtig, es steht nur noch nicht genau fest, wieviele es sein werden. Vermutlich werden es beträchtlich mehr als nur einer sein. Und darum fröstelte es heute.

Übrigens sollen einer Boulevardzeitung zufolge in Hamburg die Mieten steigen. Wie gut, dass es in Hamburg kein Opelwerk gibt.

Wenn deftige Mieterhöhungen im Anflug sind, werden sie schmerzhaft stechen. Schmerzhaft sticht auch ein Wespenschwarm, wenn er im Anflug ist. Und dann kam noch eine Meldung von Spiegel Online: „Schwarz-Gelb beugt sich der Vermieterlobby“. Sie nennen es Mietrechtreform. Eigentlich sollte eine Wohnung unantastbar sein. Hebelt nun das Mietrecht die Unantastbarkeit des Wohraums aus? Spiegel online prophezeit: Die Mieter kommen schlecht dabei weg.

Das ist, nach allen Entwicklungen der letzten Zeit, auch ohne Beleg völlig plausibel.

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